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ÖPNV stößt an Grenze

Stuttgart will noch vor 2030 autofrei werden – das plant die Stadt Karlsruhe

Die Rechnung klingt relativ einfach: Keine Autos in den Innenstädten, dafür bessere Luft zum Atmen. Daher will der Stuttgarter Oberbürgermeister noch vor 2030 Autos aus der Innenstadt verdrängen. Auch andere Städte wollen dem folgen. In Karlsruhe könnte ein kostenloser ÖPNV aber auch Grenzen haben.

Straßenbahn 6 Rappenwört Karlsruhe Foto: VBK

Die Rechnung klingt relativ einfach: Keine Autos in den Innenstädten, dafür bessere Luft zum Atmen. Daher will der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) noch vor 2030 Autos aus der Innenstadt verdrängen . Auch andere Städte wollen Autos mehr und mehr aus ihren Zentren verbannen.

Doch wie kommen die Menschen dann trotzdem noch schnell und bequem in die City? Und reicht das aktuelle ÖPNV-Angebot überhaupt aus? Mit diesen Fragen beschäftigen sich aktuell gleich mehrere Städte im Südwesten.

Und zumindest der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sieht beim Thema Gratis-ÖPNV auch Grenzen bezüglich der Kapazitäten. Zuletzt wurde beim Karlsruher Stadtfest ein solches Angebot getestet.

Der Gemeinderat diskutiert kostenloses Fahren an Adventssamstagen

Dafür überwies die Stadt dem Karlsruher Verkehrsverbund 200 .000 Euro. Busse und Bahnen waren voll, auch in der Innenstadt drängten sich Hunderttausende Menschen. Aus Sicht aller Beteiligten also ein voller Erfolg. Nun entscheidet der Gemeinderat, ob es an Adventssamstagen eine Wiederholung gibt.

Der KVV steht bereit, warnt gleichzeitig aber vor einer Ausdehnung der kostenlosen ÖPNV-Nutzung. Mit der bestehenden Kapazität an Fahrzeugen seien Gratis-Fahrten mit Bus und Bahn zwar auch künftig an ausgewählten Wochenenden möglich, betont ein KVV-Sprecher, nicht aber während einer regulären Arbeitswoche.

„Gerade an den Wochenenden sind deutlich weniger Berufspendler in den Bahnen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft unterwegs“, erklärt er. Somit sei im Gegensatz zu einer regulären Arbeitswoche auch ausreichend Kapazität vorhanden.

Investitionen lägen im Millionenbereich

Wolle man den Menschen in der Region künftig auch unter der Woche kurzzeitig eine kostenlose Nutzung des ÖPNV ermöglichen, seien größere Investitionen in einem hohen Millionenbereich erforderlich. Nach Angaben des Verkehrsministeriums verursacht der Verkehr rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Baden-Württemberg.

Anders als im Stuttgarter Talkessel drohen in Karlsruhe aber bislang keine Fahrverbote. Im ersten Halbjahr war die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) an vielen Messstellen im Land zurückgegangen. So lag der Mittelwert am besonders belasteten Neckartor in Stuttgart vom 1. Januar bis zum 30. Juni bei 56 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m3) Luft.

Im gesamten Jahr 2018 hatte der Mittelwert laut Angaben der Karlsruher Landesanstalt für Umwelt (LUBW) bei 71 Mikrogramm gelegen. An der Verkehrsluftmessstation in der Reinhold-Frank-Straße in Karlsruhe wurden demnach 36 Mikrogramm (38 µg) gemessen. Der NO2- Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft.

Überhöhte Werte sind der Grund für Diesel-Fahrverbote in einigen Städten, darunter Stuttgart. In Karlsruhe herrsche – im Gegensatz zur Landeshauptstadt – eine gute Durchlüftungssituation, sagte eine LUBW-Sprecherin. An der Messstation „Karlsruhe-Nordwest“ in der Daimlerstraße werde der „städtische Hintergrund“ gemessen. Dort seien die Werte geringer.

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