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Unternehmensgruppe geht weiteren Schritt

Karlsruher Vulcan-Gruppe plant Lithiumraffinerie in Frankfurt

Wo die Karlsruher Vulcan-Gruppe wertvolles Lithium aus dem Boden gewinnen will, weiß sie schon: im Oberrheingraben. Jetzt bereitet sie mit ihrem Partner, dem Nobian-Konzern, auch den Bau einer zentralen Lithiumraffinerie in Frankfurt-Höchst vor.

Weltweit gefragter Rohstoff: Lithiumhydroxid. Er wird etwa für E-Autos, Smartphones und Notebooks benötigt. Foto: Uli Deck/dpa

Die Karlsruher Vulcan Energie-Gruppe ist einen Schritt weiter auf ihrem Weg, um CO2-freies Lithium aus dem Oberrheingraben auf den Markt bringen zu können. Mit dem Basischemikalien-Hersteller Nobian haben die Karlsruher jetzt eine Absichtserklärung für den Bau und den Betrieb eines gemeinsamen Lithium-Werkes im Chemiepark Höchst in Frankfurt unterzeichnet. Auch ein Grundstück für den Bau der Lithiumraffinerie habe sich Vulcan gesichert.

Wie Vulcan-Chef Horst Kreuter weiter mitteilte, soll das in den Tiefen des Oberrheingrabens gewonnene Lithiumchlorid mit sogenannten Elektrolyseuren aus dem Hause Nobian in hochreines Lithiumhydroxid umgewandelt werden. Nobian möchte die dabei entstehenden Nebenprodukte Chlor und Wasserstoff vermarkten, wie Jürgen Baune, Geschäftsführer bei Nobian in Deutschland, sagt.

„Der Standort Höchst ist uns bestens bekannt“, so Kreuter. Mit der geografischen Nähe des Chemieparks zum Oberrheingraben unterstreiche Vulcan seinen Anspruch, die Wertschöpfung in Süddeutschland zu stärken, ebenso die europäische Batterieindustrie.

Langer Weg bis zur kommerziellen Anlage

Bis eine kommerzielle Anlage in Betrieb geht, muss zunächst eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Danach käme es zum Betrieb einer Elektrolyse-Demonstrationsanlage – erst nach einer erfolgreichen Probephase würde die große Produktionsanlage gebaut werden.

Namhafte Abnehmer für ihr Lithium hat Vulcan bereits. Dazu zählen LG, Umicore, Renault, Stellantis (Fiat, Opel, Peugeot) und Volkswagen. Lithium wird für E-Autos, Energiespeicher, Notebooks und Smartphones benötigt, um einige wenige Beispiele zu nennen. Bislang ist die Abhängigkeit von China groß, wo rund 80 Prozent des Lithiums raffiniert werden.

Vulcan will im Oberrheingraben Areale – so auch in der Ortenau – erkunden. Dieser gilt als eine der größten Lithiumlagerstätten der Welt. Das Ziel: In bis zu vier Kilometer Tiefe soll 160 bis 200 Grad Celsius heißes Thermalwasser angezapft und nach oben gepumpt werden. Dort werden ein Teil der Wärme und Lithium entzogen. Danach geht es zurück in die Tiefe.

Die Wärme will Kreuter für Fernwärme und zur Stromgewinnung nutzen. Nur einen Teil der Energie aus der Geothermie brauche man für die Lithiumextraktion. Gleichwohl ist Kreuters Vorhaben bei Bürgerinnen und Bürgern, wie berichtet, umstritten.

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