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ÖPNV

Kraichgaubahn zwischen Karlsruhe und Heilbronn wird zweigleisig

Der Landkreis Karlsruhe verfolgt den zweigleisigen Ausbau der Kraichgaubahn zwischen Karlsruhe und Heilbronn weiter. Ziel ist es, zukünftig einen Eilzug und drei Stadtbahnen pro Stunde auf der S4 verkehren zu lassen. Der Ausbau soll 2025 beginnen.

Auf der Stadtbahnstrecke S4 zwischen Karlsruhe und Heilbronn sollen künftig vier Züge pro Stunde fahren. Foto: Arnd Waidelich

Auf der Stadtbahnstrecke S4 zwischen Karlsruhe und Heilbronn, die werktags mit über 16.000 Fahrgästen (vor Corona) sehr stark frequentiert ist, sollen weitere Teilstrecken ausgebaut werden. Der Landkreis Karlsruhe hatte die Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG) im Mai 2019 mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt.

Ziel sind vier Züge pro Stunde

Ziel ist die Aufstockung auf vier Züge pro Stunde. Zukünftig sollen ein Eilzug und drei Stadtbahnen (im 20-Minuten-Takt) auf der S4 verkehren. Die Ergebnisse der Studie wurden dem Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag in Bretten vorgestellt.

Die Studie kommt zu dem Schluss, den Bau weiterer zweigleisiger Abschnitte zusammen mit einer grundlegenden Sanierung der zum Teil sehr alten Schieneninfrastruktur und dem barrierefreien Umbau der Haltestellen abzuwickeln. Für den Ausbau ist es hilfreich, dass bereits beim Bau der Strecke ab dem Jahr 1992 ein zweigleisiger Betrieb vorgesehen war und so weitestgehend durchgängig Platz für zwei Gleise vorhanden ist.

Vier Züge pro Stunde: Mit dem zweigleisigen Ausbau, der 2025 beginnen könnte, sollen ein Eilzug und drei Stadtbahnen im 20-Minuten-Takt auf der S4 verkehren. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Symbol

„Mit dem Beginn des zweigleisigen Ausbaus rechnen wir realistisch ab 2025“, sagte Landrat Christoph Schnaudigel. Voraussetzung sei eine gesicherte Finanzierung, unter anderem mit Fördermitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), und keine Verzögerungen bei den Planfeststellungsverfahren.

Für den zweigleisigen Ausbau müsse die Strecke voraussichtlich voll gesperrt werden. Dies könne bis zu einem Jahr dauern. „Wir werden uns darüber frühzeitig mit dem Netzbetrieb und dem Land Baden-Württemberg sowie der Nahverkehrsgesellschaft NVBW abstimmen“, sagt der Landrat.

Kosten werden auf 58 Millionen Euro geschätzt

„Der Zeitplan ist ambitioniert“, gab Tony Löffler (CDU/Junge Liste) zu bedenken. Der Landkreis müsse zur Finanzierung „eine beachtliche Leistung“ beitragen. Die Baukosten für den zweigleisigen Ausbau werden auf rund 58 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten in Höhe von 20 Prozent der Baukosten sowie vier Prozent der Baukosten für Prüfkosten und Gebühren.

Nach aktuellem Stand ist das Vorhaben nach GVFG förderfähig. Der Bund wird die Baukosten voraussichtlich zu 75 Prozent und das Land zu 12,5 Prozent fördern. Darüber hinaus sind zehn Prozent der Baukosten als Planungspauschale ebenfalls förderfähig.

„Wir müssen diese Chance jetzt unbedingt ergreifen“, sagte Eberhard Roth (Freie Wähler). Die Fördermittel aus dem GVFG seien günstig wie nie und würden sich nicht verbessern. Zudem sei die Bahnstrecke ein wichtiger wirtschaftlicher und ökologischer Faktor für den Landkreis. Auch Karl-Heinz Hagenmeier (SPD) sprach sich für seine Fraktion dafür aus, dass unter diesen Fördermöglichkeiten „der ÖPNV fit für die Zukunft“ gemacht werden sollte.

Haltepunkte werden schon barrierefrei umgebaut

Schon 2021 werden einzelne Haltepunkte an der Strecke barrierefrei umgebaut, wie die Haltepunkte Bretten-Schulzentrum, Bauerbach und Zaisenhausen. Von 2022 an soll die Signaltechnik in den Bahnhöfen Sulzfeld und Eppingen modernisiert werden. Die Deutsche Bahn plant den barrierefreien Umbau des Bahnhofs in Bretten voraussichtlich 2023.

Willy Nees (FDP) appellierte, das Projekt weiterzuverfolgen und auch bei einer Realisierung mit Nachhaltigkeit zu unterstützen. Ute Kratzmeier (Grüne) wollte wissen, ob in der Machbarkeitsstudie auch die Betriebsqualität für die Fahrgäste bedacht wurde. „Die S4 ist so dicht befahren, dass wenn sie einmal aus dem Takt ist, alles kippt“, antwortete Landrat Schnaudigel. Die Zweigleisigkeit solle hier Abhilfe schaffen, was schließlich auch der Betriebsqualität diene.

Der Kreistag stimmte den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zu und beauftragte die AVG mit der weiteren Planung.

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