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Kein Impfstoff da

Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg starten später

Der Start der Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg verschiebt sich um eine Woche auf den 22. Januar. In der Region sind viele Einrichtungen schon startklar.

Ein Injektionsfläschchen mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die anhaltenden Engpässe bei der Impfstofflieferung bringen nun auch den Zeitplan der baden-württembergischen Impfkampagne durcheinander. In den rund 50 Kreisimpfzentren (KIZ) werden die ersten Spritzen deshalb eine Woche später als ursprünglich geplant aufgezogen.

„Grund hierfür sind die Impfstofflieferungen durch den Bund“, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Das Land habe bisher knapp 170.000 Impfdosen erhalten, die alle bereits verimpft oder verplant seien.

Eine weitere Lieferung an Impfstoff werde für dieses Wochenende erwartet, hieß es. Erst am 18. Januar gebe es dann wieder Impfstoff vom Bund, der anteilig den Kreisimpfzentren zur Verfügung gestellt werden soll.

„Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, diesen Impfstoff eine Woche lang bis zum Start der Kreisimpfzentren zu bunkern“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

„Wir haben immer gesagt: Jede Impfdosis, die hier ankommt, wird auch sofort verimpft.“ Es mache daher keinen Sinn, die Infrastruktur in den Kreisimpfzentren hochzufahren, wenn kein Impfstoff zur Verfügung stehe.

Viele Kreisimpfzentren in der Region stehen schon bereit

In der Region rund um Karlsruhe sind bereits einige Kreisimpfzentren aufgebaut und zum Großteil auch startklar. So wartet beispielsweise die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe auf ihre Nutzung als KIZ. Nur „Feinarbeiten“ standen hier noch an, als man noch mit einem Start der Impfungen am 15. Januar rechnete.

In Baden-Baden ist unter Kronleuchtern das vielleicht exklusivste Impfzentrum Deutschlands entstanden. Das Kurhaus wurde zum KIZ umgenutzt, auch dort lagen die Verantwortlichen beim Aufbau gut im Zeitplan. In Bühl hatte der Aufbau ebenfalls bereits vor Weihnachten begonnen. Hier ist das KIZ in der Schwarzwaldhalle untergekommen, die dafür in einem logistischen Großprojekt leergeräumt wurde und sogar einen neuen Bodenbelag bekommen hat.

Kreis Rastatt hätte schon am 15. Januar impfen können

In einer gemeinsamen Pressemitteilung unterstreichen die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt, dass die Infrastruktur der Kreisimpfzentren in der Bühler Schwarzwalhalle und im Baden-Badener Kurhaus stehe und beide Zentren startklar seien. Alles sei so vorbereitet gewesen, dass mit dem Impfen ab 15. Januar hätte begonnen werden können.

Der Innenausbau in den Kreisimpfzentren des Landkreises Karlsruhe, die in Bruchsal-Heidelsheim (im ehemaligen Praktiker-Baumarkt) und in Sulzfeld (EGO) entstanden sind, war schon vor den Feiertagen fertig.

Und auch in Pforzheim und Mönsheim wollte man Infrastruktur und Personal pünktlich Mitte Januar bereitstehen haben. Die dortigen Kreisimpfzentren befinden sich in der Eissporthalle (St.-Maur-Halle) und der Appenberg-Halle. In Mönsheim wurde bereits das benötigte IT-Equipment geliefert, der Öffnung stünde nichts im Wege. In Pforzheim hatte sich Oberbürgermeister Peter Boch dafür eingesetzt, dass das Equipment bereits am 13. Januar geliefert werde.

Im Ortenaukreis sind zwei Kreisimpfzentren geplant, in Offenburg und Lahr. Die Einrichtung in Offenburg ist einsatzbereit, sie ist unter einem Dach mit dem zentralen Impfzentrum des Landes in der Messe untergebracht. In Lahr sollte das neue Impfzentrum für die südliche Ortenau am 13. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. An diesem Termin halte man ungeachtet der Entscheidung aus Stuttgart fest, hieß es im Offenburger Landratsamt.

Kritik an der Strategie der Bundesregierung

In den vergangenen Tagen war breite Kritik an der Strategie der Bundesregierung und auch der Länder für das Beschaffen, Verteilen und Spritzen der Impfdosen laut geworden. Oppositionspolitiker und Landespolitiker hatten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, dass der Impfstart schlecht laufe und er dafür verantwortlich sei.

Der Fraktionsvize der FDP im Bundestag, Michael Theurer, hatte einen Untersuchungsausschuss ins Spiel gebracht, die Linke will eine Sondersitzung des Bundestags beantragen und auch der Berliner Koalitionspartner SPD lässt mit seiner Kritik an der Beschaffung von Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht locker.

In Baden-Württemberg soll es insgesamt 50 KIZ geben, die meisten davon sind bereits startklar. Weitere neun Zentrale Impfzentren (ZIZ) setzen seit Ende Dezember die ersten Spritzen in Freiburg, Offenburg, Karlsruhe und Heidelberg sowie in Rot am See, Tübingen und Ulm. In Stuttgart werden zwei ZIZ ausgestattet, auch in Mannheim gibt es ein großes Impfzentrum.

Während die ZIZ bereits seit Mitte Dezember betriebsbereit sind, sollte es auf Kreisebene eigentlich ab dem 15. Januar 2021 losgehen. Nach den Berechnungen des Ministeriums sind für die Kreisimpfzentren (KIZ) täglich etwa 800 Impfungen geplant. Später im Jahr soll die Impfung auch beim Hausarzt möglich sein.

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