Skip to main content

Mehr Kommunikation mit Bürgern und Politik

Lithium-Gewinnung in der Ortenau: Karlsruher Vulcan Energie gründet Bohrgesellschaft

Lithium wird für den Bau von Akkus und Batterien benötigt. Das in Karlsruhe ansässige Unternehmen Vulcan Energie will den Stoff auch in der Ortenau aus dem Boden holen und hat dafür jetzt eine Bohrgesellschaft gegründet.

Horst Kreuter, Chef von Vulcan-Gruppe
Will den Lithium-Schatz heben: Horst Kreuter, Chef der Karlsruher Vulcan-Gruppe. Foto: Jörg Donecker

Trotz kritischer Reaktionen aus betroffenen Kommunen in der Region hält Vulcan Energie an seinem Vorhaben fest, in der Tiefe des Oberrheingrabens Lithium zu gewinnen. „Unser Projekt geht weiter voran“, teilte das in Karlsruhe ansässige Unternehmen am Montag mit.

Für den weiteren Prozess und die kommenden Schritte stehe man mit den zuständigen Bergämtern in der Südpfalz (Mainz) und der Ortenau (Freiburg) in Kontakt. Beim Oberrheingraben handelt es sich um das wichtigste Lithiumvorkommen in Europa. Lithium wird für den Bau von Akkus und Batterien benötigt – ein begehrter Stoff in Zeiten des Ausbaus der E-Antriebe.

Vergangene Woche hatte Vulcan die Gründung der Tochtergesellschaft Vercana GmbH und den Kauf von zwei Tiefbohranlagen bekanntgegeben. Im kommenden Jahr sollen die gebraucht gekauften Anlagen überarbeitet werden, um für mindestens weitere zehn Jahre zum Einsatz im Oberrheingraben zu kommen.

Vulcan plane den Start von Vercana mit rund 30 Beschäftigten und einem Hauptsitz in Karlsruhe. Eine Bohrgenehmigung liegt aktuell noch nicht vor.

Bühl, Renchen und Achern wollen das Projekt nicht

Zunächst wollte Vulcan Erkundungsuntersuchungen vornehmen, um ein 3D-Bild des Untergrunds zu erstellen. Dazu werden vibrierende Platten auf die Erde gesetzt. Allerdings fehlten der Firma bislang Betretungsgenehmigungen von Kommunen und Grundstückseigentümern. In der Vergangenheit waren bei verschiedenen Geothermieprojekten, vor allem in Frankreich, Erdbeben ausgelöst worden.

Die Städte Bühl, Renchen und Achern etwa hatten sich daher ablehnend zu dem Vorhaben geäußert.

Vulcan wirbt mit der Sicherheit seines 3D-Verfahrens, das in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich vorgeschrieben sei. „Konkret in der Ortenau sind wir an dem Punkt, dass im nächsten Schritt eine 3D-Seismik notwendig ist, um den Untergrund zu verstehen.“ Es sei genau diese 3D-Seismik, die „maximale Sicherheit“ gewähre. Auf Grund dieser Daten über Gesteinsschichten sei man in der Lage, den optimalen Standort auszuwählen, wo später eine Bohrung erfolgen könnte.

Es ist uns wichtig, dass die Menschen vor Ort aktiv an unserem Projekt teilhaben.
Vulcan Energie

In puncto Kommunikation will Vulcan jetzt weiter auf die Menschen in der Ortenau zugehen. „Es ist uns wichtig, dass die Menschen vor Ort aktiv an unserem Projekt teilhaben“, teilte das Unternehmen mit. „Wöchentlich führen wir mehrere Gespräche zum Beispiel mit Oberbürgermeistern, Landräten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Vertretern von Verbänden sowie Abgeordneten. Auch suchen wir den Dialog mit den Fachämtern in den Verwaltungen und den Gemeinderäten.“

Im Dezember werde zudem ein Bürgertelefon freigeschaltet. „In den kommenden Monaten werden wir unseren Kommunikationsbereich weiter aus- und aufbauen sowie personell verstärken, um dem Informationsbedürfnis gerecht zu werden.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang