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Nachhaltigkeit im Fokus

Marie Nasemann verlässt die Karlsruher Bühne

Marie Nasemanns Engagement am Jungen Staatstheater geht zu Ende. Die ehemalige Teilnehmerin von „Germany’s next Topmodel“ spielte unter anderem in dem Stück „Fuckfisch“. An Karlsruhe wird der Wahl-Berlinerin unter anderem die Sonne fehlen.

Als "coole Erfahrung" bezeichnet Marie Nasemann ihre Zeit beim Jungen Staatstheater. Sie kann sich durchaus vorstellen, eines Tages auf die Karlsruher Bühne zurückzukehren – vielleicht auch mit einem eigenen Stück. Foto: jodo

„In Karlsruhe ist es wirklich immer, immer sonnig“, sagt Marie Nasemann und blickt zum Himmel. „Auch wenn es eigentlich ganz anders angekündigt ist. Ich habe dieses Mal in Berlin nur warme Sachen und einen Regenmantel eingepackt.“ Die Schauspielerin hat vorerst zum letzten Mal den Kofferinhalt für Karlsruhe zusammengesucht – am Mittwochabend endet ihre Zeit als Ensemble-Mitglied des Jungen Staatstheaters in der Insel.

Die Sonne wird ihr fehlen

Entspannt sitzt die 30-Jährige am Nachmittag in einem Café in der Waldstraße und rührt in ihrer Kaffeetasse. Ein dreiviertel Jahr war sie immer wieder am Theater in Karlsruhe – oder, wie sie es liebevoll nennt, in „Karlsi“. Die Sonne jedenfalls, die wird ihr fehlen. Und die Zeit am Theater, ihre Schauspiel-Kollegen. Es sei eine „coole Erfahrung“ gewesen, über einen längeren Zeitraum Theater zu spielen und dabei eine Routine zu entwickeln. „Ich bin irgendwann ohne Aufregung auf die Bühne gegangen“, sagt die in Berlin lebende Schauspielerin. Zu sehen war die gebürtige Münchnerin in den Stücken „Fuckfisch“ und „Die Konferenz der Tiere“. Außerdem war sie bei Lesungen dabei und wirkte bei Theaterpartys mit.

Ich habe die Distanz unterschätzt

Ursprünglich sei ein zweijähriges Engagement angedacht gewesen. Das sei aber letztlich an ihren Energiereserven gescheitert, räumt Marie ein: „Ich habe die Distanz zwischen Karlsruhe und Berlin unterschätzt.“ Da sich die 30-Jährige bemüht, innerhalb Deutschlands nicht zu fliegen, saß sie für die Fahrt nach Karlsruhe immer sechseinhalb Stunden im Zug. „Das schaffe ich nicht mehr.“ Trotzdem könnte sie sich durchaus vorstellen, in der Fächerstadt auch künftig wieder Theater zu spielen – vielleicht in einer Gastrolle. Dafür würde sie auch gerne auf der großen Bühne stehen. Außer der Sonne wird ihr die Zeit fehlen, die sie in der Fächerstadt für sich alleine hatte. „Ich war im Schlosspark oder joggen“, sagt die Wahl-Berlinerin.

Mode liegt ihr am Herzen

Neben der Schauspielerei beschäftigt sich die ehemalige Teilnehmerin der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ viel mit dem Thema Nachhaltigkeit. Besonders die Mode liegt ihr am Herzen. Darüber informiert sie auf ihrem Blog „fairknallt“, außerdem gibt sie immer wieder Interviews zum Thema. Habe nachhaltige Mode zunächst eher in den sozialen Medien – wie etwa auf Instagram – eine Rolle gespielt, kämen in letzter Zeit immer mehr Interviewanfragen von „älteren Medien“, wie sie es nennt. Zuletzt war sie bei „Markus Lanz“ oder im Frühstücksfernsehen zu sehen. Die Bloggerin sieht sich als Sprachrohr in Sachen Nachhaltigkeit. „Perfekt ist man nie – aber kleine Schritte helfen schon“, findet sie. So hat Marie Nasemann immer ihre Trinkflasche, ihren Kaffeebecher und ihr Besteck für unterwegs in der Handtasche.

Ein nachhaltiges Brautkleid?

Eine Sache, bei der die 30-Jährige vielleicht schwach werden könnte, ist das Brautkleid. Sie und ihr Freund wollen bald heiraten, für das Standesamt hat die Schauspielerin bereits das perfekte Kleid gefunden. Leider sei es weder fair noch nachhaltig, gesteht Marie. Deswegen hat sie sich auch noch nicht entschieden. Für das große Hochzeitsfest mit allen Freunden hat sie bereits genaue Vorstellungen von ihrem Kleid: „Das darf gerne etwas opulent sein.“

Nun wird sie aber erst noch einmal in ihr Theaterkostüm schlüpfen. „Vielleicht komme ich ja eines Tages wieder – dann mit einem eigenen Stück“, sagt Marie und lacht. Eigene Ideen für ein Theaterstück oder einen Film hätte sie. Auf dieses Projekt will sie sich in der zweiten Jahreshälfte konzentrieren.

Bevor die Vorstellung beginnt, will Marie sich aber noch ein letztes Mal in den Schlossgarten legen – ein bisschen Karlsruher Sonne tanken.

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