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Diskussion in Karlsruhe

Marktplatzbegehung: Die Bäume kommen - wenn es technisch geht

Die Gestaltung des Marktplatzes von Pflanzen bis zu Lampen besprach Baubürgermeister Daniel Fluhrer mit rund 40 Bürgern, die einer Einladung der SPD-Gemeinderatsfraktion gefolgt sind. Nach einer Marktplatzbegehung wurde im Rathausfoyer weiter diskutiert.

Die Gestaltung des Marktplatzes diskutiert Baubürgermeister Fluhrer (Mitte) mit zahlreich erschienenen Bürgern. Foto: jodo

Karlsruhes Kommunalpolitik meldet sich aus dem Sommerurlaub zurück – und die SPD hat gleich einen ersten öffentlichen Aufschlag gemacht.

Das Thema Neugestaltung Marktplatz ist seit Monaten virulent und emotionalisiert, zuletzt wegen der Klimadebatte. Forderungen nach mehr Bäumen, nach generell mehr Grün und Schatten beherrschten in den vergangenen Wochen die öffentliche Debatte.

40 Bürger nahmen Diskussionsangebot an

Am späten Mittwochnachmittag folgten deshalb rund 40 Bürger einer Einladung der SPD-Gemeinderatsfraktion, zusammen mit Baubürgermeister Daniel Fluhrer die Marktplatzbaustelle zu begehen und natürlich auch zu diskutieren. Reichlich Bürger nahmen sich das Wort. Weil dies auf dem Marktplatz voll lärmender Baumaschinen schwierig war, wechselte der ganze Tross nach der Führung ins Rathausfoyer, um dort weiter zu diskutieren.

Technische Prüfung für Bäume läuft

Die Pyramide auf dem Karlsruher Marktplatz ist das Wahrzeichen der Fächerstadt. Foto: N/A

Auch die politische Konkurrenz aus dem Gemeinderat war reichlich vertreten, um des Baubürgermeisters Ausführungen zu verfolgen. Jener machte erneut klar, dass neben Pflanzkübeln eine gewisse Zahl an Bäumen – hier hat die Stadt ihren Kurs geändert – am Marktplatz kommen soll. Dies allerdings nur, wenn es technisch möglich ist. Noch läuft laut Baubürgermeister die technische Prüfung. „Wir haben unter der Oberfläche eine riesige Struktur von Leitungen.“ Unter anderem brauchen dort auch Entrauchungsanlagen für den Tunnel Platz.

Auch fürs Klima: Die ebenerdigen Wasserspiele

Fluhrer schilderte noch einmal die Grundidee der Marktplatzsanierung, er sollte wieder eine großzügige Fläche für möglichst viele Nutzungen werden. Idee und Gestaltung seien hochwertig, das verlegte Pflaster teuer und auch auf das Befahren durch schwere LKW ausgelegt. Außerdem gehe es um einen historisch wertvollen Platz, um das Erbe von Friedrich Weinbrenner. Fluhrer verwies auf die Installation der ebenerdigen Wasserspiele. „Das wird wunderbar und dient der Klima-Aktivierung“.

Fluhrer verwies zudem auf den künftigen Grünzug in der ebenfalls umzugestaltenden Kaiserstraße und den Versuch– auch dies eine Kursänderung – den bestehenden Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Nach früheren Planungen sollten die Bäume gefällt werden.

Was wurde eigentlich aus Weinbrenners Visionen?

So sieht der Karlsruher Marktplatz im August 2019 aus. Foto: Weller

Nach dem Umzug von SPD, Fluhrer und Bürgern ins Rathausfoyer sah sich der Bürgermeister mit höchst unterschiedlichen Fragen, Anregungen und Kritikpunkten konfrontiert. Mehrere Redner kritisierten beispielsweise die Gestaltung der U-Strab-Abgänge, die stark betonlastig sind. Andere erinnerten an den ursprünglichen, nie verwirklichten Plan Friedrich Weinbrenners, auf dem Marktplatz sogenannte „Buden“ als verbindendes Element vorzusehen, also eine Art Arkadenstruktur wie bei antiken Plätzen.

Auch kritisch beleuchtet: das Lampenkonzept

Hier verwies Fluhrer auf die veränderten Zeiten mit der heutigen Großstadt Karlsruhe. „Eine Stadt von der Größe Karlsruhes braucht auch einen großzügigen Platz.“ Er könne sich allenfalls eine Art Reminiszenz durch Vegetation vorstellen. Auch die beschlossene Gestaltung der Beleuchtung, sprich der ebenfalls viel diskutierte Verzicht auf Schinkelleuchten, wurde kritisiert.

Ein Bürger verglich die geplanten Lampenmasten mit „DDR-Kontrollbereichen“. Nach vielen kritischen Bemerkungen äußerte sich Fluhrer demonstrativ überzeugt: „Am Ende des Tages werden wir extrem stolz sein auf den Platz“.

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