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Hotels wieder geöffnet?

Ministerpräsident Kretschmann macht Hoffnung auf Sommerurlaub im Land

Corona lähmt alles. Wer denkt da an den Sommerurlaub? Oder besser: Wer denkt nicht daran? Ministerpräsident Kretschmann jedenfalls glaubt, dass im Sommer die Hotels im Ländle wieder geöffnet sind. Für ältere Schüler und kleinere Läden geht es schon demnächst wieder los.

Ganz vorsichtig und ein ganz klein wenig optimistisch: Ministerpräsident Kretschmann glaubt, ein Sommerurlaub im Ländle sei trotz Corona möglich. Foto: dpa

Selten gehen Politiker derart offen mit der eigenen Ahnungslosigkeit um wie in den Zeiten der Corona-Krise. „So etwas hatten wir noch nie. Wie soll unsere Reaktion darauf da rund laufen?“, fragte Ministerpräsident Winfried Kretschmann rhetorisch, als er am Donnerstag die Presse über Baden-Württembergs Trippelschritte in Richtung Normalität informierte.

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Und seine Kultusministerin Susanne Eisenmann fügte hinzu: „Was ich heute aufrichtig vertrete, muss ich vielleicht in drei Tagen schon revidieren.“ Es sei schwer, den Menschen derzeit die Stabilität zu bieten, die sie sich wünschten. Dazu sei die Situation zu ungewöhnlich.

Wir dürfen die erreichten Erfolge jetzt nicht gefährden.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident

Entsprechend stimmt Kretschmann auf eine lange Zeit der Unsicherheit ein. „Die Rückkehr zur Normalität wird noch Monate dauern. Dieses Virus ist ein fieses Ding.“ Alles, was die Landesregierung an Lockerungen bekannt gab, orientiere sich zu allererst am Gesundheitsschutz.

„Wir dürfen die erreichten Erfolge jetzt nicht gefährden.“ Und dennoch ließ sich Kretschmann auch zu einer hoffnungsvollen Aussage hinreißen. „Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass unsere Hotels im Sommer noch geschlossen sind.“ Urlaub im Ländle müsste dann möglich sein.

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Was macht eine Veranstaltung zur Großveranstaltung?

Im Großen und Ganzen orientiert sich Baden-Württemberg beim Einstieg in den Corona-Ausstieg an die Empfehlungen des Bundes. Großveranstaltungen bleiben bis Ende August verboten. Auch zoologische und botanische Gärten bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Unklar ist noch, wie Großveranstaltungen genau definiert sind. „Ich rechne Fußballspiele und Rockkonzerte eindeutig dazu. Aber wann genau eine Veranstaltung zur Großveranstaltung wird, müssen wir noch besprechen“, räumte Kretschmann ein.

Auch kleine Läden in großen Einkaufszentren dürfen öffnen

Die Pandemie werfe einiges über den Haufen. Insbesondere auch in der Gastronomie. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte, sie könne sich vorstellen, die finanziellen Soforthilfen zu verlängern. Entlastung gibt es laut der Ministerin beim Handel.

Läden bis 800 Quadratmetern dürfen ab Montag genau so wieder öffnen,. Diese Regelung gilt nach Angaben der Ministerin auch für kleine Läden, die sich in größeren Einkaufszentren befinden.  Die rund 30.000 Friseurbetriebe im Land können unter strengen Hygieneauflagen ab dem 4. Mai loslegen.

Alle Informationen gibt es auf bnn.de/coronavirus

Sie wolle den Spielraum, den die Vereinbarung zwischen den Ländern und dem Bund lasse, möglichst nutzen. In ihrem Haus werde derzeit mit Hochdruck an einer Checkliste gearbeitet, an der Geschäfte ablesen könnten, ob und unter welchen Bedingungen sie öffnen dürften.

Hoffnung auch für große Läden

„Unser Ziel ist es, dass bis Samstag jedes Unternehmen weiß, unter welchen Voraussetzungen es am Montag öffnen darf“, so Hoffmeister-Kraut. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmetern müssen auf jeden Fall geschlossen bleiben.

Doch die Ministerin stellte auch hier Besserung in Aussicht. „Wir betrachten die Zahlen sehr genau und werden in 14 Tagen erneut beraten. Und wenn die Entwicklung der Pandemie es zulässt, werden wir auch weitere Schritte beschließen.“

Kretschmann betonte, in Deutschland habe man bislang die Krise auffallend gut gemanaged. „Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, eine vernünftige Bevölkerung und auch eine Regierung, die schnell und entschlossen handelt.“

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Es geht um die Existenz

Dennoch sei angesichts der Größe der Herausforderung selbstverständlich mit wirtschaftlichen Schäden zu rechnen. Es sei sehr verständlich, dass insbesondere größere Läden, Gaststätten und Hotels von den jetzt verkündeten Erleichterungen enttäuscht seien.

„Bei vielen geht es um die Existenz. Da ist verständlich, dass sie sich mehr erhofft haben. Aber wir sind bei den Öffnungen an die Grenze gegangen.“ Jetzt gehe es darum, den weiteren Verlauf der Pandemie ganz genau zu verfolgen.

„Wenn das gut geht und sich die Ansteckungszahlen weiterhin positiv entwickeln, dann werden wir zu weiteren Öffnungen kommen können“, so Kretschmann.

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