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Professur mit fünf Millionen Euro

Vom MIT nach Karlsruhe: KIT wirbt Teilchenphysiker aus USA ab

Markus Klute war maßgeblich am Nachweis des Higgs-Elementarteilchens am weltweit bekannten Teilchenbeschleuniger CERN beteiligt. Nun wechselt der Teilchenphysiker an die Karlsruher Exzellenz-Universität.

Markus Klute soll das KIT noch sichtbarer machen. Eine millionenschwere Förderung des Bundes macht die Verpflichtung des Spitzenforschers möglich. Foto: M. Scott Brauer

Internationale Spitzenforscher anzulocken – das ist das erklärte Ziel der badischen Elite-Universität. Nun vermeldet das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Erfolg: Der Teilchenphysiker Markus Klute kehrt den USA den Rücken und kommt nach Deutschland zurück, um am KIT zu forschen und zu lehren.

Der erst 45-jährige Klute war im Jahr 2012 am Nachweis des Higgs-Boson-Elementarteilchens am weltberühmten Teilchenbeschleuniger (LHC) des Genfer Forschungszentrums CERN beteiligt. Mit Hilfe ihres neuen Physik-Stars möchte die Karlsruher Uni ihre Rolle an dem gigantischen Grundlagenexperiment ausbauen.

„Mit Markus Klute als neuem Humboldt-Professor will das KIT eine weltweit führende Position im LHC-Programm am CERN erreichen“, kündigte das KIT an. Neue Kooperationen soll der prominente Neuzugang im KIT-Zentrum Elementarteilchen und Astroteilchenphysik ebenfalls entwickeln.

Fünf Millionen für Deutschland-Heimkehrer Klute

Die Humboldt-Professur ist entscheidend für den Personal-Coup: Klute erhält für seinen Wechsel nach Deutschland eine Professur der Alexander von Humboldt-Stiftung. Sie ist mit fünf Millionen Euro ausgestattet und damit Deutschlands höchstdotierter internationaler Forschungspreis, wie das KIT betont.

Preisträger wie Klute sollen langfristig Spitzenforschung für deutsche Hochschulen betreiben. „Wir freuen uns sehr, einen weiteren internationalen Spitzenforscher für das KIT gewinnen zu können“, erklärte KIT-Präsident Holger Hanselka. Das Preisgeld sei für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland bestimmt. Finanziert wird die Humboldt-Professur vom Bundesforschungsministerium.

Klute ist einer der großen Leistungsträger. Er hat einfach einen herausragenden Ruf.
Marc Weber, KIT-Professor und Bereichsleiter

Eine lange Kennenlernphase erübrigt sich beim Wechsel von Klute. „Wir kennen Markus Klute seit Jahren“, sagt KIT-Professor Marc Weber, Leiter des Bereichs Physik und Mathematik. Denn das KIT ist ebenso wie Klute an dem CERN-Experiment Compact Muon Solenoid (CMS) beteiligt. „5.000 Physiker arbeiten mit“, sagt Weber. „Klute ist einer der großen Leistungsträger. Er hat einfach einen herausragenden Ruf.“

Prominent sei das Arbeitsgebiet Klutes: Der Nachweis des Higgs-Boson-Teilchens war aufsehenerregend. Es ergänzte das Bild vom Universum. Schon in den 1960er Jahren hatte der britische Physiker Peter Higgs die Theorie dazu entwickelt. Nachdem am CERN der Nachweis geglückt war, erhielt Higgs dann 2013 gemeinsam mit Francois Englert den Physik-Nobelpreis.

Karlsruher Kollegen forschen mit ihm am Teilchenbeschleuniger

Klute und die Karlsruher Kollegen arbeiten daran, das Wissen um das Elementarteilchen und die Messmethoden dazu noch zu verfeinern – und auch die Vorstellung des Menschen vom All. Das CERN rüstet den Teilchenbeschleuniger dazu nach. „Der Ausbau läuft schon“, sagt Weber. „Wir bauen am KIT an Detektoren dafür.“

Geld aus Klutes Humboldt-Etat soll nach Angaben des KIT auch in dieses Experiment fließen. Deutlich mehr Teilchenkollisionen und wesentlich mehr Messdaten zum Higgs-Teilchen soll es ab 2027 geben. „Wir haben bisher nur einen Bruchteil der Daten gesehen“, sagt Weber. Auch spektakuläre Entdeckungen seien denkbar.

Die Karlsruher Forscher denken mit der Verpflichtung von Klute allerdings schon weit über das Jahr 2027 hinaus. Der Teilchenbeschleuniger unter der Schweizer Erde sei ja im Jahr 2040 alt, sagt Weber. Über gigantische Nachfolgeprojekte wird bereits intensiv diskutiert. „Wir hoffen, dass wir mit Klute daran mitwirken“, sagt Weber. „Ideale Voraussetzungen hat er dafür.“

Markus Klute verlässt fürs KIT das Vorbild MIT

Denn Klute ist mit seinen 45 Jahren noch jung – er steht trotz seiner Erfahrung auch für die nächste Generation am KIT. In Bonn studierte Klute Physik und Mathematik. Als Doktorand arbeitete er am CERN und am Fermilab Chicago. Er war Professor in Göttingen.

Seit 2009 forscht er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Der Name der weltberühmten Universität stand auch Pate für den Namen des KIT. Nun wirbt die kleinere deutsche Elite-Uni dem großen Vorbild einen Professor ab. Möglichst schon im Herbst soll der Neue in Karlsruhe ankommen.

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