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Reste von Gelagen

Total vermüllt: BNN-Leser beklagt „erbärmlichen Zustand“ des Karlsruher Nancybrunnens

Die Brunnenschale voller Müll: Für den „erbärmlichen Zustand“ des Nancybrunnens in Karlsruhe hat sich ein BNN-Leser in einem Leserbrief bei der französischen Partnerstadt entschuldigt.

Ein Ärgernis: Dietrich Schmidt, ehemaliger Direktor des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein, ist entsetzt über den Zustand des Nancybrunnens. Mittlerweile wurde aufgeräumt. Foto: jodo-foto / Joerg Donecker Karlsruhe jodo-foto Karlsruhe

Dietrich Schmidt, ehemaliger Direktor des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und BNN-Leser, ist entsetzt. Bei einem Spaziergang entdeckte er den Nancybrunnen in der Bahnhofstraße am Fuß der Tiergartenbrücke – und dieser war vermüllt.

„Das Ganze in einem erbärmlichen Zustand, an einem nicht sehr repräsentativen Platz. Die Brunnenschale voller Müll, das Umfeld mit Resten von Gelagen“, schreibt Schmidt in einem Leserbrief an die BNN.

Gestiftet wurde dieser Karlsruher Brunnen von Pierre Weber, dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Nancy und Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe. Dies und der Hinweis „Trinkwasser“ ist auf einem Schild vermerkt.

Hierfür kann ich mich nur gegenüber unseren elsässischen Freunden entschuldigen.
Dietrich Schmidt, Ex-Direktor des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein

Schmidt, der sich als einen der Gründerväter der badisch-pfälzisch-elsässischen Zusammenarbeit bezeichnet, die heute als Pamina ihren Sitz in Lauterburg hat, findet „die Situation beschämend“.

„Hierfür kann ich mich nur gegenüber unseren elsässischen Freunden entschuldigen“, schreibt er weiter. Der große Visionär Günther Klotz habe die Städtepartnerschaft zwischen Karlsruhe und Nancy begründet.

200 Paten beobachten Karlsruher Brunnen

Auch er wäre sicher entsetzt, vermutet Dietrich Schmidt in seinem Schreiben. Ein Anruf beim Brunnentelefon der Europäischen Brunnengesellschaft Karlsruhe, bei Charlotte Reißle, ergibt, dass rund 200 Brunnenpaten ein Auge auf „ihren“ Brunnen haben und Unstimmigkeiten melden, etwa wenn das Wasser nicht läuft.

„In Zeiten der Pandemie kann dem einen oder anderen schon mal etwas durchgehen“, meint Reißle beschwichtigend und handelt unverzüglich.

Am nächsten Tag sieht die Brunnenschale unter dem hübschen Delfin-Reiter schon besser aus. Ein prallgefüllter blauer Müllsack ist an den danebenstehenden Abfallbehälter angelehnt.

Karlsruher Gartenbauamt ist zuständig für Pflege der Brunnen

Laut Reißle dürfen Brunnenpaten selbst nicht Hand anlegen oder etwas reparieren. Zuständig sei immer das Gartenbauamt. Vielen Paten sei „ihr“ Brunnen ans Herz gewachsen. Dass Bänke dazu gestiftet würden, sei keine Seltenheit.

„Wir suchen weitere Brunnenpaten für die 304 Brunnen in der Fächerstadt“, lässt Charlotte Reißle wissen. Wie ist der Zustand von anderen Brunnen? Ein Rundweg ist schnell geplant und mit dem Fahrrad kein Problem.

Im Nymphengarten steht die von Heinrich Weltring 1889 geschaffene Nymphengruppe auf dem Trockenen, gepflegt und sauber, aber ohne Wasser. Zwei junge Frauen haben den Platz für sich entdeckt.

Großherzog Ludwig auf dem Marktplatz und Großherzog Karl-Friedrich auf dem Schlossplatz blicken hoheitsvoll. Ihre Brünnlein fließen und sind blitzsauber. Dagegen steht es um die über 100-jährige Stephanie im Stephanienbrunnen nicht zum Besten.

Ihre Krüge sind leer, nichts fließt und ihre Brunnenschale muss für Zigarettenkippen herhalten. Auch Hygieia, die griechische Göttin der Gesundheit, muss vor dem Vierordtbad auf Wasser zu ihren Füßen verzichten.

Dagegen hat der doppelgesichtige Indianer auf dem Werderplatz genügend Nass um sich herum, allerdings, besonders sauber ist es nicht.

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