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Umzug in Karlsruhe-Durlach

Narren feiern beim Fastnachtsumzug durch die Durlacher Altstadt

Fröhlich, farbenfroh, musikalisch und familienfreundlich hat sich der Durlacher Fastnachtsumzug 2020 präsentiert. An einem beinahe stürmischen Sonntagnachmittag entfaltete sich vor rund 60.000 Zuschauern in der historischen Altstadt und im angrenzenden Aue ein abwechslungsreiches Spektakel.

Blick zurück: So unbeschwert wie im Februar beim Fastnachtsumzug durch die Durlacher Altstadt können Karlsruhes Narren in der kommenden Kampagne nicht feiern. Foto: Jörg Donecker

Fröhlich, farbenfroh, musikalisch und familienfreundlich hat sich der Fastnachtsumzug 2020 in Karlsruhe-Durlach präsentiert. An einem beinahe stürmischen Sonntagnachmittag entfaltete sich vor rund 60.000 Zuschauern in der historischen Altstadt und im angrenzenden Aue ein abwechslungsreiches Spektakel.

Die Aktiven bestücken mehr als 50 Zugnummern. Sie bieten Elemente der alemannischen Fastnacht oder des rheinischen Karnevals: urige Masken, unbändige Hexen und schwungvolle Guggenmusik hier, Motivwagen, Musikkapellen, ausgelassene Gardemädchen und fantastische Einzelfiguren da. Natürlich regnet es auch Bonbons und Konfetti.

Fastnachtsumzug bietet eine attraktive Mischung

Es macht den überregional beliebten Narrenumzug attraktiv, dass ihn das Organisationskomitee Durlacher Fastnacht (OKDF) diesmal etwas kürzer hält als in anderen Jahren. So sind die Akteure altbekannte Größen der Karlsruher Fastnacht oder gleichfalls sehenswerte jüngere örtliche Fußgruppen.

An den venezianischen Karneval erinnern die Kostüme der Gruppe "Hardt-Fantastico" aus Eggenstein. Foto: jodo

Auswärtige Gäste ergänzen das Spektrum effektvoll. Die Gruppe „Hardt-Fantastico“ aus Eggenstein ist dafür ein positives Beispiel. Immer wieder lassen sich Zuschauer an der Strecke fotografieren mit den strahlend weiß kostümierten Frauen und Männern, die ein Hauch von venezianischem Karneval umgibt.

Die Gruppe läuft erstmals im Aufmarsch der Durlacher Narren mit, weil der heimische Fastnachtsumzug in dieser Kampagne ausfällt.

Die Abfallflut nimmt der Motivwagen der KaGe Blau-Weiss Durlach aufs Korn. Die Menschen, so die Bildbotschaft, setzen den Erdball in Flammen. Foto: jodo

Schmunzeln, aber auch nachdenken lassen die drei liebevoll ausgearbeiteten Motivwagen, die KaGe BlauWeiss Durlach, KG Humoristika und die Freiwillige Feuerwehr Knielingen durch die enge Durlacher Altstadt manövrieren. Rouven Bitsch hat für die Blau-Weissen eine Erdkugel in Flammen gesetzt und einen Abfall-Tornado gebildet. „Was muss denn noch alles passieren, bis es die Leut endlich kapieren?“, fragt die Aufschrift.

Motivwagen nimmt die Bon-Pflicht aufs Korn

Die Knielinger Brandbekämpfer präsentieren den deutschen Michel hinter einer riesigen Kasse, die endlos Zettel ausspuckt. „x-km Papier im Jahr – Mutter Erde hurra“, heißt es dazu. Thema ist natürlich die Bon-Pflicht. Die Humoristika kommt fast ohne Worte aus. Sie fährt unter dem Titel „Stadthalle 2050“ die markante Fassade mit Kran und Baustelleneinrichtung auf.

Guggenmusiker und Kapellen bringen beste Stimmung

Ganz verschwunden sind die oberflächlich dekorierten Großfahrzeuge, die früher mit kaum verhüllter Werbeabsicht und wummernder Konservenmusik nicht nur den Musizierenden die Freude am Umzug schmälerten. Jetzt ist das glatte Gegenteil zu genießen: Großartige sieben Guggenmusik-Kapellen trommeln und spielen, was das Zeug hält und das Herz begehrt. Zudem sind weitere vier Musikkapellen auf der Umzugsstrecke zu hören und zu sehen, in schillernden Kostümen, mit blitzenden Instrumenten, schnellen Rhythmen und erkennbarer Spielfreude.

Buntes Treiben - Bunte Stadt
Banner am Balkon des Durlacher Rathauses - ein Zeichen gegen den Anschlag von Hanau

Im Zentrum des närrischen Geschehens am Marktplatz hängt unter der Figur des „Karle mit der Tasch“ auf dem Rathausbalkon das Motto „Buntes Treiben – Bunte Stadt“. Mit dem Banner der Kunstpädagogin Anuschka Rausch setzt Durlach ein Zeichen gegen den Anschlag von Hanau . Gut angenommen ist auch der umgrenzte Bereich für Kinder und Familien mit Zugangskontrolle am Gewölbekeller des Rathauses. Dort gehen viele Süßigkeiten direkt von großen Gebern in kleine Hände.

Einsatzkräfte haben nicht mehr Vorfälle als üblich

Mehr als zehn Platzverweise, außerdem einzelne Körperverletzungen, Beleidigungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz meldet die Polizei bis zum späten Nachmittag. Von einem "sehr ruhigen Verlauf", ähnlich dem Vorjahr,  spricht zu dem Zeitpunkt die Einsatzleiterin der Arbeitsgemeinschaft Sanitätsdienste Karlsruhe, Melanie Erndwein.

15 Patienten seien zu behandeln gewesen, hauptsächlich wegen Schnittverletzungen. Stark alkoholisierte Jugendliche waren ihr zufolge diesmal nicht das Kernproblem. Die Einsatzleiterin führt das auf eine starke Präsenz von Jugendschutzteams zurück. Die Arbeitsgemeinschaft Sanitätsdienste war mit 95 ehrenamtlichen Kräften im Einsatz.

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