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Architektenwettbewerb nach der Sommerpause?

Neubau des Landratsamts Karlsruhe soll Visitenkarte sein

Der Neubau des Landratsamts Karlsruhe soll eine Visitenkarte sein. Deswegen könnte es bald einen Architektenwettbewerb geben. Voraussetzung dafür ist eine Entscheidung aus Stuttgart.

Der abschließende Bericht der Denkmalbehörden für das Landratsamt liegt inzwischen dem Wirtschaftsministerium vor. Foto: Rake Hora

Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe hat in seiner jüngsten Sitzung, die am Donnerstag im Hallen-Sportzentrum in Bretten stattfand, das Ergebnis des städtebaulichen Werkstattverfahrens zur Neugestaltung des Landratsamtes und des Ettlinger Tors in Karlsruhe begrüßt. Mit Spannung wartet man nun den Bericht der Denkmalbehörden ab, der aktuell dem Wirtschaftsministerium vorliegt.

Vier renommierte Architekturbüros haben seit Jahresbeginn in vier Werkstatt-Terminen unter Beteiligung der Öffentlichkeit ihre Vorstellungen einer städtebaulichen Gestaltung des Areals um das Ettlinger Tor entwickelt. Anfang Juli war die Abschlussveranstaltung. Das Begleitgremium war sich einig, dass die Ideen der Büros Max Dudler (Berlin) und MVRDV (Rotterdam) für die weitere Stadtentwicklung entscheidend sind.

Für den Landkreis bedeutet dies, dass die Gestaltung des Landratsamt-Areals auf eigenem Grundstück und unabhängig von der Entwicklung des Kreuzungspunktes Kriegsstraße/Ettlinger Straße sowie des Postgiroamt-Areals vorangetrieben werden kann. Landrat Christoph Schnaudigel betonte, dass insbesondere die Frage, ob das Ettlinger Tor durch ein „Ufo“ (MVRDV) oder durch zwei Torhäuser (Dudler) gestaltet wird, die Weiterentwicklung des landkreiseigenen Grundstücks nicht beeinträchtige.

Wert lege der Landkreis darauf, dass das Dienstgebäude des Landratsamtes als „Solitär“ entwickelt werden. Das eigenständige Gebäude auf eigenem Grundstück solle zeitnah realisiert werden und eine Visitenkarte des Landkreises sein.

Voraussetzung für einen Neubau ist allerdings, dass dem Antrag des Landkreises zum Abbruch des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles stattgegeben wird. Über den aktuellen Stand diesbezüglich informierte Schnaudigel ebenfalls. Weitere Gutachten mussten vorgelegt werden. „Die Denkmalbehörden haben festgestellt, dass diese plausibel und ausreichend für eine endgültige Bewertung sind“, zeigte sich der Landrat zuversichtlich.

Architektenwettbewerb soll nach der Sommerpause geplant werden

Ein abschließender Bericht liege derzeit dem Wirtschaftsministerium vor. Dieses habe zugesichert, dem Petitionsausschuss des Landtags, der noch über eine Petition zum Erhalt des Landratsamt-Ensembles entscheiden muss, zeitnah einen Bericht vorzulegen. Sollte die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt werden, hat der Kreistag entschieden, dass nach der Sommerpause ein entsprechender Architektenwettbewerb vorbereitet werde.

Dieser solle in Form eines „nichtoffenen Realisierungswettbewerbs mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren“ erfolgen. Zugelassen werden sollen 35 Architekturbüros, von denen der Landkreis Karlsruhe zehn selbst auswählen kann. Ein 27-köpfiges Preisgericht, das sich aus Fach- und Sachpreisrichtern zusammensetzt, soll die fachliche Auswahl sicherstellen.

„Ein eigenes Gebäude auf eigenem Grundstück, jetzt müssen wir nur noch auf einen Neubau hoffen“, sagte Bernhard Bistritz (CDU/Junge Liste). Er empfahl für den Architektenwettbewerb die Maßstäblichkeit der Stadt Karlsruhe und das Gesicht des Landkreises zum Ziel zu nehmen.

Wir haben Zeit verloren und müssen wachsam sein, was die Stadt macht.
Johannes Arnold, Oberbürgermeister von Ettlingen (Freie Wähler)

Die Verwaltung konfrontierte er mit der Frage, was passiere, wenn der Denkmalschutz sich gegen einen Abriss entscheide. „Das werden wir gerichtlich prüfen lassen“, stellte Schnaudigel klar. Wirtschaftlicher wäre in diesem Fall ein Neubau auf einem anderen Grundstück.

„Wir haben Zeit verloren und müssen wachsam sein, was die Stadt macht“, mahnte Johannes Arnold, Oberbürgermeister von Ettlingen (Freie Wähler). Der Landkreis wäre heute nicht so weit fortgeschritten mit der Planung, wenn er nur auf die Stadt Karlsruhe vertraut hätte. „Landtag und Kreistag waren kein Bremsklotz für das Areal um das Ettlinger Tor,“, sagte Arnold, „wir waren vielmehr der Turbo.“

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