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Nächste Bürgeranhörung im Mai

Neubaugebiet in Karlsruhe: Kröte macht Probleme und Bürger wollen mehr Transparenz

Mit der Ausweisung des Neubaugebiets Obererer Säuterich in Durlach-Aue soll der Wohnungsmarkt in Karlsruhe entlastet werden. Seit Beginn der Planungen wurde das Neubaugebiet von vielen Bürgern kritisch begleitet. Nun ist das Verfahren ins Stocken geraten.

Rahmenplan für das Neubaugebiet Oberer Säuterich Foto: Stadt Karlsruhe

Über den Sachstand zur Ausweisung des Neubaugebiets Oberer Säuterich wird die Bevölkerung wohl erst wieder im Mai informiert. Dann soll mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit der nächste Schritt bei der Erstellung des Bebauungsplans gemacht werden. Bereits an diesem Mittwoch ist das Neubaugebiet Thema im Durlacher Ortschaftsrat.

Der Grund: Die Grünen-Fraktion hat angefragt, ob im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ein komplettes Artenschutzgutachten erstellt werde und falls ja, wann dieses fertig sei.

Noch fehlen Ausgleichsflächen für Wechselkröten

Laut der Stellungnahme des Umweltamts wird – wie in anderen Verfahren auch – eine vollständige artenschutzrechtliche Prüfung erfolgen. Das sei vor allem wegen der zahlreichen bedrohten Tierarten wie der Wechselkröte notwendig. Ein erstes Gutachten liegt laut Umweltamt bereits vor, allerdings wird die komplette Kartierung des Geländes frühestens im Sommer zu Ende sein. Bislang fehlt es offenbar auch an einer Ausgleichsfläche für die Umsiedlung der Kröten.

Noch sind nicht alle Gutachten fertig

„Auch einige andere Gutachten sind noch nicht ganz fertig. Deshalb wollen wir mit der Öffentlichkeitsbeteiligung noch etwas warten“, sagt Sigrun Hüger vom Stadtplanungsamt auf Nachfrage dieser Zeitung.

Das Stadtplanungsamt strebt im Säuterich die Errichtung eines klimaneutrales Wohnquartiers mit etwa 390 Wohneinheiten für über 800 Personen sowie einer Kindertagesstätte an. Dafür werden zwischen der Verlängerung der Südtangente und dem südlichen Teil von Aue zahlreiche mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut.

Rahmenplan für das Neubaugebiet Oberer Säuterich Foto: Stadt Karlsruhe

Eigentlich sollte die Öffentlichkeit bereits im Januar über die nächsten Schritte informiert werden. Rechtlich wäre das aus Hügers Sicht auch problemlos möglich gewesen.

„Aber die Leute in Aue sind durch das Bürgerbeteiligungsverfahren bei der Erstellung des Rahmenplans bereits sehr gut informiert. Deshalb wollten wir bei der nächsten öffentlichen Veranstaltung nicht nur altbekannte Daten und Fakten, sondern auch etwas Neues präsentieren“, so Hüger.

Auslegungsbeschluss für dieses Jahr geplant

Hinter den Kulissen wird deshalb mit Hochdruck an der Fertigstellung des Bebauungsplanentwurfs gearbeitet. Das grobe Konzept steht schon längst fest und die letzten strittigen Punkte sollen nach der Auswertung der Gutachten festgezurrt werden.

Noch in diesem Jahr soll der Gemeinderat den Beschluss für die öffentliche Auslegung eines konkretisierten Bebauungsplans fassen.

Anwohner wollen Vollknoten an Südtangente

„Wir wollen mehr Transparenz als bisher“, richtet Anwohner Axel Plitt klare Worte in Richtung Verwaltung. Gemeinsam mit Ehrhard Pfeiffer hat Plitt das gesamte Verfahren begleitet und Bürgertreffs organisiert. Bei den bisherigen Informationsveranstaltungen der Stadtverwaltungen hätten sich die Bürger dagegen nicht wie erhofft einbringen können, kritisiert Plitt.

Außerdem seien noch nicht alle Fragen zufriedenstellend beantwortet worden. Noch lange nicht vom Tisch ist für Plitt unter anderem die Anbindung des Neubaugebiets über einen Vollknoten an der verlängerten Südtangente. Laut der bisherigen Auskunft von Verkehrsplaner Stefan Schwartz wird es bei der Einfahrt ins Wohngebiet wegen mehrere Alternativen keine Engpässe geben und deshalb sei eine Ausfahrt auf die Südtangente Richtung Innenstadt vollkommen ausreichend.

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