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Eröffnung von „the space“

Neuer Raum für Karlsruher Tanzszene im ehemaligen Selfie-Museum eröffnet

Eineinhalb Jahre lang haben die Tänzer nach Räumen gesucht. Nun hat die Gruppe um Sarah Kiesecker und Dominik Hoess vorübergehend das ehemalige Selfie-Museum in Karlsruhe bezogen.

Freude über den neuen Raum: Yoreme Waltz vom Vorstand des Dachverbandes TanzSzene Baden-Württemberg mit Dominik Hoess und Sarah Kiesecker in „the space“ (von links). Foto: Bernd Hentschel

Ein großer, hoher Raum, hell und lichtdurchflutet, mit drei Fenstern Richtung Süden hoch oben kurz vor der Decke und einer großen Fensterfront Richtung Straße hin.

Die ist aber weit weg, das Gebäude steht am Ende eines großen Hinterhofs, sodass es auch bei geöffneten Türen und Fenstern ruhig ist. Eine Spiegelwand und ein heller Schwingboden, der richtig dazu einlädt, sich darauf zu bewegen, zu tanzen, ihn mit seinem Körper zu erkunden, ihn sich zu erobern.

„Große Räume – das ist eine Seltenheit“, sagt Dominik Hoess. Seit eineinhalb Jahren haben er und seine Partnerin Sarah Kiesecker einen Raum für ihre Tanzcompany gesucht: 14 Frauen und zwei Männer brauchen zum Proben, zum Entwickeln und Einstudieren neuer Choreografien einfach viel Platz.

Übergangsweise wurde auch im Tollhaus geprobt

Jetzt haben sie ihn gefunden, in den Räumen des ehemaligen „Selfie-Museums“ in der Neureuter Straße 5-7 in Mühlburg. Dort sind sie Untermieter für etwa die Hälfte der riesigen Halle, ein Teil des alten Inventars steht auch noch herum.

Der Titel „the space“ steht bescheiden an der Stirnwand und hoffentlich bald auch groß an der Außenseite – bislang ist der Raum nicht leicht zu finden.

Zuvor hatten sich Kiesecker und Hoess in Tanzstudios eingemietet, haben in Kampfkunstschulen nachgefragt, und während der Covid-Zeit haben sie, als keine Veranstaltungen stattfanden, von Tollhaus-Chef Bernd Belschner die Gelegenheit bekommen, in den ungenutzten Tollhaus-Räumen zu proben.

Allerdings nur bis Ende Dezember, dann läuft der Mietvertrag aus.
Sarah Kiesecker, Tänzerin

Dort wurde ihr Stück „no pink elephants“ entwickelt, das im September 2021 uraufgeführt wurde und am 12. Mai seine Wiederaufnahme erlebt.

Dass sie jetzt einen eigenen Raum haben, haben sie auch der Förderung des Fonds Darstellende Künste zu verdanken. „Allerdings nur bis Ende Dezember, dann läuft der Mietvertrag aus“, sagt Sarah Kiesecker, „was dann wird, steht in den Sternen“.

Bis dahin haben die beiden jungen Vertreter der regionalen Tanz- und Choreografenszene allerdings noch mehr vor: „the space“ soll ein Ort der Begegnung werden: „Wir möchten, dass in der Karlsruher Tanzszene etwas passiert“, sagt Kiesecker.

„Neben dem Ballett des Staatstheaters ist hier auch Platz für eine zeitgenössische Company.“ Für sie ist der Austausch wichtig, deshalb sind ihre Räume auch offen für andere.

Ort soll zu Begegnung und Austausch in Karlsruhe einladen

„Kreativität entsteht aus Begegnung“, ergänzt Yoreme Waltz vom Vorstand der TanzSzene Baden-Württemberg, einem Dachverband der freien Tänzer im Südwesten: „Auch andere Genres sind hier willkommen, andere darstellende Künste.“ Tatsächlich gibt es jetzt schon Interesse von anderen Companies aus ganz Baden-Württemberg, sich miteinander zu vernetzen, sich zu treffen und sich auszutauschen.

So werde auch das neugegründete Physical Theatre aus Karlsruhe die Räume nutzen. Waltz unterstützt ihre Ansätze: „Mit ‚the space‘ wollen wir die örtliche und überregionale Kulturpolitik für die freie Szene sensibilisieren und diese Szene nachhaltig verankern.“

Service

Der Tanzraum „the space“ befindet sich in der Neureuter Straße 5-7. Die nächsten Aufführungen des Stücks „no pink elephants“ von Kiesecker/Hoess gibt es am Donnerstag, 12. Mai, und Freitag, 13. Mai, jeweils ab 20 Uhr im Tollhaus.

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