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Seit 30 Jahren beim Heimspiel

Oliver Riffel zapft Bier beim KSC: Der große Fan ist immer in Hörweite

Seit 30 Jahren ist Oliver Riffel bei fast jedem KSC-Heimspiel im Wildpark dabei – wo er doch nur ab und zu einen Blick auf das Spielfeld wirft. Der KSC-Fan ist Teamleiter am Versorgungsstand HT3. Auf Höhe des Eingangs F7 auf der Haupttribüne zapft er Bier bevor, während und nachdem seine Elf kickt.

Oliver Riffel ist KSC-Fan. Seit 30 Jahren arbeitet er am Versorgungsstand im Wildpark. Insofern sieht er Tore nicht, hört aber den Jubel der Besucher im Stadion. Foto: jodo

Seit 30 Jahren ist Oliver Riffel bei fast jedem Heimspiel im Wildpark dabei – wo er doch nur ab und zu einen Blick auf das Spielfeld wirft. Der KSC-Fan ist Teamleiter am Versorgungsstand HT3. Auf Höhe des Eingangs F7 auf der Haupttribüne zapft er Bier bevor, während und nachdem seine Elf kickt.

So ist es, als am Samstag Marvin Pourié das 1:0 und später das 2:0 schießt und auch als kurz vor Schluss noch der 2:1 Anschlusstreffer fällt. Jede Minute fiebert der 48-Jährige mit. Er hört, wenn die Fans im Stadion jubeln. Und auch, wenn sie mal wieder leiden. Er ist ganz sicher: „Diese Saison steigen wir auf!“
Liga eins, zwei und drei: Alles hat Oliver Riffel schon erlebt. Auch so manchen Catererwechsel. Nun arbeitet er für Food affairs. Das Unternehmen versorgt nicht nur in Karlsruhe, sondern beispielsweise auch in Hoffenheim die Fußballfans. Würste und Steaks brutzeln auf dem Grill.

450 Liter Bier an einem Stand

„Wir brauchen Nachschub“, informiert ein Mitarbeiter den Teamleiter. Oliver Riffel ruft den Logistiker. Getränkevorräte sind in Kühlboxen in der Nähe des Stands gebunkert. Der ist wegen seiner Lage besonders stark frequentiert. 1000 Essen gehen da schon mal über den Tresen, 450 Liter Bier und 300 Liter alkoholfreie Getränke – allein an HT3. Zwölf Mitarbeiter sind dort im Einsatz, darunter Oliver Riffels Frau Ramona und sein 16 Jahre alter Sohn Marco. Den hält es nach dem 1:0 nicht hinterm Stand. Dort füllt er gerade Fanta und Cola in Becher, als der Treffer fällt. Der Junge eilt zum Eingang. Jubelt. Die ganze Familie ist KSC-begeistert. Mutter Ramona wischt den Tresen ab. Selbst während der Ball rollt, kommen immer wieder Fans und Sicherheitskräfte, die etwas zu essen oder zu trinken wollen. Aber klar: In der halben Stunde vor Anpfiff und in der Halbzeitpause ist die Schlange besonders lang.

Nervennahrung und Glücksbringer

„Ich habe gar keinen Hunger. Ich bin viel zu aufgeregt. Aber die Stadionwurst gehört dazu. Das ist Nervennahrung und vielleicht ein Glücksbringer“, sagt Felix, der eine Feuerwurst bestellt. Sein Nachbar grinst. „Ich hab einfach nur Hunger.“ So geht es auch Joachim Seiler. Der Mediziner, der am Klinikum Langensteinbach beschäftigt ist, stärkt sich mit einem Steak. Seit 30 Jahren schiebt er Dienst als Notarzt im Wildpark. „Ich verbinde meinen Beruf mit meinem Hobby“, erklärt er. Auch Oliver Riffel geht unter der Woche einer anderen Tätigkeit nach. Er ist Forstwirt im Landratsamt. Der Dienst am Versorgungsstand alle zwei Wochen gehört für den Mann aus Büchenau dennoch dazu. Ein Heimspiel einfach mal so im Stadion zu verfolgen, das käme ihm fast schon komisch vor. Dabei macht er das ab und zu auswärts. In Kaiserslautern war er zum Beispiel schon. Und ja, er hat dort eine Stadionwurst gegessen.

Alte Bekannte und neue Gesichter

Daheim im Wildpark zapft Oliver Riffel Bier. Becher um Becher. Er hievt Fässer über den Tresen. Und er schaut, dass alles läuft am Stand. Um 11 Uhr kommt er an diesem Samstag ins Stadion. Zwei Stunden vor Spielbeginn geht der Betrieb dann ab 12 Uhr los. „Es macht Spaß, die Atmosphäre, die Fans, die ich zum Teil ewig kenne“, schwärmt er. Seine Frau nickt. Gerade ordert eine Frau drei Becher Bier. „Ich weiß, dass einer davon ohne Schaum sein soll“, sagt Ramona Riffel lachend. Auch dass der ältere Herr ein Radler sauer will, muss er nicht mehr erwähnen. Andere sind dem erfahrenen Team unbekannt. „Wir spüren den Umbau im Stadion. Das verändert die Ströme der Fans“, sagt Oliver Riffel. Auch wenn es voller ist im Stadion wie jetzt zum Endspurt, ist eben mehr zu tun. Das letzte Heimspiel ist ausverkauft. Oliver Riffel und sein Team werden in zwei Wochen also fleißig Würste braten und Bier zapfen. Und dann jubeln, wenn sie die Torschreie hören.
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