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Viele Organisationen beteiligt

Liegestuhlhopping beim Parking Day in Karlsruhe

Die Idee für einen „Parking Day“ entstand vor 13 Jahren in San Francisco und von dort aus schwappte die Welle der alternativen Parkplatz-Nutzung über die ganze Welt. Am 20. September fand der fünfte Parking Day in Karlsruhe parallel zu zum Welterkindertag und dem Weltklimastreik von "Fridays for Future" statt.

Wer bekommt beim Anblick der südlichen Waldstraße nicht Lust auf Liegestuhlhopping? Foto: Starck

Die Idee für einen „Parking Day“ entstand vor 13 Jahren in San Francisco und von dort aus schwappte die Welle der alternativen Parkplatz-Nutzung über die ganze Welt. Am 20. September fand der fünfte Parking Day in Karlsruhe parallel zu zum Welterkindertag und dem Weltklimastreik von "Fridays for Future" statt .

Von unserem Mitarbeiter Ekart Kinkel

Vor fünf Jahren initiierten die Vereinsmitglieder von „die Anstoß“ dann den ersten Aktionstag auf dem Lidellplatz und seither hat sich die Anzahl der kreativen Parkraumbesetzer kontinuierlich gesteigert. „Das ist gut, denn so bekommen wir noch mehr Aufmerksamkeit“, freute sich Silke Roth von „die Anstoß“. Nur mit einer geballten Präsenz könnte die Diskussion über die künftige Nutzung des öffentlichen Raums weiter vorangetrieben werden, ist Silke Roth überzeugt.

Eine Karte als Geschenk für ganz bestimmt Autofahrer: "Scheisse geparkt" Foto: Starck

Veranstaltung hat eine eigene Radiosendung

Das Logo ziert die Gehwege der nördlichen Karlstraße. Das waren wohl die Utensilien dafür. Foto: Starck

Ein Tisch, ein Mischpult, ein Mikrofon und fertig ist das Radiostudio. Innerhalb von nur wenigen Minuten hat Martin Guss vom freien Radiosender Querfunk das technische Equipment für eine Live-Sendung von den Redaktionsräumen im Gewerbehof auf einen Parkplatz auf dem Lidellplatz gebracht. Punkt 16 Uhr beginnt die Sondersendung zum „Parking Day“ mit dem Song „Tasteless“ der britischen Punkband Shame.

Wir haben die vergangenen Jahre beobachtet, mit welch kreativen Ideen an diesem Aktionstag Parkplätze für kulturelle Events genutzt wurden. Da wollten wir unbedingt einmal mitmachen
Martin Guss

Mit der Live-Sendung wolle man gleichzeitig ein Zeichen für die Umwidmung von Parkbuchten in öffentlich zugängliche Freiflächen setzen. „Am Lidellplatz gibt es so viele tolle Cafés und Initiativen. Die Autos stören hier nur“, so Guss.

Die Querfunker waren am Freitag in der Fächerstadt nicht die einzigen Teilnehmer des internationalen Aktionstags zur Re-Urbanisierung der Innenstädte. An zahlreichen dezentralen Standorten machten Parteien, Organisationen und Privatleute mit kreativen Aktionen auf die mögliche Umnutzung von Parkraum aufmerksam. Palmen und Ruheflächen luden zum Liegestuhlhopping ein. Zentrum des organisierten Protestes gegen zu viele öffentliche Parkplätze war dabei auch in diesem Jahr wieder die nördliche Karlstraße zwischen Akademie- und Stephanienstraße.

Das Logo ziert die Gehwege der nördlichen Karlstraße. Foto: Starck

Gemütliches Beisammensein auf umgestalteten Parkplätzen

Gleich mehrere Gruppen machten es sich dort auf mitgebrachten Stühlen und Sofas auf den Parkbuchten bequem und vertrieben sich die Zeit mit Kaffeetrinken, Tischfußball und Tischtennis. Paul „Scruffy“ Burke hatte die Gunst der Stunde wie bereits im Vorjahr genutzt und kurzerhand Bierbänke zur Außenbewirtschaftung auf die Parkbucht vor seinem Irish Pub gestellt.

Umgestaltung der Parkflächen erhöht Lebensqualität

Parkplatz oder Zuhause? So gemütlich kann es sein. Foto: Starck

„Es ist schön zu sehen, dass sich jeden Jahr mehr Leute an diesem Aktionstag beteiligen“, freute sich Christian Büttner, Geschäftsführer des Karlsruher Kreisverbands des ADFC über die positive Resonanz auf den Aktionstag. Dadurch könnten die Teilnehmer auch ein politisches Zeichen setzen und die Stadtverwaltung zum Nachdenken über die künftige Nutzung des öffentlichen Raums anregen.

Dabei geht es uns noch nicht einmal um die Fahrzeuge. Sondern eher um die ,Stehzeuge’
Christian Büttner, Geschäftsführer des Karlsruher Kreisverbands des ADFC

Denn die meisten in der Innenstadt abgestellten Autos würden rund 23 Stunden am Tag nicht bewegt. „Wenn der Parkraum in den Ballungsräumen sukzessive zurückgebaut und anderweitig genutzt wird, denken die Leute viel eher über alternative Mobilitätsformen wie Carsharing oder den öffentlichen Nahverkehr nach“, ist Büttner überzeugt.

Beim ADFC-Stand wird der richtige Abstand zwischen Autos und Fahrrädern zum Thema. Diese Pkws müssen eine Poolnudel breit Abstand halten. Foto: Starck

Außerdem sorge eine Umwidmung von Parkflächen in öffentlichen Anlagen mit hoher Aufenthaltsqualität für eine Verbesserung des Lebensklimas in den Innenstädten.

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