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Bauarbeiten an Übergang

Fußgänger bringen sich an Bahngleisen in Söllingen regelmäßig in Lebensgefahr

Der Bahnübergang in Pfinztal-Söllingen ist dicht, aber die Gleise werden dennoch von manchen Passanten ebenerdig überquert, statt die Brücke zu nutzen. Das ist nicht nur verboten, sondern auch ziemlich riskant.

Bahnübergang Söllingen Zug Gleise Brücke Pfinztal
In Söllingen laufen manche Fußgänger wegen der Bauarbeiten ebenerdig über die Gleise. Foto: Klaus Müller

Der Bahnübergang in Pfinztal-Söllingen ist schon lange nicht mehr passierbar. Offiziell zumindest. Das ignorieren offenbar einige Menschen. Absperrungen, Zäune und unübersehbare Warnhinweise sollen Passanten am verbotenen Betreten der Gleise oder gar dem Überqueren hindern.

Anwohnerin Monika K. berichtet im Gespräch mit unserer Redaktion, dass Passanten die Behelfsbrücke nicht nutzen und über die Gleise laufen, Jung und Alt. An den gegenwärtigen Sicherungsmaßnahmen werde sich jedoch nichts ändern, sagen die Projektbeteiligten

„Es gibt da eine Lücke am Kartenautomat. Die laufen manche einfach über die Gleise auf die andere Seite, durch den Bauzaun“, sagt sie. So habe sie tagsüber einen älteren Herren gesehen, der das Verbot ignorierte, genauso wie abends Jugendliche, die hörbar gut gelaunt aus der Bahn gestiegen seien und dann direkt auf die andere Seite gelaufen seien, ohne den Umweg über die Brücke zu nehmen.

Übertritt über die Bahn-Gleise in Söllingen: gefährlich und verboten

Die Anwohnerin macht sich Sorgen. „Das sehen tagsüber ja auch Kinder.“ Sie ist in Sorge, die Kleinen könnten das gefährliche Fehlverhalten anderer nachmachen.

Im Gespräch bestätigt die Besitzerin des Kiosks gegenüber der Gleise die Beschreibungen der Anwohnerin. Regelmäßig würde das Verbot ignoriert werden, obwohl gerade Intercitys binnen eines Augenblicks um die Kurve gerauscht kommen.

Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Deutsche Bahn und die Gemeinde sehen jedoch keine Möglichkeiten, die Stelle weiter abzusichern.

Unternehmen und die Gemeinde haben dabei ganz unterschiedliche Verantwortlichkeiten: Die AVG ist für den Bereich der Haltestelle und den Bahnsteig zuständig, die Bahn für die Strecke davor und dahinter. Die Gemeinde ist zuständig für den Teil, der einst tatsächlich der Übergang war.

Alle drei Projektpartner hätten sich über die Problematik bereits ausgetauscht, heißt es in gleichlautenden Antworten der Unternehmen und der Gemeinde. Demnach seien weitere Sicherungsmaßnahmen technisch nicht möglich.

Entsprechende Sicherungen dürften nicht in das Lichtraumprofil der Gleise hineinragen, lautet das Argument von AVG, Bahn und Gemeinde. Weiter weisen Bahn und AVG noch daraufhin: „Das Betreten einer Gleisanlage ist ein gefährlicher Eingriff in den Eisenbahnbetrieb.“ Wer erwischt wird, muss mit einer Strafe rechnen.

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