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Ambulante Dienste suchen Mitarbeiter

Bewerber für Pflege-Berufe können sich im Kreis Karlsruhe die Rosinen rauspicken

Manche Sozialstationen haben kaum Probleme, andere suchen händeringend nach Mitarbeitern. Das ist nichts neues, doch der Mangel wird größer.

Rudolf Pankow in der Aktivierungsgruppe des Pflegeheims Losenberg mit Cecilia Häcker. Foto: Arnd Waidelich

Die meisten Menschen in Deutschland wollen ihr Lebensende zu Hause verbringen. Ambulante Pflegedienste sind dafür oft unabdingbar. Deren Personalsituation ist nicht immer einfach.

Bundesweit sprechen Diakonie, Caritas und AWO von enormen Problemen bei der Besetzung von freiwerdenden Stellen. Auf diesem Gebiet ist ein riesiger Arbeitsmarkt entstanden. Auch in der Region „können sich die Bewerber die Rosinen rauspicken“, stellt der Pflegedienstleiter der AWO Stutensee/Walzbachtal Björn Krieger fest.

Kein Problem in der stationären Pflege

„Bei uns in der Pflege haben wir dieses Problem nicht“, sagt indessen Nicole Krümmer, Geschäftsführerin der kirchlichen Sozialstation Stutensee-Weingarten. Bei ihr sind unter den 74 Mitarbeitern viele langjährige dabei, die rund 450 Patienten betreuen. Das Problem habe sie eher in einem anderen Bereich. Sie suche schon seit einem Jahr nach einer Kauffrau im Gesundheitswesen und finde niemanden. Alle Anläufe dazu seien bisher gescheitert.

Ebenso wenig Probleme meldet Theresa Engel-Wilhelmi für die Sozialstation Walzbachtal, die auch Patienten in Gondelsheim, Neibsheim und Diedelsheim anfährt. Ihre Mannschaft setze sich zu einem großen Teil aus Stammkräften zusammen. Deshalb habe sie bei Neubesetzungen ganz selten Probleme. Dann aber falle das schon schwer.

Auf Ausschreibungen in den BNN, in Stellenportalen oder Hinweise in den sozialen Netzwerken reagierten nur wenige Bewerber. Die 18 Mitarbeiter betreuen rund 170 Patienten. Für den hauswirtschaftlichen Bereich etwa im Bereich der Küche sind weitere 14 Mitarbeiter zuständig und sechs in der Tagespflege.

Tendenz geht zu schwierigerem Personalgewinn

Ganz anders stellt die Situation Franz Schäfer dar. Es sei sehr schwer, so sagt der Vorstandsvorsitzende der Diakoniestation Pfinztal, qualifiziertes Personal zu finden. Das andererseits sei jetzt nicht unbedingt etwas Neues. Diese Situation habe es schon immer gegeben. Im Moment sei aber die Tendenz zu erkennen, dass es eher noch um einiges problematischer werde.

Insgesamt sei seine Organisation mit dem gegenwärtigen Zustand allerdings zufrieden. Eine kleine Krankheitswelle zwinge seinen Geschäftsführer Tobias Stein im Augenblick dazu, auf Leiharbeiter zurückzugreifen. Die Krankheit habe aber nichts mit Corona zu tun. Zwar würden immer wieder mal Mitarbeiter fehlen, weil sie als Kontaktperson in Quarantäne gehen müssten, nicht aber weil sie positiv getestet wären.

Dass die Situation zurzeit eher unkritisch sei, schreibt er einem personalpolitischen Coup aus dem vergangen Jahr zugute. Im letzten Jahr sei es gelungen, fünf sehr qualifizierte Mitarbeiter einstellen zu können. Dies sei gegen den erklärten Willen des Vorstands geschehen. Er habe sich aber zusammen mit Tobias Stein durchgesetzt, meinte der Vorstandsvorsitzende. In dieser Situation habe man einfach zugreifen müssen, wenn es so eine Möglichkeit gibt, „auch wenn das Geld kostet“.

Gutes Arbeitsklima führt zu Bewerbungen

Gute Leute seien das gewesen, worum er heute immer noch froh sei, sagt Schäfer. Positiv bemerkbar mache sich, dass in der Sozialstation ein gutes Arbeitsklima herrsche. „Das spricht sich herum und die Leute bewerben sich bei uns gern auf eine der insgesamt rund 150 Stellen“, sagt er.

Björn Krüger, Pflegedienstleiter der AWO Walzbachtal-Weingarten-Pfinztal, sieht ebenfalls keine Probleme, geeignetes Personal zu finden für seine ständig wachsende Organisation. Sie hat mittlerweile im Jöhlinger Haus der Gesundheit ihre Zentrale für den Einzugsbereich Weingarten/ Walzbachtal /Pfinztal eingerichtet. Es habe weder in die eine noch in die andere Richtung eine Entwicklung gegeben.

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