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Kritik an kurzfristiger Umsetzung

Bundesstraßen B293 und B10 in Pfinztal-Berghausen werden ab Mai saniert

Die B293 und die B10 in Berghausen werden komplett erneuert. Die Arbeiten beginnen, wenn die Arbeiten in der Jöhlinger Straße in Weingarten beendet sind. Weil die Straße in ein paar Jahren schon wieder aufgerissen werden könnte, gab es Kritik an dem kurzfristigen Projekt.

Die unfallträchtige Einmündung der Brückstraße in die B293 soll auch für die Fahrradfahrer umgestaltet werden. Foto: Arnd Waidelich

Der Gemeinderat Pfinztal hat die Chance ergriffen, den Zustand der Berghausener Ortsmitte dramatisch zu verbessern. Die B293 und die B10 sollen eine grundhafte Erneuerung erhalten. Die Arbeiten beginnen schon im Mai. Dem Gemeinderat wurde das Vorhaben von Jürgen Genthner vorgestellt.

Der Referatsleiter Straßenbau im Regierungspräsidium bezeichnete die Sanierung als absolutes Straßenbau-Top-Projekt des gesamten Regierungspräsidiums. Es stünde im Regierungspräsidium auf Platz eins und im Land auf Platz acht aller baden-württembergischen Straßenbauprojekte. Der B293-Zweig schafft es immerhin auf Platz 19 landesweit.

Die Kreuzung von B293 und B10 sei einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Landkreis Karlsruhe.

Das Lebensende der jetzigen Fahrbahn sei erreicht, meinte Genthner. Risse und Verformungen seien unübersehbar. Das Geld für die Sanierung sei da. Inwieweit es auch in fünf Jahren noch zur Verfügung stehen würde, vermochte er nicht zu prognostizieren. Damit begegnete er der von mehreren Gemeinderäten geäußerten Befürchtung, kurz nach der Sanierung der beiden Bundesstraßen müssten sie eventuell erneut aufgerissen werden, zum Austausch der maroden Wasser- und Abwasserleitungen.

Ihr ginge das alles „viel zu husch-husch“, meinte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Monika Lüthje-Lenhart. Mit dem schnellen Vorpreschen nehme man sich die Möglichkeit, die 120 Jahre alten Abwasserkanäle in einem Aufwasch mit den beiden Bundesstraßen zu sanieren. Für die Bürger gebe es ein unmögliches Bild ab, wenn man in drei bis vier Jahren die gerade sanierte Straße erneut aufreißen müsste.

Die Bürger würden uns für bekloppt halten.
Dagmar Elsenbusch-Costerousse, SPD-Fraktionsvorsitzende

Ein Problem, auf das auch Volker Vortisch für die SPD aufmerksam machte. „Die Bürger würden uns für bekloppt halten“, wurde die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Elsenbusch-Costerousse noch deutlicher. Bei rechtzeitiger Planung hätte man über die parallele Einbeziehung der Wasserleitungen durchaus nachdenken können. Die Verwaltung habe es versäumt, darüber frühzeitig zu informieren.

Edelbert Rothweiler (Grüne) freute sich zwar darüber, „dass das endlich angegriffen wird,“ merkte aber kritisch an, dass klimarelevante Aspekte ein Muss und kein „so weit wie möglich“ sein dürften.

Vier Millionen Euro Projekt beginnt am 25. Mai

Der Beginn des vier Millionen teuren Projekts ist für den 25. Mai terminiert. Diesen Termin habe man deshalb gewählt, um sicher zu gehen, dass der Verkehr in der Jöhlinger Straße in Weingarten wieder rolle. Sie sei nämlich vorgesehen als Ausweichstrecke und wichtiger Teil eines Umleitungskonzepts, an dem man derzeit zusammen mit den Fachbehörden gearbeitet werde.

Details der rund sechsmonatigen Bauphase stellte Tim Neumann vom beauftragten Ingenieurbüro vor. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet er Ende November oder Dezember. Halbseitige Sperrungen seien unvermeidbar. Eine einwöchige Vollsperrung der B293 zur Sanierung der Brückstraße habe man in die verkehrsarmen Sommerferien gelegt. Die Lebensdauer der neuen Decke schätzte er auf zehn Jahre.

Im Zuge der Arbeiten wolle man auch etwas für die schwächeren Verkehrsteilnehmer tun. Die Fußgänger würden breitere Gehwege erhalten. Die für Radfahrer sehr kritische, weil unfallträchtige Stelle an der Kreuzung von Brückstraße und B293 wolle man entschärfen.

Hundertprozentig zufrieden waren die Gemeinderäte mit der dafür vorgeschlagenen Lösung nicht. Dessen war sich Jürgen Genthner bewusst. Man müsse eben versuchen aus einer schlechten Situation das bestmögliche zu machen, weil man räumlich sehr eingeengt sei, sagte er

Eine solche Chance solle man nicht verstreichen lassen, appellierte Bürgermeisterin Nicola Bodner (parteilos) erfolgreich an das Gremium. Der Gemeinderat billigte die vorgelegte Planung einstimmig.

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