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Probleme am geschlossenen Bahnübergang

Gegen lebensgefährliches Gleisüberqueren: Anruf-Taxi in Pfinztal-Söllingen nimmt Fahrt auf

Eine lebensgefährliche „Abkürzung“ über den geschlossenen Bahnübergang Söllingen nehmen viele Menschen. Für manche ist auch die Überführung schwer zu begehen. Die Gemeinde hat gegengesteuert.

Gefahrenpunkt: Mit hohen Tempo passieren Züge den geschlossenen Bahnübergang Söllingen. Dennoch überqueren immer wieder Passanten die Schienen. Foto: Klaus Müller

Immer wieder spazieren Leute über die Bahngleise. Sie finden Lücken in der Absperrung und nehmen die lebensgefährliche Abkürzung über die Gleise in Kauf.

Tagtäglich spielt sich das, auch unter den Augen der Anwohner, beim und am Bahnübergang Söllingen ab. Der ist bekanntermaßen geschlossen.

Konnten noch bis vor wenigen Wochen Fußgänger dank einer funktionierenden Schrankenanlage sicheren Fußes über die Gleise gelangen, besteht diese Möglichkeit nicht mehr. Knall auf Fall schloss die Bahn den Übergang.

Wer gut zu Fuß ist, kann die Überführung benutzen

Fußgänger können die Überführung über die Bahngleise nutzen. Vorausgesetzt sie sind gut zu Fuß, haben kein Fahrrad, keinen Kinderwagen dabei oder sind nicht auf Gehhilfen angewiesen.

Die provisorische Brücke ist viel zu hoch dimensioniert. Eine Folge davon: Die gefährliche und verbotene Überquerung der Gleise bevorzugt. Trotz starken Zugverkehrs, trotz hoher Geschwindigkeiten der Züge.

Pfinztaler Gemeinderat ist sauer auf die Bahn

Für all diejenigen, die keine Chance haben, besagte Brücken zu erklimmen, richtete die Gemeinde auf ihre Kosten ein Anruf-Taxi ein. Unterstützt wird das Angebot vom Fahrdienst der Ökumenischen Diakoniestation Pfinztal.

Stinksauer war und ist man im Gemeinderat auf die Bahn, auf deren „eigenmächtiges Handeln“. Gleichzeitig wurde von Seiten der SPD, der Grünen und Die Linke gefordert, das kostenlose Anruf-Taxi müssten unbedingt auch Eltern mit Kindern nutzen können. Dies beschloss der Gemeinderat.

Bislang durchschnittlich zehn Fahrten die Woche

Wie eine BNN-Anfrage ergab, war die Nachfrage nach dem Dienst anfangs eher gering. „In den vergangenen vier Wochen haben wir 35 Fahrgäste befördert“, berichtet Richard Frank von Frank Reisen.

Wir holen die Leute daheim ab und fahren sie wieder zurück.
Richard Frank, Frank Reisen

Sein Betrieb stellt das Anruf-Taxi. Durchschnittlich zehn Fahrten die Woche wurden laut Koordinatorin Inge Föll-Sic in der Diakonie registriert. Insbesondere ältere Menschen nehmen hier wie dort das Angebot wahr. Mütter und Väter mit Kindern gehörten bislang nicht zur Kundschaft.

Der Service, den das Frank-Taxi und der Diakonie-Fahrdienst bieten, ist beachtlich. „Wir holen die Leute daheim ab und fahren sie wieder zurück“, so Frank und Föll-Sic pflichtet ihm bei. Die Zuverlässigkeit der Dienste, die Möglichkeit, sich vorab für Fahrten anzumelden, habe sich herumgesprochen: „Das Angebot nimmt mehr und mehr Fahrt auf“, sagt Frank.

Zwei Fahrzeuge stehen für Erste-Hilfe-Einsätze bereit

Ein weiteres Thema infolge des geschlossenen Bahnübergangs betrifft die ärztliche Notversorgung. Für Ersthilfeeinsätze stehen laut Gemeindeverwaltung nun zwei Fahrzeuge vor Ort zur Verfügung.

Keine Anfahrtsprobleme gebe es für den Rettungswagen, wenn er von Durlach komme, erläutert Günter Maag, Vorsitzender des DRK Söllingen. Die Einsatzfahrt erfolgt über die Nordumgehung. Zu zeitlichen Verzögerungen von ein bis zwei Minuten kann es kommen, wenn die Einsatzfahrzeuge aus Richtung Langensteinbach und Wilferdingen das Söllinger Wohngebiet jenseits der geschlossenen Bahnanlage anfahren.

Solche Verzögerungen gab es aber auch in Zeiten, als der Bahnübergang noch befahren werden konnte – als die Schranken oft minutenlang geschlossen blieben. Bislang seien ihm persönlich keine Einsatzprobleme wegen der Schließung des Bahnübergangs bekannt geworden, sagt DRK-Mann Maag.

Service

Das Anruf-Taxi kann über die Telefonnummer (0157) 34 54 30 43 oder von Montag bis Freitag über die (0 72 40) 94 49 10 (Diakonie) geordert werden.

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