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Registrierung bei der DKMS

Diagnose Blutkrebs: Jan Pelz aus Pfinztal sucht einen Stammzellenspender

Drei Monate erst ist Jan Pelz mit seiner Partnerin Kathrin zusammen, als der 29-Jährige Anfang November die Diagnose Leukämie erhält. Jetzt liegt der Vater einer sechsjährigen Tochter im Krankenhaus in Karlsruhe und hofft, dass bald ein Stammzellenspender gefunden wird.

Jan vor seiner Erkankung: Der durchtrainierte Sportler fährt Motorrad auf Rennstrecken, sogenannte Supermotos, und dreht mit dem Auto auch Runden auf dem Nürburgring. Foto: Uwe Pelz

Die vorläufige Diagnose kam für Jan Pelz aus Pfinztal am 1. November: Leukämie. Eine Knochenmarksprobe im Städtischen Klinikum in Karlsruhe bestätigte noch einmal den Verdacht, dass er an ALL – an akuter lymphatischer Leukämie – leidet.

Nach Angaben des Kompetenznetzes Leukämien gehört ALL mit jährlich 1,1 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner zu den seltenen Krebserkrankungen. „Das war heftig“, sagt Jans Vater Uwe über die Diagnose.

Der 60-Jährige hat seinen 29-jährigen Sohn in die Notaufnahme gebracht. Jan hat im Karlsruher Klinikum bereits eine Bestrahlung hinter sich und unterzieht sich zurzeit einer Chemotherapie. Was er allerdings braucht, um den Blutkrebs zu besiegen: einen Stammzellenspender.

Erst seit drei Monaten in einer neuen Beziehung

Die Pläne des 29-Jährigen waren eigentlich andere: Seit August ist er mit seiner Freundin Kathrin Mössinger zusammen. Er ist Vater einer sechsjährigen Tochter aus einer anderen Beziehung, sie brachte zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren mit. „Es war ein krasser Schock“, sagt die 38-Jährige zur Leukämie-Diagnose ihres Partners. „Wir waren dabei, ein gemeinsames Familienleben aufzubauen, dann kam der Schnitt.“

Wenn man ohne diesen Halt dasteht, dann ist das schon hart.
Kathrin Mössinger, Freundin von Jan

Sie sei in ein Loch gefallen und habe wahnsinnige Angst gehabt. Jan sei eine wichtige Säule in der Familie. „Wenn man ohne diesen Halt dasteht, dann ist das schon hart“, sagt sie. Auch Jans Freunde stünden hinter ihm und wollen helfen, betont Kathrin Mössinger. „Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass alles gut geht.“

Nach der Diagnose Leukämie sei er erst einmal geschockt gewesen, so Jan Pelz in einem Statement, das die BNN per Mail erreicht. „Mir wurde aber schnell klar, dass ich kämpfen und mich nicht aufgeben werden“, so der 29-Jährige in seinem Schreiben.

In den mittlerweile neun Wochen auf der Isolierstation mit Chemotherapie und Bestrahlung habe er über 20 Kilo abgenommen und ihm sei oft schlecht. Im Städtischen Klinikum fühle er sich gut aufgehoben. Mittlerweile hätten seine Werte so verbessert werden können, dass sein Körper bereit für eine Stammzellentransplantation wäre. Er sehne sich danach, endlich wieder seine Tochter in die Arme nehmen zu können.

Diagnose Leukämie: Vater bringt den Sohn in die Notaufnahme

Uwe Pelz beschreibt seinen Sohn als durchtrainierten Sportler, der „ein bisschen Benzin im Blut hat“. Jan Pelz fährt hobbymäßig Motorrad auf Rennstrecken, sogenannte Supermotos, und dreht mit seinem Auto auch Runden auf dem Nürburgring. Als er ihn in die Notaufnahme gebracht hat, seien Jans Blutwerte „grottenschlecht“ gewesen, erzählt er. Er habe sich total schlapp gefühlt und zudem einen hohen Puls gehabt.

Nach Hause sei es für Jan nicht mehr gegangen, um eventuell noch ein paar Sachen zu packen oder seine Tochter in den Arm zu nehmen. Es sei zwar hart gewesen in diesem Moment, aber seine Gesundheit stand im Vordergrund. Ein Onkologe habe Notdienst gehabt und schon eine vorläufige Diagnose gestellt. Sein Sohn habe Wochen zuvor schon bemerkt, dass irgendetwas mit ihm nicht stimme, erzählt Uwe Pelz.

Stammzellenspender gesucht: DKMS ruft zur Registrierung auf

In der Klinik sei dann der Kontakt zur DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) entstanden, die dazu aufruft, sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren zu lassen.

Normalerweise darf der Patient keinen Besuch empfangen. Die Überraschung kam dann für Kathrin Mössinger einen Tag vor Heiligabend. Da sie vollständig geimpft sei und sich zuvor getestet habe, konnte sie Jan am 24. Dezember für eine kleine Weile besuchen, sagt sie – mit Schutzkleidung und Maske. Zuletzt habe sie ihn am 30. Oktober gesehen.

Die Pflegekräfte und die Ärzte seien zwar sehr bemüht, aber den Kontakt zur Familie könne keiner ersetzen, sagt sie. Um diesen Kontakt zu Jan zu halten, gab es neben dem Telefon auch Videoanrufe oder man ist zur Klinik gefahren und hat sich dann am Fenster gesehen. Jan telefoniere relativ viel mit den Kindern, sagt Mössinger. „Wir versuchen, dass sie weiterhin engen Kontakt halten können.“

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