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Elektrokleingeräte sind begehrt

Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe Pfinztal vergrößert Einzugsgebiet

Seit ihrem Umzug nach Kleinsteinbach hat sich auch die Nachfrage erhöht. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis nach Pforzheim. 

Iris Modery (links) und Farzana Akhgar kümmern sich um die Kinderabteilung der Kleiderkammer.
Iris Modery (links) und Farazana Akhgar kümmern sich um die Kinderabteilung der Kleiderkammer. Foto: Susanne Dürr

Viele Wartende stehen geduldig Schlange vor der ehemaligen Ortsverwaltung in Kleinsteinbach in der Burgstraße 6. Dort hat die Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe vor einem halben Jahr ihr neues Domizil bezogen. Auf zwei Etagen können Menschen mit geringem Einkommen Kleidung, Kleinmöbel oder Elektrogeräte zum Nulltarif erwerben.

„Der Bedarf ist nach wie vor hoch und die Spendenbereitschaft groß“, sagt der ehrenamtliche Helfer Martin Eisengardt. Das Team der rund 20 Helfer hat gelernt, mit dem Ansturm zu den Öffnungszeiten umzugehen. Die Bibliothekarin Claudia Krink, Leiterin der Kleiderkammer, hat ein Karteisystem eingeführt, das für eine faire Verteilung der Ware an die Kunden sorgt. „Wer zum ersten Einkauf kommt, erhält ein Kundenkärtchen“, so Renate Knecht.

Mengenabgabe wurde beschränkt

Am Eingang zur Kleiderkammer nimmt Knecht die Kärtchen entgegen, während Eisengardt prüft, wie oft und wie viel der Kunde in letzter Zeit eingekauft hat. Denn die Mengenabgabe wurde beschränkt. Eine halbe Stunde Zeit gibt es zum Füllen der Einkaufskörbchen. „Wir hatten anfänglich Kunden, die säckeweise abtransportiert haben“, so Eisengardt. Doch gebe es auch Menschen, die regelmäßig vorbeischauen, ohne etwas mitzunehmen, etwa ein junger Mann auf der Suche nach einem Anzug.

„Es kommt auch schon mal vor, dass wir jemanden wieder wegschicken, mit dem Hinweis, mal eine Einkaufspause einzulegen“, sagt Knecht. Rund 50 Kunden können während der Öffnungszeiten im Sortiment stöbern. Vorwiegend seien es Flüchtlinge aus Syrien oder der Ukraine, nur wenige Deutsche fänden den Weg hierher. Rangeleien um die Waren gebe es nicht, so Eisengard. „Wir haben hier keine großen Schätze“. Nur um einen Kinderwagen hätte es mal eine kleine Streiterei gegeben.

Begehrt und stark nachgefragt seien Elektrokleingeräte wie Staubsauger oder Kaffeemaschinen, aber auch Töpfe und Pfannen stünden hoch im Kurs. In einem gesonderten Raum gibt es ein großes Sortiment für die Kleinen. Da sind vor allem die Kleidergrößen von 116 bis 146 heiß begehrt, sagt Iris Modery, die zusammen mit Farazana Akhgar die Nachfrage bedient.

Die Ware kann zu den Öffnungszeiten angeliefert werden und wird dann gleich in einem extra Raum sortiert und verteilt. Bereits 2015 gab es eine Kleiderkammer, damals im Pavillon auf dem Schulgelände von Berghausen. Diese wurde, als der Bedarf nach drei Jahren nachließ, geschlossen und dann vor zwei Jahren, bis zum Umzug in die Ortsverwaltung, wiederbelebt, so Dagmar Elsenbusch, die Initiatorin der Flüchtlingshilfe Pfinztal. Seit ihrem Umzug nach Kleinsteinbach hat sich auch die Nachfrage erhöht. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis nach Pforzheim. 

Service

Geöffnet ist mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr. Von 25. März bis 7. April ist die Kleiderkammer wegen Osterferien geschlossen.

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