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„Alternativlose“ Planung

Pfinztal investiert fünf Millionen Euro in einen Schülerhort

Der Gemeinderat bringt den Neubau eines Horts auf den Weg. Über ein damit verbundenes Provisorium ist die TG Söllingen alles andere als begeistert.

Schule
Neubau, der in etwa hier im vorderen Bereich geplant ist, soll eine direkte Anbindung an die Grundschule (im Hintergrund) haben. Foto: Klaus Müller

Dass es keine Alternative zu einem Hort-Provisorium direkt beim hinteren Parkplatz der Söllinger Räuchle-Halle gibt, bezweifelte Joachim Wenz von der TG Söllingen. Seinen Unwillen über eine Entscheidung des Pfinztaler Gemeinderats, besagtes Areal für das Provisorium zu nutzen, brachte er im Gemeinderat zum Ausdruck. An der Entscheidung des Gremiums änderte dies freilich nichts. Das Provisorium wird kommen. Ebenso sehen Verwaltung und Gemeinderat keine Alternative für den Neubau des Horts direkt an der Grundschule Söllingen.

Für die Erweiterung des Horts soll nach einem einstimmig gefassten Gemeinderatsbeschluss eine Architektenleistung ausgeschrieben werden. Zudem folgte der Gemeinderat einem Antrag der SPD, in die Ausschreibung neben dem Passus „konventionelle Bauweise“ auch die Möglichkeit einer nachhaltigen Modulbauweise aufzunehmen. Viel Geld will Pfinztal in den nächsten vier Jahren für den Neubau ausgeben. Aktuell wird von einem Kostenvolumen von rund fünf Millionen Euro ausgegangen. Bis alles spruchreif und bezugsfertig ist, dürften aber noch einige Jahre ins Land ziehen.

Alternativvorschlag wird vom Gemeinderat abgelehnt

Einen Alternativvorschlag für die Erweiterung, angeregt von der Kommunalen Wohnbau, hatte der Gemeinderat mehrheitlich in nicht öffentlicher Sitzung Mitte November abgelehnt. Die Begründung dafür fiel nun in öffentlicher Sitzung recht sparsam aus. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung, so die Verwaltung, sei „die Erforderlichkeit einer weiteren Bürgschaft für die Wohnbau in Höhe des Bauvolumens gewesen“. Das damit verbundene Genehmigungsverfahren hätte viel zu lange gedauert.

Keine Zustimmung gab es überdies für einen weiteren Alternativstandort beim Feuerwehrhaus in Söllingen. Mit der Begründung: „Die räumliche Nähe vom Hort zur Schule ist für einen reibungslosen Ablauf erforderlich.“

Bei der jetzt beschlossenen Vorgehensweise, betonte Thomas Sturm, Leiter des Amts für Bildung, Soziales und Personal, sei das Provisorium unumgänglich. „Sicher, eine Lösung ohne Provisorium wäre natürlich besser. Nur, es funktioniert in diesem Fall halt nicht“, sagte Sturm.

Dass das ganze Prozedere um die Erweiterung des Horts von Anfang an alles andere als gut abgelaufen wäre, konstatierte sinngemäß Dagmar Elsenbusch (SPD). Immerhin begrüßte der Gemeinderat nun einhellig die weitere Vorgehensweise.

Die Erweiterung der Ausschreibung auf die Option „nachhaltige Modulbauweise“ begrüßte Monika Lüthje-Lenhart (Grüne). „Wir sollten wirklich alle Möglichkeiten aufmachen, so dass die Architekten bei ihren Vorschlägen freie Hand haben“, befand Markus Ringwald (CDU).

Einzig die TG Söllingen dürfte über die Entscheidung nicht glücklich sein. Wie der Verein auf den bevorstehenden jahrelangen Verlust des Park- und gleichzeitigen Veranstaltungsplatzes bei der Halle reagiert, bleibt abzuwarten.

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