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Kunden sind nicht einverstanden

Die Sparkasse stellt ihren Service in der Seestraße in Walzbachtal-Wössingen ein

Die Sparkasse Kraichgau verlässt nun endgültig Walzbachtal-Wössingen. Mit ein Grund dafür sind die niedrigen Nutzerzahlen der Filiale. Besonders Senioren bleiben laut Ortsverbandsvorsitzenden Tino Villano dadurch auf der Strecke.

In der Seestraße 27 lässt die Sparkasse gerade ihren verbliebenen Geldautomaten abbauen. Foto: Arnd Waidelich

Abgebaut hat die Sparkasse Kraichgau ihren Bankautomaten in der Wössinger Seestraße. Mit einem Aushang wurde das den Kunden verkündet.

Nachdem die dort über Jahrzehnte betriebene Filiale schon seit geraumer Zeit geschlossen war, verlässt die Bank damit endgültig Wössingen. Selbstverständlich sind viele Kunden nicht einverstanden.

Die Walzbachtaler CDU wandte sich mit einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Norbert Grießhaber.

Senioren blieben auf der Strecke

Durch die Schließung würden viele Menschen, insbesondere die nicht computeraffinen Senioren, auf der Strecke bleiben, schreibt der Ortsverbandsvorsitzende Tino Villano. Sie seien doppelt betroffen, wenn sie zum Geldabheben nach Jöhlingen mit der Bahn, mit dem Rad oder mit dem Auto fahren müssen.

Der Wegfall könne auch nicht durch einen in der Nähe befindlichen Geldautomaten der Volksbank wettgemacht werden. Als Alternative wünsche sich der CDU-Ortsverband einen Geld- und Serviceautomaten in zentraler Lage. Eine Lösung könne auch eine Kooperation mit der Volksbank bieten.

Entscheidung liegt bei der Sparkasse

Schon vor der CDU hatte Bürgermeister Timur Özcan (SPD) das Gespräch mit Norbert Grießhaber gesucht. Er habe als Vertreter der Bürgerschaft dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse gegenüber seinen Unmut geäußert, sagte Özcan der Redaktion.

Letztlich sei diese Entscheidung jedoch keine der Gemeindeverwaltung, sondern der Sparkasse. Er bedauere die Schließung des Geldautomaten und würde sich über eine alternative Lösung sehr freuen, betonte der Bürgermeister.

Kundenfrequenz ist entscheidend

Eine Zusage dafür konnte Norbert Grießhaber nicht geben. Eine zentrale Voraussetzung für den Bankautomaten sei eine ausreichend hohe Kundenfrequenz. Denn nur dann seien hohe Anschaffungskosten wie auch die laufenden Kosten des Selbstbedienungsgeräte betriebswirtschaftlich tragbar, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Nutzerzahlen stark rückläufig

Die Nutzerzahlen der Filiale in Wössingen seien jedoch seit Jahren stark rückläufig. Viele Dienstleistungen der Sparkasse würden mittlerweile von den Kunden in allen Altersgruppen bequem und sicher über die digitalen Kanäle genutzt. Diese Entwicklung habe dazu geführt, dass die jährlichen Kosten für den Betrieb der Filiale die Erträge zwischenzeitlich deutlich übersteigen, und das mit wachsender Tendenz.

Darüber hinaus fielen in erheblichem Umfang Investitionen in die vorhandenen SB-Geräte und in die Sicherungseinrichtungen an. An diesen Rahmenbedingungen würden auch ein anderer Standort oder ein Kooperation mit einem Wettbewerber vor Ort nichts ändern, so Grießhaber. Für mobil eingeschränkte Personen biete die Sparkasse deshalb ihren Geld-Bringservice an.

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