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Auch Abends und am Wochenende

In Walzbachtal werden Falschparker jetzt regelmäßig kontrolliert

Einmal die Ellenbogen ausgestellt - so viel Platz muss auf den Gehwegen noch sein demonstriert der Gemeindevollugsbedienstete Domini Zimmermann. Foto: Arnd Waidelich

Dem Chaos auf den Straßen begegnet Walzbachtal mit der Einstellung eines Gemeindevollzugsbeamten. Seit Anfang September kommt Dominik Zimmermann dieser neuen Aufgabe nach. Der Mitarbeiter des Bauhofs widmet hälftig seine Arbeitszeit der Kontrolle des ruhenden Verkehrs.

Trotz der großen Aufgabe sei nicht mehr möglich gewesen, bedauert Bürgermeister Timur Özcan. Die Gemeinde könne keine komplett neue Kraft einstellen. Damit habe die Gemeinde einen guten Weg eingeschlagen. „Ich bin froh, dass wir eine Person gefunden haben, die so geeignet dafür ist und das auch mit Freude macht“, sagt Özcan.

Die meisten zeigen Verständnis

Der Gemeindevollzugsbeamte habe sich schon deutlich bemerkbar gemacht. Es werde verstärkt entsprechend den Bedingungen der Straßenverkehrsordnung geparkt. Wer ein „Knöllchen“ erhalte, würde zwar sicher keine Freudensprünge machen, zeige aber in aller Regel Verständnis. Schwerpunktkontrollen gebe es vor allen Dingen in der Jöhlinger Straße, auf der Halle, in der Prinz-Max-Straße und auf dem Kirchplatz. Beim Ordnungsamt eingehende Meldungen würden weitergegeben und von Dominik Zimmermann verfolgt.

Der macht seine Runden nicht zu festgelegten Stunden. „Ich kann überall und zu jeder Zeit auftauchen auf der Gemarkung“, sagt er und will damit signalisieren: In Walzbachtal gibt es keine unbeachteten Orte und Zeiten mehr. Das bezieht sich auch auf die Feldwege, die bei Auswärtigen als Schleichwege beliebt sind.

Auch am Wochenende und abends

Zimmermann legt Wert auf Unberechenbarkeit und arbeitet bei freier Zeiteinteilung durchaus auch am Wochenende und abends. Zu Beginn im September war er nur mit Hinweis Zetteln unterwegs, die er unter die Windschutzscheibe klemmte und auf die Verstöße hinwies. Das sind vor allem Parken auf Gehwegen und entgegen der Fahrtrichtung.

Mittlerweile können die Sünder nicht mehr mit Gnade rechnen. „Ich habe mein System nach drei Wochen scharf gestellt“, berichtet er und bittet um Verständnis dafür. Mit Unwissenheit kann sich niemand herausreden. Die Öffentlichkeitsarbeiter der Gemeinde haben im Mitteilungsblatt rechtzeitig die Regeln erläutert. So sehr er auch der Ahndung von Verstößen verpflichtet ist, will er nicht ausschließlich als gestrenger Verbieter durchs Dorf marschieren: „Ich setze auf die Vernunft der Leute“, sagt der Gemeindevollzugsbeamte.

Dem ein oder anderen missbilligenden Blick entkommt er allerdings nicht. Als sich Zimmermann auf seinem Weg „auf der Halle“ von einem Mitarbeiter dieser Zeitung begleiten lässt, kommt es genau dazu. Als er „Parken gegen die Fahrtrichtung“ mit dem Handy festhält, eilt der Autobesitzer mit grimmigem Gesicht zur Abwehr des Allerschlimmsten herbei.

Keine Gnade mehr

Er hat die Kontrollaktion wohl von der Wohnung aus beobachtet. Doch das Handy hat per App den Vorfall sofort in die Cloud gesendet. Es kann keine Gnade und keine Kulanz mehr geben. Nach einem kurzen Geplänkel entspannt sich das Gegenüber: „Zehn Euro? Dann lass ich das Auto halt bis morgen hier stehen!“.

Solche Begegnungen überraschen Zimmermann nicht. Mit situativem Handlungstraining und Rollenspielen wurde er während seiner Ausbildung darauf vorbereitet. „Ich bin sowieso kein Mensch, den so schnell etwas aus der Ruhe bringt“, beschreibt er sich. Bessere Voraussetzung kann es nicht geben, für den konfliktfreien Fortgang seiner Arbeit.

Zupass kommt ihm auch seine Tätigkeit im Bauhof dir immer noch zu fünfzig Prozent ausführt. Die Winterdienst Fahrten haben da schon eine gute Grundlage gelegt.

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