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Aktion steht unter unglücklichem Stern

Sternsinger verteilen den Segen per Aufkleber

Die Sternsinger können dieses Jahr nicht in die Haushalte kommen - und haben sich deshalb einige Alternativen einfallen lassen. So werden etwa Segensaufkleber verteilt und es gibt gemeinsame Gottesdienste mit den Segenssprüchen.

Tom Hohl, Mirjam Müller und Malin Hohl (vlnr) als Sternsinger Foto: Arnd Waidelich

Die Sternsingeraktion steht - wie vieles - in diesem Jahr unter keinem guten Stern: Die Corona-Verordnung hindert Caspar, Melchior und Balthasar daran, von Haus zu Haus zu ziehen, dort den Segensspruch C.M.B. (zu deutsch: Christus segne dieses Haus) an die Türen zu schreiben und zu singen.

Viele Gemeinden lassen sie ausfallen, doch gibt es bei den Katholiken in der Hardt auch originelle Alternativen, um diese liebenswerte Traditionen aufrecht zu erhalten.

In der katholischen Kirchengemeinde Stutensee-Walzbachtal etwa ziehen die Drei Könige zwar von Haus zu Haus, allerdings nur, um Infomaterial über die aktuelle Aktion, bei der Kinder in der Ukraine unterstützt werden sollen, in die Briefkästen zu werfen. Und Aufkleber. „Wir hatten diese Segensaufkleber schon im letzten Jahr“, berichtet Pastoralreferentin Elke Litterst, „weil man mit Kreide auf den modernen Türen wenig ausrichten kann“.

Wer noch einen Segensaufkleber möchte, könne diesen im Pfarrbüro der Gemeinde Stutensee-Weingarten abholen. Und wer von den Sternsingern selbst den Segen empfangen möchte, erhalte diesen bei einem der verschiedenen Gottesdiensten am Dreikönigstag. Näheres über die Sternsingeraktion gebe es auch auf der Homepage der katholischen Gemeinde, so Litterst weiter: „Da gibt es ein Video über einen digitalen Hausbesuch der Sternsinger.“

In Pfinztal haben die Sternsinger in den letzten Wochen fleißig „Segenstüten“ bemalt, die in diesen Tagen an die katholischen Haushalte verteilt werden, berichtet Pastoralreferent Thomas Trzebitzky. In den Tüten sind unter anderem ein Haussegen, den sich die Gläubigen an die Tür kleben können, und Infos über das diesjährige Spendenprojekt. „Singen gehört eigentlich auch zur Sternsinger-Aktion, aber das geht ja leider nicht“, bedauert der Pastoralreferent.

In Walzbachtal hat das Team um Gemeindereferentin Ute Jenisch ebenfalls ein Konzept entwickelt, mit dem die einzelnen Häuser selbst in Corona-Zeiten ihren Segen erhalten können. Am Dreikönigstag (6. Januar) stehen die Sternsingergruppen sowohl in Wössingen als auch in Jöhlingen für eine halbe Stunde an zehn Stellen bereit.

Dort verteilen sie Segensaufkleber, die die Gläubigen selbst an ihren Häusern anbringen können. Die Treffpunkte sind unter anderem auf dem Kirch- und Rathausplatz, auf den Spielplätzen und können im Pfarrblatt der katholischen Kirchengemeinde abgerufen werden.

Auch in der katholischen Gemeinde Graben-Neudorf-Linkenheim gibt es Segensaufkleber, die in den Kirchen abgeholt werden können. Pfarrer Bernhard Feger sieht die Aktion aber kritisch: „Papier als Segen. Das ist doch Mittelalter.“ Die Segensaufkleber seien „nicht theologisch durchdacht“, sondern „populistisch“, findet der Gottesmann.

Er halte auch nichts von gestreamten Gottesdiensten: „Es muss sich doch nicht jeder Pfarrer im Internet produzieren“, findet Feger, schließlich gebe es genug große Übertragungen, auch vom Papst.

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