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Vom Schleichweg zur Staustrecke

Wenn die Ampel nicht reicht: Das Verkehrschaos in der Berghausener Gewerbestraße

Die Gewerbestraße von Berghausen in Pfinztal galt einmal als Schleichweg. Mittlerweile kann nicht einmal mehr eine Ampel das Verkehrsaufkommen ausreichend regeln.

Das klappt in der Berghausener Gewerbestraße irgendwie nicht: das mit dem „bei Rückstau hier halten“ an der Fußgängerampel. Foto: Klaus Müller

Ob es was bringt? Aus „bei Rot hier halten“ wurde ein „bei Rückstau hier halten“. Das Schild steht an der Fußgängerampel in der Gewerbestraße Berghausen, in unmittelbarer Nähe zur Einmündung in die B293. Es soll – vom Auto aus gut lesbar – dafür sorgen, dass der Ampel gesteuerte Fußgängerüberweg bei Rückstau frei bleibt.

Jüngst sei das Schild ausgetauscht worden, berichtet Johannes Röckel, in der Verwaltung zuständig für die Verkehrslenkung. Aus dem „bei Rot“ wurde ein unmissverständliches „bei Rückstau“.

Das Hinweisschild hilft nicht viel

Ein informeller Vororttermin lässt nichts Gutes erahnen. Kaum ein Fahrzeugführer hält sich daran – eine Erkenntnis, die binnen weniger Minuten feststeht.

Ob das Schild unwissentlich oder absichtlich ignoriert wird, mag dahingestellt sein. Für die Gewerbestraße, neben den beiden Bundesstraßen die am stärksten belastete Straße in Pfinztal, gelten anscheinend besondere oder – für so manchen Verkehrsteilnehmer – gar keine Regeln. Wen kümmert schon Tempo 30 von der Weiherstraße bis etwa zur Firma Reisser – zum Beispiel morgens, wenn der Berufsverkehr durch die Gewerbestraße Richtung B10 rauscht?

Die Straße gilt als „Schleichweg“, um Berghausen innerorts zu umfahren. Von wegen Schleichweg. Jeden Morgen staut sich der Verkehr auf einer beträchtlichen Länge. Und nachmittags geht das alltägliche Stauspiel in der anderen Richtung weiter.

Die „Laub-Kreuzung“, dort wo die B10 und die B293 aufeinandertreffen, wollen viele meiden. Auch hier gelten bisweilen Verkehrsregeln nur wenig. Schnell über eine rote Ampel zu brettern, ist längst Volkssport geworden. Und die Kreuzung wird dabei auch noch gleich zugestellt.

Könnten diese Regelungen helfen?

Die Folge: Es kommt zu keinem geregelten Verkehrsfluss – Stau, Ungeduld und Aggressionen nehmen zu. Wie wäre es mit „Rotlichtblitzer“ an dieser Stelle? Dafür wäre der Landkreis zuständig, sagt Röckel. Vielleicht greift ja der Gemeinderat mal den Gedanken auf – oder die Verwaltung – oder wer auch immer.

Zurück auf die Gewerbestraße. Hinter vorgehaltener Hand hat da so mancher Pfinztaler schon eine Idee, die Verkehrsbelastung besser zu verteilen. Denkbar wäre eine Einbahnstraßenregelung. Dazu müsste man aber die Weiherstraße wieder öffnen. Nur so wäre eine umfassende Einbahnstraßenregelung möglich. Alles nur ein Gedankenspiel. Öffentlich, im Sinne dieser Überlegung, wird sich kaum jemand äußern.

Dass es in der Gewerbestraße „gewaltig klemmt“, ist auch hinlänglich in der Gemeindeverwaltung bekannt. Seit Jahren. Und nix geschieht. Was bleibt ist Hoffnung. Auf was aber? Darauf, dass die Sperrung in Weingarten irgendwann ein Ende findet? Auf die Vernunft der Autofahrer? Darauf, dass mehr Verkehrsteilnehmer das Rad oder den ÖPNV nutzen? Darauf, dass die B293 Umfahrung dann doch irgendwann kommt? Am Ende muss es ein kleines Schild richten mit der Aufschrift: Bei Rückstau hier halten.

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