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Nach tödlicher Ziegenfütterung

Streng verboten: Fußgänger in Pfinztal halten sich nun an die Regeln

Der Ärger und die Trauer waren groß, als in Pfinztal-Wöschbach mehrere Ziegen verendeten, weil sie von Passanten falsch gefüttert wurden. Jetzt ist klar: Zwei weitere Tiere überlebten nicht.

Bessere Aussichten: Die Ziegen der Lingenfelsers werden mittlerweile von Spaziergängern nicht mehr gefüttert. Seit über einem Monat ist bei der Familie in Pfinztal kein Tier mehr erkrankt an falscher Nahrung. Foto: Rake Hora /BNN

Die Anspannung hat nachgelassen, wenn Familie Lingenfelser ihre Ziegen in Pfinztal-Wöschbach weiden lässt. Noch im Spätsommer war das ganz anders.

Die Wiederkäuer, deren Anblick von so vielen Spaziergängern geschätzt wird, wurden von Passanten zum Teil falsch gefüttert. Das haben einige der Tiere nicht überlebt.

Die Besitzerin Manuela Lingenfelser meint nun, dass sich die Situation gebessert habe. Es sei seit September kein weiterer Fall dazu gekommen. Einen Wermutstropfen mussten die Tierhalter dennoch hinnehmen.

Falsche Fütterungen: Zwei weitere Ziegen sind gestorben

Zwei der falsch gefütterten Tiere, Gerda und Schnucki, überlebten den Vorfall nicht, wie Manuela Lingenfelser erklärt. Auch in den sozialen Medien berichtete Lingenfelser über die tragischen Folgen der falsch verstandenen Tierliebe. Demnach seien beide Tiere eingeschläfert worden, nachdem sie am Ende ihrer Kräfte gewesen waren.

Gerda habe noch ein kleines Hoch erlebt, ein Rückfall jedoch habe letztlich den Schritt zur Einschläferung unumgänglich gemacht. Das Tier sei erst im vergangenen Jahr vorm Schlachter gerettet worden. Jetzt halfen alle Mühen nicht mehr, sie zu retten.

Auf dem Weg der Besserung befindet sich eine dritte Ziege, die aber aufgrund der lange Liegezeit erst noch eine Bewegungstherapie benötigt, erklärt Lingenfelser.

Was die Spaziergänger dazu gebracht habe, vom Füttern abzusehen? „Es war wohl die Berichterstattung auf vielen Kanälen“, vermutet Lingenfelser. Die BNN hatte die für die Tiere gefährliche Fütterung in der Region einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Es könne natürlich auch sein, dass die aufgehängte Sicherheitskamera ihren Teil dazu beigetragen hat. Diese sähe man nicht so gut. Das Schild hingegen, das auf das Gerät hinweist, ist plakativ angebracht.

Regelmäßige Besucher wissen um die Gefahr für die Ziegen

„Es kann natürlich auch einfach am Wetter liegen, dass nicht mehr so viele Spaziergänger im Areal rund um die Weide unterwegs sind“, bemerkt Lingenfelser. Die Menschen, die jetzt dort unterwegs seien, kenne man. „Die wissen auch schon lange, dass man die Ziegen nicht füttern darf“, so Lingenfelser.

Einige der regelmäßigen Besucher an der Ziegenweide hätten schon Nachrichten hinterlassen, in denen sie Fütterungsverbot bedauerten. „Aber auch das ist nicht böse gemeint“, betont Lingenfelser. Die Menschen wissen, wieso die Tiere nicht zu füttern sind.

Ende August erregte die Geschichte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als die BNN berichteten, dass alleine in diesem Jahr 23 Ziegen durch das Füttern mit falscher Nahrung gestorben oder so schwer erkrankt, dass sie eingeschläfert werden mussten. 18 der Ziegen waren noch Jungtiere.

Ziegen haben ein empfindliches Verdauungssystem, das mit der falschen Fütterung schnell zu fatalen Folgen führen kann. Viele Kohlenhydrate, wie das beispielsweise bei Brot der Fall ist, können für Koliken sorgen, die zum schmerzhaften Tod des Tieres führen. Andere Futtermittel provozieren Verdauungsstörungen, die zu Durchfall und einem nicht auszugleichenden Flüssigkeitsmangel führen können.

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