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Versicherungsschutz von Solarpanels

Photovoltaik-Anlagen: Welche Versicherung greift bei Schäden?

Wegen der Energie- und Klimakrise wollen viele Bürgerinnen und Bürger rasch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Dabei gibt es einiges zu beachten – auch das Thema Versicherungsschutz.

Strom vom Dach: In Zeiten der Energiekrise wollen viele Menschen eine Photovoltaik-Anlage. Dabei sollte man sich auch mit dem Thema Versicherungsschutz beschäftigen.
In Zeiten der Energiekrise wollen viele Menschen eine Photovoltaik-Anlage. Dabei ist auch der Versicherungsschutz relevant. Foto: Marijan Murat/dpa

Photovoltaik boomt – mittlerweile produzieren über 2,2 Millionen Solaranlagen auf deutschen Dächern oder Feldern Strom. Die PV-Anlagen haben im vergangenen Jahr etwa zehn Prozent des heimischen Strombedarfs abgedeckt.

Mit Blick auf die rasant steigenden Energiepreise und die Klimakrise wollen viele Bürgerinnen und Bürger mit Strom aus Sonnenlicht Geld sparen und unabhängiger werden.

Was viele dabei vergessen: „Neue Techniken bedeuten auch neue Risiken, die in alten Wohngebäude- und Haftpflichtversicherungsverträgen gar nicht vorgesehen waren“, sagt Matthias Fleck, Sprecher des Bezirks Karlsruhe im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

Verbraucherschützer raten: Bei Kreditfinanzierung spezielle Versicherung prüfen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband pflichtet bei. „Solarstrom-Anlagen sollten wenigstens in die Wohngebäudeversicherung mit eingeschlossen werden, damit sie vor Gefahren wie Sturm, Hagel, Blitz und Feuer abgesichert sind.“ Für große und teure Anlagen könne auch eine spezielle Photovoltaikversicherung empfehlenswert sein. Dies sei auch zu prüfen, wenn die Anlage per Kredit finanziert wird.

Die MVK-Versicherung in Karlsruhe hat auf die gestiegene Nachfrage reagiert und bietet mittlerweile eine eigenständige Photovoltaikversicherung an – bei einem Schaden werde der Neuwert ersetzt. Auch Ertragsausfall, Solarstromspeicher und Ladesäulen sind im Versicherungsschutz berücksichtigt.

Die BGV Badische Versicherungen-Gruppe (Karlsruhe) weist auf die Wohngebäudeversicherung hin. Sobald der Gegenwert der PV-Anlage entsprechend berücksichtigt wurde, sei diese gegen die jeweils vereinbarten Gefahren versichert. Weil Photovoltaik-Anlagen boomen, „verspüren wir auch eine Zunahme der diesbezüglichen Absicherungswünsche“, sagt BGV-Pressesprecher Torben Halama.

Der BGV bietet für PV-Anlagen, im Rahmen der Wohngebäudeversicherung, eine Zusatzdeckung an – dabei geht es um Schäden an der Elektronik. Diese Allgefahrendeckung greift etwa bei Bedienfehlern oder Tierbiss.

Zurück zum BVK: Der weist darauf hin, dass Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Feuer eine PV-Anlage lahmlegen können. Dann wird kein Eigenstrom erzeugt und kein Strom ins Netz eingespeist. Es fehlen also Einkünfte. „Genau diese Einbußen lassen sich mit der erweiterten Wohngebäudeversicherung abdecken“, sagt Fleck.

Balkonanlagen sind häufig in der Hausratversicherung mitversichert

Kleinere PV-Anlagen mit einer Leistung von 600 Watt, wie man sie häufig an Balkonen sieht, seien in der Regel in der Hausratversicherung mitversichert.

Eine Versicherungsvariante ist laut Fleck die sogenannte Allgefahrendeckung. „Dann spielt es fast keine Rolle, wodurch eine Anlage beschädigt oder ruiniert wurde.“

Ein weiteres Risiko bestehe bei der Haftpflicht, denn jede größere PV-Anlage macht den Eigentümer zum Betreiber eines Gewerbes. „Mit einer speziellen Betriebshaftpflichtversicherung sind zum Beispiel Fehlfunktionen und daraus folgende hohe Schadenersatzansprüche des Netzbetreibers abgesichert“, sagt Fleck. Dramatische Zwischenfälle seien zwar selten, aber die Versicherungskosten mit rund 50 Euro pro Jahr auch überschaubar.

Noch einen Tipp gibt er: „Manche Privathaftpflichtversicherung berücksichtigt bereits den Betrieb einer PV-Anlage. Dies treffe vor allem für kleinere Anlage an Balkonen zu.

Die Beispiele zeigen, dass es auf den Einzelfall ankommt und der (künftige) Eigentümer einer Photovoltaik-Anlage auch in Sachen Versicherung seinen individuellen Fall prüfen sollte. Aktuell bremsen Facharbeitermangel und Materialengpässe den Solarboom – die Branche rechnet jedoch ab dem kommenden Jahr mit einer erheblichen Verbesserung der Gesamtsituation.

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