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1.300 Kilometer später

Radelnder Karlsruher setzt Zeichen gegen Kinderarmut

14 Etappen, 19 Tage und 1.324 Kilometer liegen zwischen dem Start von Martin Faißts Spendenfahrt auf dem Fahrrad und seiner Ankunft in Berlin. Nach 76:28 Stunden auf dem Sattel zieht der Karlsruher sein Resümee.

Nach 14 Etappen, 19 Tage und 1.324 km steht der Karlsruher vor dem Brandenburger Tor Foto: Martin Faißt

Erschöpft, aber glücklich kommt Martin Faißt am 8. Juli in der Hauptstadt Berlin an. Dem Karlsruher ist seine Radtour quer durch das Land geglückt. Er besichtigte nicht nur mehr als ein Dutzend deutscher Städte, sondern sammelte Spenden in Kooperation mit der Hanne-Landgraf-Stiftung. Weit mehr als 1.300 Euro sind zusammengekommen.

Die Mitglieder der Stiftung zeigten von Anfang an Begeisterung für das Engagement des Karlsruhers. „Es ist unglaublich, was sich dieser junge, engagierte Unterstützer vorgenommen hat. Für uns zählt vor allem sein soziales Bewusstsein für das Thema Kinderarmut in Karlsruhe. Mit seiner Benefiz-Idee hat er sicherlich auch ein wichtiges Signal ausgesendet, dass Kinderarmut kein Randthema ist, sondern eine größere Aufmerksamkeit und Unterstützung von vielen benötigt“, sagte Monika Storck, die Vorsitzende der Hanne-Landgraf-Stiftung zum geglückten Projekt.

Die Reise wurde sowohl von Faißt selbst über Instagram als auch über die Webseite der Stiftung dokumentiert. Doch auch außerhalb der Fächerstadt stieß das Vorhaben auf Interesse. Der 24-Jährige kam mit anderen Leuten auf offener Straße ins Gespräch und erzählte bei dem ein oder anderen Bier von seinem Projekt. Er sei positiv von der Offenheit überrascht gewesen, erklärt Faißt.

So nimmt er vor allem zwei Dinge als Erfahrung aus seiner Tour mit: Einmal, dass man Mitmenscheneinfach vertrauen muss, selbst wenn man sie nicht gut kennt. Und, dass man sich über die kleinen Dinge des Lebens freuen sollte. In seinem Fall: Schilder für Radwege.

Allein deshalb habe sich die Reise schon gelohnt, fährt er fort. Egal ob Städte, die er nur aus Staumeldungen kannte, Hostel-Mitbewohner, die mitten in der Nacht beteten, oder ungewöhnliche Unterkünfte. „Ich werde diese Erfahrungen nicht vergessen“, erinnert sich der Karlsruher.

Wenn mit den Spenden auch nur einem einzigen Kind geholfen werden kann, hat es sich schon gelohnt.
Martin Faißt / Radfahrer

Die Tatsache, dass er durchs Radeln anderen helfen kann, macht den gelernten Techniker glücklich. „Ich denke, dass ich wenigstens ein bisschen auf Kinderarmut aufmerksam machen konnte. Wenn mit den Spenden auch nur einem einzigen Kind geholfen werden kann, hat es sich schon gelohnt“, so Faißt.

Statt Gedanken kreisen lassen, war strampeln angesagt

Vor dem Startschuss ging Faißt davon aus, er würde auf der Fahrt viel Zeit haben, um über sein Leben nachzudenken. Ein Irrtum. „Ich habe an gar nichts gedacht. Ich war damit beschäftigt meine Beine zu bewegen“, sagt er lachend.

Seine schwierigste Passage sei die zwischen Koblenz und Köln gewesen. „Es war der vierte Tag in Folge auf dem Fahrrad. Da war ich schon am Anfang des Tages schlapp“, erzählt er. Hinzu sei die Hitze gekommen. Statt Bade-Ausflug bei 30 Grad waren 104 Kilometer im Sattel angesagt. Ein kleiner Trost: Köln gefiel ihm am besten. „Das hat mein Herz erfüllt“, schwärmt Faißt.

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