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Mars of Illyricum

Rap, der zum Denken anregt

Seit zwanzig Jahren gehört Mars of Illyricum zur Karlsruher Hip-Hop-Szene. Heute Abend tritt der Rapper erstmals als lokaler Hauptact auf der Feldbühne bei "Das Fest" auf. Dann gibt es eine Kostprobe seiner wortreichen Kunst.

Gemeinsam mit DJ Stean wird Mars of Illyricum heute Abend auf der Feldbühne bei "Das Fest" stehen. Foto: Tschierschke

Wenn er seine Musik beschreibt, spricht Mars of Illyricum von Tiefgang und Bodenständigkeit. Und will deswegen so gar nicht in das Bild vom bösen Gangster-Rapper passen. Dabei ist der 34-Jährige seit fast zwei Jahrzehnten Teil der Karlsruher Hip-Hop-Szene - geachtet als Künstler mit einem eigenen Stil fernab von Flüchen und Vulgärem. Am heutigen Freitagabend um 20 Uhr tritt er nun erstmals als lokaler Hauptact auf der Feldbühne bei "Das Fest" auf - gemeinsam mit DJ Stean. "Ich bin eigentlich jedes Jahr vor Ort - Backstage oder als Jurymitglied beim Freestyle Battle. Jetzt aber das erste Mal als Solokünstler aufzutreten ist schon etwas Besonderes", sagt der Familienvater.

Die Zeit spielt eine große Rolle

Im vergangenen Herbst hat Mars of Illyricum sein zweites Album "Zeitreisender " herausgebracht - zehn Jahre nach der ersten Platte. Die Zeit - sie spielt eine große Rolle im Schaffen des Musikers. "Ich bin kein Profimusiker, ich hatte keinen Druck, nur den, den ich mir selbst gemacht habe", sagt er.  Der Titelsong des Albums beispielsweise ist bereits im Jahr 2006 entstanden. "Da lag es nahe, auch das Album so zu nennen." Manche seiner Songs schreibt er an einem Tag, an anderen feilt er Jahre. "Ich habe den Anspruch der Nachhaltigkeit, was ich mache, soll Substanz haben, mir nicht irgendwann peinlich sein müssen."

Der Fluss der Zeit, er bahnt sich seinen Weg

"Zeitreisender" ist eine Rückschau: "Komm mit mir, dreh den Beat auf, ich zeig dir meine Heimat, ich zeig dir die Straßen, wo wir spielten, als ich klein war." Und ein Blick in die Zukunft: "Der Fluss der Zeit, er bahnt sich seinen Weg. Wir sind nur Fahrgäste, sie [die Zeit] der Kapitän."

Die Karlsruher Hip-Hop-Szene schätzt ihn für seinen pointierten Umgang mit Sprache: Mars of Illyricum Foto: pr

Mars of Illyricum will zum Denken anregen

Nostalgie sei ein Thema, sagt der Hip-Hopper. Doch eigentlich gefällt ihm der Mars von heute wesentlich besser. "Ich bin nachdenklicher geworden, aber auch weniger ausladend." Denn darum gehe es nicht. "Ich wollte nie Trend sein, das Gesicht ist nicht wichtig, es geht nur um die Textzeilen" rappt er in "Evolution". Der Fame ist nicht wichtig. Mars geht es um einen pointierten Umgang mit Sprache und darum, dass seine Musik ein positives Gefühl transportiert. Es geht ihm um den künstlerischen Austausch und um eine Gemeinschaft, in der sich jeder ausdrücken kann. Mars of Illyricum will zum Denken anregen.

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