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Mehr Platz für Gläubige und Gäste

Alevitische Gemeinde Karlsruhe eröffnet neues Gemeindehaus in Rheinstetten-Mörsch

Von einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Karlsruhe ist die Glaubensgemeinschaft in eine große Mehrzweckhalle mit Gebetssaal in Rheinstetten umgezogen. Dort finden kulturelle Feste und Andachten statt.

Neue Heimstätte: Zusammen mit Vertretern der Kirchengemeinden – der katholische Pfarrer Reinhart Fritz und die evangelische Pfarrerin Ann-Kathrin Peters sitzen vorne rechts – feierte die Alevitische Gemeinde die Eröffnung ihres neuen Hauses in Mörsch. Foto: Julia Trauden

In Karlsruhe wurde es zu eng, da bot sich der Umzug ins benachbarte Rheinstetten an: Die Alevitische Gemeinde Karlsruhe hat ihr neues Gemeindehaus in der Hertzstraße in Rheinstetten-Mörsch bezogen.

Zusammen mit Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU), Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche in Rheinstetten und des Bundesverbandes der Aleviten wurde nun die Eröffnung gefeiert.

Das Gebäude übernommen haben die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, die in der Form eines Vereins organisiert ist, bereits vor einigen Monaten. Corona machte eine große Eröffnungsfeier bislang aber unmöglich.

Alevitische Gemeinde hat ehemaliges Schlosserei-Gebäude bereits im Dezember 2020 gekauft

Man habe die Halle in der Hertzstraße, in der sich früher eine Schlosserei befunden hat, im Dezember 2020 gekauft und anschließend renoviert, berichtet Ersin Özdemir, der im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Rund 850.000 Euro habe der Verein investiert. Laut Özdemir zählt die Alevitische Gemeinde rund 150 Familien als Mitglieder. Sie kommen unter anderem aus Karlsruhe, Ettlingen, Waldbronn und Rheinstetten.

„Es ist ein Riesen-Meilenstein für unseren Verein“, sagt Özdemir über die Eröffnung des Gemeindehauses in Rheinstetten, das jeden Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Treffpunkt für Andachten und Feiern: Das neue Gemeindehaus der Alevitischen Gemeinde Karlsruhe liegt in der Hertzstraße im Gewerbegebiet in Rheinstetten-Mörsch. Foto: Julia Trauden

Festsaal in Rheinstetten wird auch für Feiern vermietet

Denn dort habe man viel mehr Platz als früher in Karlsruhe, wo der Verein vor 14 Jahren gegründet wurde. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Karlsruher Amalienstraße war lange Zeit Treffpunkt für die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft. Für größere Zusammenkünfte war der Standort aber nicht geeignet.

Jetzt steht dem Verein in Rheinstetten mehr Platz zur Verfügung. Für religiöse Feiern, Feste und andere Veranstaltungen. Den Festsaal werde man auch vermieten, erklärt Özdemir. Man müsse den Kauf schließlich auch refinanzieren.

Die Glaubensgemeinschaft der Aleviten hat in der Bundesrepublik nach Angaben des Dachverbands, der Alevitischen Gemeinde Deutschland, rund 700.000 Mitglieder. Diese verteilen sich auf 160 Ortsgemeinden. Die nächsten im weiteren Umkreis sind in Pforzheim, Bühl, Kehl, Offenburg und Mannheim.

Traditionelles Instrument: Die Saz, im Deutschen als Langhalslaute bezeichnet, spielt bei den Andachten und den Treffen der Alevitischen Gemeinde eine wichtige Rolle. So auch bei der Eröffnung des Gemeindehauses. Foto: Julia Trauden

Gehört das Alevitentum zum Islam ?

„Leider sind die Aleviten noch sehr unbekannt“, bedauert Özdemir. Das hänge wohl auch damit zusammen, dass die Gläubigen, die vor allem in der Türkei leben, in ihrer Heimat lange verfolgt worden seien und immer noch diskriminiert würden.

Service

Beim Tag der offenen Tür am Samstag, 18. Juni, zwischen 13 und 18 Uhr ist das Gemeindehaus in der Hertzstraße 6b in Rheinstetten-Mörsch für Besucher geöffnet. Weitere Infos unter www.alevitische-gemeinde-ka.de

Ob das Alevitentum zum Islam gehört oder eine eigenständige Religion ist, darüber gibt es in der Glaubensgemeinschaft unterschiedliche Auffassungen. Einig ist man sich laut Özdemir aber in einem Punkt: Das Alevitentum stehe für Gleichberechtigung und Vielfalt, „und der Mensch steht im Mittelpunkt“.

Gehen Sie auf die anderen Glaubensgemeinschaften zu.
Sebastian Schrempp, Oberbürgermeister von Rheinstetten

Männer und Frauen beten zusammen, andere Glaubensrichtungen respektiere man, teile mit dem Christentum etwa Werte wie die Nächstenliebe. Bildung spiele eine wichtige Rolle.

Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU) appellierte in einem Grußwort an die Alevitische Gemeinde, auf die anderen Glaubensgemeinschaften in Rheinstetten zuzugehen.

„Wir pflegen hier einen guten Austausch“, sagte Schrempp. Er verbinde mit dem Zuzug der Alevitischen Gemeinde die Hoffnung, „dass zwischen den Kirchengemeinden eine Verbundenheit erwächst“.

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