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Tag des Zeitungsausträgers

BNN-Zusteller sorgen für (badische) neueste Nachrichten am Frühstückstisch

Von der Druckerei bis in den Briefkasten ist es für Zeitungen ein langer Weg. Zum Tag des Zeitungsausträgers am 4. September wollen wir die Arbeit eines wichtigen Glieds in unserer Lieferkette genauer vorstellen: unserer BNN-Zusteller.

Nach Redaktionsschluss: Nachtbetrieb bei den Badischen Neueste Nachrichten - von der Plattenherstellung zum Druck und anschließend in den Versand mit Auslieferung Foto: Rake Hora

Es ist ein Job für Frühaufsteher, Tierbeobachter und Frischluft-Freunde: Rund 1.000 Zusteller sorgen bei den Badischen Neuesten Nachrichten dafür, dass etwa 102.000 Zeitungen bei den Abonnenten morgens pünktlich im Briefkasten oder Zeitungsrohr stecken.

Der Weg der Zeitungen beginnt nach Redaktionsschluss. Kurz nach 23 Uhr werden die letzten Seiten in der BNN-eigenen Druckerei gedruckt. Bereits gegen 23.30 Uhr verlassen die ersten Lieferwagen das Verlagsgelände und machen sich zu den am weitesten entfernten Teilen des Verbreitungsgebiets auf. Immerhin sollen die Zusteller die Zeitungen bis spätestens 2.30 Uhr bekommen, damit die Leser sie spätestens um 6 Uhr in den Händen halten.

Nachtarbeit im Zeitungsverlag: Die ersten Wagen fahren bei den Badischen Neuesten Nachrichten bereits vor Mitternacht vom Hof. Sie bringen rund 102.000 frisch gedruckte Zeitungen zu den Zustellern. Foto: Rake Hora

Für die meisten Zusteller ist das Zeitungsaustragen ein Nebenjob. Es gibt jedoch die Möglichkeit, auch mehrere der 1.300 Zustell-Bezirke zu übernehmen. Was macht diese Arbeit so besonders? Zum Tag des Zeitungsausträgers am 4. September haben wir einige unserer Zusteller bei ihrer Arbeit begleitet.

Für Manfred Sitzler aus Gaggenau ist Pünktlichkeit das Wichtigste

Manfred Sitzler trägt die BNN in Gaggenau und Gernsbach aus. Sechsmal die Woche ist der 69-Jährige unterwegs – von 1.30 bis 4.30 Uhr. Seine ungewöhnliche Arbeitszeit stört ihn nicht. Im Gegenteil: „Der Job macht Spaß“,sagt er. „Ich bewege mich an der frischen Luft. Und manchmal sehe ich auch Tiere, die man tagsüber kaum zu Gesicht bekommt: Füchse, Rehe und Marder.“

Nächtlicher Einsatz: BNN-Zusteller Manfred Sitzler aus Gernsbach lädt die Zeitungen in sein Auto. Foto: Dominic Körner

Menschen begegnen Sitzler in der Nacht indes nur selten. Seit 15 Jahren trägt der Gernsbacher Zeitungen aus, seine Tour kennt er mittlerweile auswendig. „Eine Liste brauche ich schon lange nicht mehr“, sagt er.

Sitzler legt großen Wert auf Zuverlässigkeit: „Dies ist besonders wichtig“, betont er, „nach mir kann man die Uhr stellen.“ So enttäuscht er auch die Leser nicht, die mitten in der Nacht auf ihre Zeitung warten. „Bei einem Kunden brennt um halb vier immer Licht“, erzählt Sitzler schmunzelnd, „sobald ich komme, nimmt er die Zeitung entgegen.“

Für Sanela Schulz aus Rheinstetten ist Zeitung austragen Sport-Ersatz

„Ich stelle mir drei Wecker”, erzählt Sanela Schulz. 90 Häuser muss sie in ihrem festen Bezirk in Rheinstetten beliefern. Selten bleibt es aber dabei, erzählt die Zeitungszustellerin. Zwischen 100 und 500 Zeitungen trägt Schulz in der Nacht aus – Vertretungen bei Urlaub oder Krankheit sind an der Tagesordnung.

„Jede Nacht ist eine Herausforderung”, sagt sie. Der Beruf halte sie aber nicht nur gedanklich fit, indem sie die Touren genau durchplanen und sich Standorte merken müsse. „Lesen und Sport müsste ich bei einem Bürojob davor oder danach machen. Dann brauchen mich aber die Kinder”, erklärt die Mutter von sieben Kindern. „Ich bin tagsüber für meine Familie da”, sagt sie.

Nach dem Feierabend kommt die Familie: Für Sanela Schulz endet der Arbeitstag am frühen Morgen, danach kümmert sie sich um ihre sieben Kinder. Foto: Janina Keller

Wenn sie ihre Touren ohne Zwischenfälle abgehen kann, hört sie gerne Musik oder Hörbuch. „So habe ich Zeit für mich”, erklärt Schulz. „Ich arbeite bis zu 30 Stunden die Woche – nur eben nachts.” Inzwischen könne sie sich nichts anderes mehr vorstellen: „Tagsüber würde das nicht funktionieren.”

Brigitte Weber aus Bühl ist für alle Wetterlagen gerüstet

Egal, ob Sommerhitze, Dauerregen oder Minusgrade: In Bühl sorgt Zustellerin Brigitte Weber von Montag bis Samstag zuverlässig dafür, dass die Abonnenten ihren Acher- und Bühler Bote noch weit vor dem Frühstück im Briefkasten oder Zeitungsrohr haben. Rund 150 druckfrische Exemplare der südlichsten Bezirksausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten trägt die 59-Jährige aus. Ihre gut 13 Kilometer messende Tour beginnt sie um 2 Uhr, gegen 5 Uhr hat sie dann Feierabend.

Erlebt hat sie schon viel, gut angeheiterte Nachschwärmer an Fastnacht und am Zwetschgenfest, pöbelnde Jugendliche, Hochwasser und Polizeikontrollen. Brigitte Weber nimmt es gelassen. Es gibt andere Dinge, über die sie sich ärgern kann: Dauerbaustellen zum Beispiel, an denen sie über Monate mit dem Zeitungswägelchen durch Dreck und Schlaglöcher muss.

In der Nacht am Finanzamt: Zeitungs-Zustellerin Brigitte Weber beliefert auch den Fiskus mit dem Acher- und Bühler Boten. Foto: Jörg Seiler

Ihren Job macht sie seit 1984 und das mit großem Fleiß und absoluter Verlässlichkeit, und in dieser Zeit hat sich einiges verändert – in der Zeitungslandschaft und in Bühl. Schade findet es Brigitte Weber, dass kaum noch junge Menschen den Zusteller-Job machen wollen. „Man muss halt früh aufstehen“, sagt sie. Für Brigitte Weber ist das kein Problem, morgens um 2 startet sie durch – egal ob Sommerhitze, Dauerregen oder Minusgrade.

Anke Schwedes aus Gondelsheim freut sich über gute Beleuchtung

Rund 200 Zeitungen trägt Anke Schwedes pro Tag in Gondelsheim aus. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Zeitungsausträgerin und macht den Job immer noch gerne. Denn der sorgt für frische Luft und mindestens zwei Stunden Bewegung pro Tag. In welchem Beruf hat man das schon?

Menschen trifft sie bei ihren nächtlichen Touren mit E-Bike und Stirnlampe eher selten. Doch das stört Anke Schwedes nicht, sie mag die Ruhe morgens. In lauen Sommernächten hört sie manchmal den ein oder anderen Bewohner durch das offene Schlafzimmerfenster schnarchen.

Anke Schwedes sorgt bereits seit 13 Jahren dafür, dass BNN-Leser in Gondelsheim pünktlich ihre Zeitung bekommen. Foto: Christel Manzey

Sie selbst findet „ihre” Abonnenten inzwischen auch beinahe im Schlaf. Adresslisten oder Hausnummern braucht sie schon lange nicht mehr. Sie orientiert sich eher an markanten Punkten: Da ein weißes Hoftor, dort ein besonderer Blumenkübel. Der sollte aber besser nicht direkt unter dem Briefkasten stehen, erklärt sie. Zugestellte Briefkästen oder schlecht beleuchtete Wege auf den Grundstücken kosten die Zeitungsausträger nämlich wertvolle Minuten.

Anke Schwedes Rekord liegt übrigens bei knapp zwei Stunden für vier Bezirke. „Solange man in Bewegung ist, merkt man das frühe Aufstehen weniger”, sagt sie.

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