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Bündelung von drei bisherigen Standorten

Gemeinderat Rheinstetten stimmt für Bauhof-Neubau auf ehemaligem MSC-Gelände

Die Bedenkenträger wurden knapp überstimmt, die Grundsatzentscheidung ist gefallen. Auf dem Gelände des ehemaligen MSC Mörsch soll der neue Bauhof entstehen. Auch Wohnmobilstellplätze sind angedacht.

Altes Zufahrtstor
Blick aufs MSC-Gelände vom Weg in der Verlängerung der Boschstraße, die zur Zufahrt ausgebaut werden könnte. Foto: Ulrich Krawutschke

Auf dem Gelände des ehemaligen MSC Mörsch zwischen Kepler- und Boschstraße soll ein neuer zentraler Baubetriebshof der Stadt Rheinstetten entstehen. Dafür hat sich nun der Gemeinderat mit einer knappen Mehrheit von zwölf Ja-Stimmen ausgesprochen. Zwei Stadträte enthielten sich, neun stimmten dagegen.

Derzeit ist der Bauhof auf drei Standorte in Forchheim, Mörsch und an der alten Kläranlage an der Umgehungsstraße aufgeteilt. Erweiterungsmöglichkeiten sind nach Angaben der Stadt geprüft worden, keiner der drei Standorte eigne sich „zur Unterbringung aller Bedürfnisse“.

Außerdem sei die jeweilige Lage wegen der vom Baubetriebshof ausgehenden Immissionen ungünstig.

Alternativstandorte im Gewerbegebiet und am Penny-Markt

Zwei bisherige Standorte in Mörsch und Forchheim sollen nach dem Verwaltungsvorschlag für Wohnbebauung verwendet und der dritte, ein Lagerplatz auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage, renaturiert werden.

Der Standort auf dem MSC-Mörsch-Gelände, der nun ins Auge gefasst wird, ist einer von dreien, die diskutiert wurden. Alternativen waren das Gewerbegebiet Pfeiferäcker nahe der B36 und eine Fläche beim Penny-Markt in Mörsch.

Stellplatz für bis zu 100 Wohnmobile und Wohnwagen

Das ehemalige Vereinsgelände wird von der Verwaltung vor allem wegen der geringen Lärmbelastung des benachbarten Wohngebietes bevorzugt. Es gibt bereits einen Schallschutzwall der Motoballer.

Außerdem ist dort so viel Platz, dass zusätzlich ein Stellplatz für bis zu 100 Wohnmobile und Wohnwagen angelegt werden könnte, die dann aus dem Stadtgebiet wegkämen.

Kritisiert wurde der MSC-Standort wie bereits bei den Vorberatungen im Ausschuss (wir berichteten) wegen des Umwelt- und Naturschutzes. Das Gelände ist von Landschafts- und Naturschutzgebieten umschlossen.

Die Menschen würden vielleicht nicht von dem Lärm des Bauhofes gestört, sagte Martin Resch (Grüne), „aber die Natur sehr wohl“. Das Gebiet habe wegen der dort vorkommenden Tiere und Pflanzen überregionale Bedeutung, betonte Reschs Parteikollegin Babette Schulz.

Antrag: Renaturierung statt Wohnmobil-Stellplätze

Gerald Peregovits (ULR) sieht weitere Nachteile des MSC-Standorts in der Anfahrt über ein angrenzendes Wohngebiet und die folglich höhere Verkehrsbelastung. Besser sei der Standort Pfeiferäcker.

Otto Deck (BfR) beantragte, die für Wohnmobile gedachte Fläche aus der Planung für den zentralen Bauhof am MSC-Gelände herauszunehmen und sie stattdessen zu renaturieren. Mit zehn Nein-Stimmen, sieben Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen wurde der Antrag abgelehnt.

Positiv äußerten sich Andreas Rottner (CDU) und Hans-Peter Kleß (SPD) zum Vorschlag der Verwaltung. Durch die Bündelung der bisherigen drei Standorte an einem Ort könne man „Synergieeffekte nutzen“ und auch „schonend mit der Umwelt umgehen“, lobte Rottner. Außerdem würde man mit der Schaffung von Wohnmobilstellplätzen auf die vorhandene Nachfrage reagieren.

Dass auf einer ohnehin schon versiegelten Fläche gebaut werden soll und die Anbindung an das MSC-Gelände gut sei, hob Kleß hervor. „Summa summarum können wir dem Beschlussvorschlag so zustimmen.“

Bis zur Realisierung ist es noch „ein langer Weg“

Nach dem Gemeinderatsbeschluss wird die Stadt die Planungen in die Wege leiten. Prüfverfahren müssten durchlaufen und ein Bebauungsplan aufgestellt werden, kündigte Bürgermeister Michael Heuser (parteilos) an. „Es ist durchaus noch ein langer Weg.“ Auch Kompensationsmaßnahmen für den Umwelt- und Naturschutz würden diskutiert, sagte Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU).

Die Kosten für das Vorhaben hatte Heuser bei den ersten Beratungen im Ausschuss auf 4,5 Millionen Euro beziffert. Ein Gutteil davon könne aus dem Verkaufserlös der dann aufgelösten alten Standorte kommen.

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