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Photovoltaik, Blockheizkraftwerk und Wärmepumpe

Gemeinderat Rheinstetten entscheidet über ein Konzept für Wärmeversorgung

Rheinstetten macht einen weiteren Schritt in Richtung erneuerbare Energien. Das Neubaugebiet „Bach West IV und V“ soll komplett mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden. Skepsis gibt es hinsichtlich der zu erwartenden Heizkosten.

Die Stadt Rheinstetten will bei der Wärmeversorgung des Neubaugebiets IV und V auf erneuerbare Energien setzen. Foto: Fabian Sommer picture alliance/dpa

Die Wärmeenergie zur Versorgung der künftigen Bewohner des Rheinstettener Neubaugebietes „Bach West IV und V“ soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen geschöpft werden.

Der Rheinstettener Gemeinderat hat sich für ein Energiekonzept entschieden, das ein mit Biomethan befeuertes Blockheizkraftwerk beinhaltet sowie eine Luft-Wärmepumpe und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gelände der ehemaligen Deponie südlich des Geländes des SV Mörsch.

2,13 Millionen Euro wird das Vorhaben die Stadt voraussichtlich kosten, nach Abzug einer in Aussicht stehenden Förderung von gut 600.000 Euro blieben an ihr noch rund 1,5 Millionen hängen. Die Kosten für die Erschließung sollen komplett auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden.

150 Wohnungen sollen entstehen

780.000 Kilowattstunden Wärme brauche man voraussichtlich, um die Bürger in dem Gebiet zu versorgen, erklärte Patrick Schweizer vom Ingenieurbüro IBS aus Bietigheim-Bissingen, das für die Stadt verschiedene Wärmekonzepte erarbeitet hat. 150 Wohnungen sollen entstehen, neben Einfamilienhäusern sieben Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Geschossen, so Bürgermeister Michael Heuser (CDU).

8,93 Cent pro Kilowattstunde

Für kritische Nachfragen sorgten im Gemeinderat die Heizkosten für die künftigen Bewohner des Neubaugebietes. Er hätte sich eine genauere Aufgliederung dieser Kosten für den Bürger gewünscht, merkte Otto Deck (Bürger für Rheinstetten) an.

Der Arbeitspreis für den tatsächlichen Wärmeverbrauch liegt laut Patrick Schweizer bei 8,93 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer (7,5 Cent netto). Hinzu kommt ein Grundpreis von 17,85 Euro pro Kilowatt Leistung (15 Euro netto).

Ein Haushalt verbraucht 8.000 Kilowattstunden im Jahr

Bei einem Einfamilienhaus von 140 Quadratmetern Fläche würden für die Bewohner voraussichtlich Nettokosten für Heizung und Warmwasser von 952 Euro pro Jahr anfallen (714 Euro Arbeitspreis, 238 Euro Grundpreis), erklärt Schweizer auf Nachfrage der Redaktion.

Grundlage für die Berechnung ist ein jährlicher Verbrauch von rund 8.000 Kilowattstunden pro Haushalt in den geplanten Neubauten. Inklusive Kapitaleinsatz für die Heizanlage sei mit rund 2.500 Euro zu rechnen.

Wie entwickeln sich die Gaspreise?

Welchen Preis für Methangas man für die Berechnungen herangezogen hat und mit welcher Preisentwicklung man rechnet, wollte Martin Resch (Grüne) wissen. „Bleibt es da ökonomisch interessant, oder kommt es dazu, dass das den Kunden um die Ohren fliegt?“

Da man die Photovoltaikanlage und die Wärmepumpe als weitere Standbeine in der Wärmeerzeugung habe, könne man auf mögliche Preissteigerungen reagieren, erwiderte Schweizer.

Antrag zur Nutzung von Wasserstoff wurde abgelehnt

Außerdem sah die Grünen-Fraktion es kritisch, dass für den Transport von Biomethan CO2 anfällt – die geplanten Anlagen also nicht völlig klimaneutral seien. Resch und Fraktionschefin Babette Schulz enthielten sich bei der Abstimmung.

Ob man die Nutzung von Wasserstoff anstelle von Biogas für den Betrieb des Blockheizkraftwerkes geprüft habe, wollten sowohl Bernd Urban (FDP) als auch Otto Deck (BfR) wissen. Ein entsprechender Antrag von Deck auf Prüfung der Nutzung von „grünem Wasserstoff“ wurde mehrheitlich abgelehnt.

Wasserstoff sei für die Versorgung von Privathaushalten zwar verwendbar, aber mit Kilowattstundenpreisen von bis zu 30 Cent noch sehr teuer, erklärte Schweizer. Er rechne damit, dass Wasserstoff erst ab den 2040ern wirtschaftlich einsetzbar sein wird.

Baubeginn für Wohnungen Ende 2023

Ende 2021 soll der Bebauungsplan für Bach West IV und V laut Bürgermeister Heuser beschlossen werden, Mitte 2023 rechne man mit dem Abschluss der Erschließung des Gebiets, Ende 2023 könnten dann die ersten Bauherren loslegen.

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