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Hitze-Samstag: Sozialminister Lucha würde Badeseen notfalls schließen

Hochsommer im Südwesten. Zeit für den Badesee, denken sich viele. Viel zu viele, warnen vor allem Politiker und Gesundheitsexperten.

Heiß begehrte Abkühlung: Der Epplesee an der südlichen Stadtgrenze zu Karlsruhe gelegen ist ein beliebtes Ziel für Badetouristen aus der Umgebung. Der Andrang macht jetzt zu Corona-Zeiten noch mehr Probleme als sonst. Foto: Peter Sandbiller

Angesichts der Sommerhitze hält Sozialminister Manne Lucha (Grüne) auch eine Schließung überfüllter Badeseen in Notfällen für sinnvoll.

Es sei zwar nicht möglich, Zugänge generell zu kontrollieren, weil Badeseen öffentlicher Raum seien, sagte er. Dennoch müssten die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden. Daher sei es auch nachvollziehbar, wenn örtliche Behörden Badestellen komplett schließen würden, sollten sich zu viele Menschen dort aufhalten.

Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad befürchten zahlreiche Gemeinden am Wochenende einen wahren Ansturm von Besuchern. Einige Kommunen haben bereits vorgesorgt.

Gesperrte Seen in Heilbronn und im Schwarzwald

So hatte die Gemeinde Sipplingen am Bodensee bereits am Freitag einige Bereiche der Uferanlage und des Westhafens gesperrt. Diese Sperrungen sollen bis zum 15. September jeweils von Freitag bis Sonntag tagsüber gelten.

Der Breitenauer See bei Obersulm im Kreis Heilbronn ist bereits seit Freitag vergangener Woche gesperrt. Dort waren zuvor an einem einzigen Tag etwa 10.000 Menschen gezählt worden. Ähnliche Massen werden an diesem Wochenende auch am Epplesee bei Karlsruhe erwartet.

Die Polizei Titisee-Neustadt im Schwarzwald will nach eigenen Angaben am Wochenende zusätzliche Streifen einsetzen, um an den Seen die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu kontrollieren. Das gelte zunächst für die kommenden vier bis fünf Wochenenden.

Für den beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt bei Tübingen droht Bürgermeister Bernd Haug eine Sperrung an, falls zu viele Besucher gezählt werden.

Corona-Abstände waren an den Badeseen in den vergangenen Wochen oft kaum möglich

Bei schönstem Sommerwetter waren in den vergangenen Tagen immer wieder Tausende Erfrischungssuchende an die Badeseen im Land gekommen - von Abstand und Masken konnte da oft keine Rede mehr sein.

Koexistenz: Neben Schwimmern frequentieren auch Surfer, Segler und Taucher den Epplesee. Foto: Wolfgang Voigt

Nach Angaben von Armin Flohr, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Württemberg (DLRG), bergen Sperrungen von Badeseen allerdings die Gefahr, dass die Menschen zum Schwimmen an Fließgewässer ausweichen - wo es keine Badeaufsicht gibt.

Das Problem: Wasserratten haben in diesem Sommer nur wenige Alternativen. Wegen der Corona-Pandemie bleiben viele Freibäder geschlossen - oder sie lassen nur eine eingeschränkte Zahl von Besuchern ins Becken.

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