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Kampagne komplett abgesagt

Narren in Rheinstetten müssen zuhause bleiben und auf Umzüge verzichten

Das will niemand riskieren: Einen Corona-Hotspot wegen Fastnacht. Deshalb sagen die Narren auch in Rheinstetten Umzüge und Prunksitzungen in den Hallen ab.

Kein Straßenspektakel: In Rheinstetten gibt es in der Kampagne 2020/2021 keine Fastnachtsveranstaltungen und damit auch nicht den von Tausenden besuchten Umzug in Forchheim (Archivfoto). Foto: Ulrich Krawutschke

Mit den Fastnachtsumzügen in den beiden Rheinstettener Stadtteilen Forchheim und Neuburgweier wird es 2021 nichts. Wie in Ettlingen, so ist auch das närrische Straßenspektakel in der Nachbarschaft aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Gleiches gilt für Sitzungen in den örtlichen Hallen.

„Wir sind alle Vollblutfastnachter und die Entscheidung ist uns wirklich schwer gefallen“, sagt Rita Böhm, Vizepräsidentin der Vereinten Forchheimer Fasenacht, die den traditionellen Umzug am Fastnachtssonntag immer organisiert. Erwarten worden wären dort unter normalen Umständen an die 60 Gruppen, teilweise mit aufwendig gestalteten Motivwagen.

In Forchheim immer zwischen 5.000 und 10.000 Besucher

Die Zuschauerzahl an der Strecke liegt je nach Wetter zwischen 5.000 und 10.000. Es sei nicht möglich, so Böhm gegenüber den BNN, ein „schlüssiges Hygienekonzept“ zu liefern, weil der Umzug mitten durch den Ort führe und es diverse Zugangsmöglichkeiten gebe. „Das können weder wir noch die Security-Leute kontrollieren.“

Die Fürsorge für Umzugsteilnehmer, Vereinsmitglieder und Gäste lasse keine Alternative zu einer Absage zu. Für den Verein sei das „natürlich ein Schlag“, weil ihm ja auch Einnahmen wegbrechen, etwa die durch den Verkauf von Umzugsplaketten.

Ähnlich wie Rita Böhm geht es Raphael Eich vom Verein Weierer Geißböck, der die Verantwortung für den Rosenmontagsumzug in Neuburgweier trägt. 70 Gruppen, was in etwa 2.500 aktiven Fastnachtern entspricht, marschieren mit, manche von ihnen nehmen einen längeren Anfahrtsweg auf sich, um dabei zu sein. „Wir haben abgesagt, bevor der Bau von Motivwagen beginnt und sich unsere Leute viel Arbeit machen“, so Eich.

Es bleibt die Hoffnung auf 2022

Es sei undenkbar bei erwarteten 10.000 Narren Abstände und Hygieneregeln einzuhalten und ein Risiko wolle der Verein keinesfalls eingehen. Bedauerlich in finanzieller Hinsicht sei auch, dass der Ausklang in der Zelthalle entfalle, bei dem die Weierer Geißböck immer bewirten. Was jetzt bleibe, sei die Hoffnung auf 2022 oder noch auf ein „kleines, spontanes Event“ 2021.

Ich hätte lieber 20.000 Euro seitens der Stadt gezahlt.
Sebastian Schrempp, Oberbürgermeister

Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp, der am 11.11. auch nicht wie sonst mit großem Brimborium seines Amtes enthoben wird, hält die Absage von Fastnachtsveranstaltungen in Pandemie-Zeiten für die „einzig richtige Lösung“. Er habe vor, sich in kleinerer Runde mit den Sitzungspräsidenten zu treffen und ein Video zu drehen, das man dann zum Kampagnenstart anschauen könne.

Auf die Frage, ob die Umzugabsage Rheinstetten nicht auch Geld spare, sagt Schrempp spontan: „Glauben Sie mir, ich hätte lieber 20.000 Euro seitens der Stadt gezahlt für Fastnacht, die stattfindet“.

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