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Ehemaliges Gelände des MSC Mörsch

Naturschützer kritisieren Standort für Baubetriebshof in Rheinstetten

Gegen den vom Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) in der Dezembersitzung bevorzugten Standort ehemaliges MSC-Mörsch-Gelände für den Neubau eines zentralen Baubetriebshofes erhebt sich aus Naturschutzkreisen Widerstand.

Auf dem ehemaligen MSC-Gelände in Mörsch könnte der neue Baubetriebshof entstehen. Dagegen regt sich nun Widerstand. Foto: Ulrich Krawutschke

Hintergrund ist, so Joachim Schröder, Mitglied bei der Lokalen Agenda Rheinstetten in den Arbeitskreisen (AK) Stadtentwicklung und Mobilität und Verkehr, dass das Gelände von Natur- und Landschaftsschutzgebieten umschlossen ist und es aus Naturschutzgründen keinen Sinn mache, in diese Schutzzone einen Stadtbetrieb mit viel Verkehrsaufkommen zu legen.

Für Schröder wäre es besser, „eine angedachte Fläche im Bereich Gewerbegebiet Pfeiferäcker dafür auszuweisen“. Weitere Alternative war eine Fläche hinter dem Penny-Markt in Mörsch, die aber wohl, so vermutet Schröder, wegen Einsprüchen von Anwohnern nicht weiter verfolgt wurde.

Einen Fragebogen dazu haben die beiden genannten Arbeitskreise sowie der AK Klima, Natur und Energie um Harry Schwarz Bürgermeister Michael Heuser (parteilos) vorgelegt. Zur Genehmigung des Standortes MSC sei, so Heuser im BNN-Gespräch, eine Änderung von Regionalplan und Flächennutzungsplan erforderlich, außerdem werde die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises beteiligt.

Gemeinderat will am 25. Januar entscheiden

Die drei derzeit zur Wahl stehenden Standorte seien von der Kühnl + Schmidt Architekten AG untersucht worden und als beste Lösung das MSC-Gelände vorgeschlagen worden. Die Pfeiferäcker seien dagegen nicht zentral genug gelegen.

Da ist Klaus Hagner vom AK Mobilität und Verkehr anderer Meinung, denn dort „gibt es günstige Zufahrten zu den Stadtteilen Forchheim und Mörsch“ und es müsse nicht, wie angedacht, der Feldweg am Ende der Boschstraße als Zufahrt zum MSC-Gelände ins Schutzgebiet ausgebaut werden.

Die Keplerstraße als Zufahrt war wegen der Anwohnerbelästigung hintenan gestellt worden. Das MSC-Gelände, so die AK-Sprecher, sollte der Natur überlassen werden.

Auch Rheinstettens BUND-Vorsitzender Ludwig Schulz sieht die Nutzung des MSC-Geländes kritisch. Er würde es wegen der vorhandenen wertvollen Schluten gerne renaturiert sehen und spricht sich klar für die Pfeiferäcker aus. Schulz verkennt aber nicht, dass das MSC-Gelände längst da war, als die Flächen drumherum erst 1994 unter Schutz gestellt wurden. „Es gab damals Bestandsschutz für den MSC, sonst wäre die Fläche auch Schutzgebiet geworden.“

Schulz bedauert, wie die Arbeitskreise auch, dass die örtlichen Naturschutzverbände nicht von vorneherein einbezogen worden sind: „Es gäbe weniger Konflikte, denn wir sind konstruktiv.“ In Karlsruhe etwa werde der Naturschutz früh eingebunden, habe sogar Stimmrecht in Ausschüssen.

Bürgermeister Heuser betont, es werde durch den möglichen Baubetriebshof keine Eingriffe in Schutzgebiete geben, so werde etwa das Wäldchen auf dem Lärmschutzwall erhalten, es würde sogar Rückbau von Flächen bei der Alten Kläranlage geben, die bisher vom Baubetriebshof genutzt würden. Ludwig Schulz plädiert zudem auch für eine Verlegung des Wertstoffhofes in die Pfeiferäcker. Wie es nun weitergeht, entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. Januar. Zur Diskussion werden wieder die drei Standorte MSC, Penny-Markt und Pfeiferäcker stehen.

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