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Attraktiverer Nahverkehr

Rheinstetten will Druck auf KVV erhöhen - kommt doch noch das Ein-Euro-Ticket?

Das Ein-Euro-Ticket für Rheinstetten lehnte der Gemeinderat 2019 noch ab. Da der KVV mit der angekündigten Neuordnung der Tarifstruktur auf sich warten lässt, wagt die SPD nun erneut einen Vorstoß. 

Die Stadtbahnlinie S2 verbindet Rheinstetten mit Karlsruhe. Die CDU will jetzt eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof. Foto: Johannes-Christoph Weis

Die SPD-Gemeinderatsfraktion in Rheinstetten fordert erneut die Einführung eines Ein-Euro-Tagestickets für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in der Großen Kreisstadt.

Nikolas Karanikolas begründete diesen Wunsch damit, einen Impuls zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr zu geben. Es nutzten immer noch zu viele Menschen das Auto im Kurzstreckenbereich. Man wolle mit dem Antrag zur Klimaverbesserung beitragen.

Schon vor neun Monaten hatte die SPD einen Antrag auf Einführung eines Rheinstettener Ein-Euro-Tickets beantragt. Den ersten Antrag hatten am 19. November 2019 die übrigen Fraktionen mehrheitlich mit der Begründung abgelehnt,dass der KVV gerade dabei sei, eine neue Tarifstruktur zu entwickeln. Und es kam auch der Hinweis, dass es ein solches Angebot nicht zum Nulltarif gebe.

SPD schlägt „Rheinstetten Card” vor

Damals war auch die Rede, eine „Homezone” in Rheinstetten für die Nutzung des ÖPNV einzuführen. Der Beschlussvorschlag der SPD, ein ganzjähriges Ticket für 365 Euro für Rheinstetten anzubieten, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Zudem hatte die SPD gewünscht, die Kosten für diese „Rheinstetten Card” und die Mehrkosten bei einem Fahrpreis von einem Euro pro Tag zusammen mit dem Landratsamt und den Verkehrsbetrieben Karlsruhe zu ermitteln.

Auch das war mehrheitlich abgelehnt worden. Es gibt aus der Bevölkerung große Zustimmung zu dem Vorschlag, meinte Nikolas Karanikolas.

Was bleibt finanziell an Rheinstetten hängen?

Die CDU, so Heinz Wöstmann, verschließt sich dem Antrag der SPD nicht, allerdings habe sich seit der Beschlussfassung vom November nicht viel geändert. Der KVV sei beim Thema Tarifstruktur nicht vorangekommen. Es bestehe die Gefahr, dass finanziell alles bei der Stadt hängen bleibe. Er wünsche auch zu wissen, welche Zielgruppen mit dem Ein-Euro-Ticket-Antrag erreicht werden sollen.

Dies solle im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats konkretisiert werden, um dann mit dem KVV Verhandlungen aufzunehmen. Er teile aber mit vielen im Gemeinderat die Unzufriedenheit, dass der KVV beim Thema Reform der Tarifstruktur nicht vorankomme.

Auch Oberbürgermeister Sebastian Schrempp zeigte Neigung, dem SPD-Antrag zuzustimmen. Es sei ein Ärgernis, wie man beim Thema Tarifstruktur von Sitzung zu Sitzung vom KVV vertröstet werde. Martin Resch (Grüne) wünschte wie auch Gerald Perogovets (ULR) den Antrag, der dem KVV vorgelegt werde, noch zu „schärfen”.

Bürgerbüro-Lösung für Ein-Euro-Tickets?

Walter Linsin (SPD) sprang seinem Parteikollegen Karanikolas zur Seite und schlug vor, ein Rheinstetten-Ticket zu entwickeln, das dann die Bürger ab 20 Stück beim Bürgerbüro abholen könnten. Das war OB Schrempp aber doch etwas zu hemdsärmelig. Er wies auf den enormen Aufwand für die Verwaltung hin und insbesondere auf die Bürokratie bei der Verbuchung der Einnahmen aus dem Kartenverkauf.

Vom Grundsatz waren sich alle im Gemeinderat einig, den Druck auf den KVV zu erhöhen, um endlich die angekündigte Tarifstrukturreform voranzubringen.

Sebastian Schrempp und Birgit Mangold (Grüne) wünschen, dass der Ausschuss für Umwelt und Technik sich nicht nur des Ein-Euro-Tickets, sondern auch einer Scoolcard light annimmt. Es gehe hier um eine Gebührenreduzierung für Kinder, die die Scoolcard nur zur Fahrt in ihre Rheinstettener Grundschule benötigen.

Oberbürgermeister soll mit KVV verhandeln

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, sich des Themas Ein-Euro-Ticket in der nächsten Ausschusssitzung anzunehmen. Danach soll der Oberbürgermeister auf der Grundlage der Ergebnisse aus dem Ausschuss beauftragt werden, Verhandlungen mit KVV und Landratsamt zu führen.

Angehängt an den Antrag der SPD hatte die CDU noch den Antrag eingebracht,sich dafür einzusetzen, die Linienführung der Stadtbahnlinie S2 zu ändern. Sie will, dass die Bahn den Hauptbahnhof von der Karlsruher Innenstadt aus direkt anfährt.

„Dies wird die Attraktivität nicht nur der Nutzung der Straßenbahn, sondern auch des Zugverkehrs erhöhen. Die Nutzung der Straßenbahn, um den Hauptbahnhof zu erreichen, ist gegenüber der Pkw-Nutzung derzeit nicht konkurrenzfähig”, erläuterte Heinz Wöstmann. Außerdem profitiere von einer solchen Direktverbindung die Messe Karlsruhe in Rheinstetten.

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