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Immer mehr Hobbypaddler

Stand Up Paddling ist der Wasser-Trendsport Nummer eins

„Stand Up Paddling“- kurz „SUP“ - ist in diesem Sommer der Trendsport Nummer Eins. Die breite Masse hat das Board für sich entdeckt, und an den Seen in der Region tummeln sich neben passionierten Wassersportlern inzwischen täglich mehr und mehr Hobbypaddler.

Joel Tarrago ist seit vier Jahren leidenschaftlicher Stand Up Paddler. Foto: Susanne Garcia

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Garcia

Einer, der sich bestens mit SUP auskennt, ist Joel Tarrago, seit vier Jahren leidenschaftlicher Stand Up Paddler aus Karlsruhe-Durlach. Eines seiner Hausgewässer ist der Epplesee. Am liebsten paddelt er dort eigentlich nicht im Sommer, sondern lieber mit Trockenanzug in den Herbst und Wintermonaten. „Ganz allein, und dann diese Ruhe am See zu dieser Jahreszeit, das ist so wunderbar entschleunigend.“

Tarrago, der in seiner Freizeit sogar selbst Boards designt und nebenher auch noch über seine private Website allerhand rund ums Stand Up Paddling veröffentlicht, freut sich, dass SUP als Sport immer populärer wird. Aber: „Es gibt vieles zu beachten. Gerade wer keinerlei Erfahrung im Wassersport mitbringt, sollte sich vorab sehr gut informieren.“ Denn: „Ein Stand Up Paddle Board ist keine Luftmatratze. Abgesehen davon, dass es etliche Boards für jeweils unterschiedliche Nutzungsarten gibt, berge das Paddeln auf dem großen Brett für Anfänger auch einige Tücken.

„Ganz wichtig ist, dass man sich darüber im Klaren ist, wie schnell ein solches Board gerade an einem größeren See von ein bisschen Wind abgetrieben werden kann“, betont Tarrago. Speziell in Hinblick darauf, dass sich viele Familien mit kleineren Kindern mit den günstigen sogenannten Allround-Boards aufs Wasser wagen, sei Sicherheit oberste Priorität. „Kinder sollten beim Paddeln auf dem See immer eine Rettungsweste tragen – auch, wenn sie schwimmen können!“

Vorsicht bei Wind und Tauchern

Denn selbst guten Schwimmern gehe bei einer längeren Strecke schon mal die Puste aus. „Wenn du vom Board fällst und es ist Wind, oder ein vorbeifahrendes Wasserfahrzeug macht Wellen: So schnell kannst du gar nicht gucken, wie das Board immer weiter von dir wegtreibt.“ Eine zusätzliche Sicherung sei deshalb gerade für Anfänger unerlässlich.

Die sogenannte „Leash“, eine kleine Leine, kann am Board und um die Wade oder auch um die Hüfte des Paddlers befestigt werden und dient als sichere Verbindung. „Das empfehle ich sehr“, sagt Tarrago. Außerdem wichtig: „Hitze- und Sonnenschutz! Und immer etwas zum Trinken und im wasserdichten Beutel das Handy für den Notfall mitnehmen.“ Auch in Bezug auf die Finne, die dem Board Stabilität verleiht, müsse Anfängern bewusst gemacht werden: „Wenn ein Taucher übersehen wird, dann kann das zu bösen Verletzungen führen.“

Nur mit Schwimmweste sollten Kinder zur Tour auf dem Stand Up Paddle-Board mitgenommen werden. Foto: Susanne Garcia

Der Rheinstettener Michael Beyer paddelt seit rund drei Jahren und hat vor ein paar Wochen eine eigene Facebook-Gruppe unter dem Namen „Stand Up Paddle (SUP) Karlsruhe“ gegründet. Inzwischen tummeln sich um die 40 Mitglieder dort, leidenschaftliche Wassersportler genauso wie blutige Anfänger. „Die Gruppe soll die Möglichkeit zum Austausch bieten. Anfänger können sich Tipps geben lassen – wir sind offen für alle, die das Thema interessiert“, erklärt der 38-Jährige. Gerade in der Region um Karlsruhe gebe es wirklich viele schöne Gewässer.

Viele Anfänger haben 2020 Lust auf SUP

In Beyers Facebook-Gruppe taucht als Tipp von den Hobbywassersportlern als beliebtes Ziel für Stand Up Paddler auch immer wieder der Erlichsee in Oberhausen-Rheinhausen auf. Dort verleiht Andreas Fuchs Ausrüstung fürs Stand Up Paddling und bietet auch Kurse an. „In diesem Jahr rennen sie uns die Bude ein“, sagt er unumwunden. „Und bis zu 90 Prozent sind Ersttäter ohne Wassersporterfahrung.“ Grundsätzlich sei das kein Problem. Allerdings werde die Masse in Kombination mit den vielen anderen Wassersportlern auf manchen viel frequentierten Gewässern zur Herausforderung.

„Bei Seglern beispielsweise werden Prüfungen verlangt, bei Hobbypaddlern aber nicht. SUP-Boards zählen nicht zu den Wasserfahrzeugen. Deshalb kennen meistens Neulinge auf diesem Gebiet die Vorfahrtsregeln und richtige Verhaltensweisen auf dem Wasser nicht und behindern deshalb möglicherweise andere Wassersportler.“ Gerade, wenn das Board bei viel Betrieb dann mitten auf dem See als eine Art Luftmatratze gebraucht würde, könne das schon mal zu schwierigen Situationen führen. „Ich sag’s mal so: Man picknickt ja auch nicht auf dem Fußballplatz während eines Spiels.“

Fuchs weist seine Kursteilnehmer auch stets darauf hin, dass bei privaten SUP-Ausflügen unbedingt Rücksicht auf die Natur genommen werden muss. „Der Altrhein ist nichts für Anfänger, das ist zu gefährlich.“ Aber dort gelte wie auch an anderen Gewässern: Nicht überall darf man einfach so an Land gehen. Für Einsteiger empfiehlt er deshalb: „Erst schlau machen und immer Rücksicht nehmen! Es wäre nämlich echt schade, wenn manche Gewässer irgendwann für SUP nicht mehr genutzt werden dürften.“

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