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Polizei sperrt Zubringerstraßen

Verkehrschaos am Epplesee: Einige Besucher kehren wieder um

Am Samstag kamen etwa 7.000 Besucher an den Epplesee bei Rheinstetten. Polizei und Ordnungsamt verusuchten mit einem neuen Konzept, den Andrang in den Griff zu bekommen.
von Freier Mitarbeiter
3 Minuten
von Freier Mitarbeiter

Von unserem Mitarbeiter Stefan Lumpp

Die Menschen strömten von überall her und suchten das kühlende Nass – folglich herrschten auch an diesem Wochenende rund um den Epplesee chaotische Verkehrszustände. „Hier ballt sich alles“, sagte der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Ettlingen Jürgen Maisch und sprach von mehr als 7.000 Badegästen am Samstag.

Maisch war mit 16 Beamten vor Ort, alles zusätzliche Kräfte von verschiedenen Dienststellen aus der Region. Die Verkehrsregelung erfolgte in Zusammenarbeit mit sechs Bediensteten vom Stadtbetrieb und zwei Mitarbeitern vom Ordnungsamt Rheinstetten.

Um die Mittagszeit wurden Zufahrten gesperrt

Nach starkem Andrang in den Morgenstunden mussten um die Mittagszeit die direkten Zufahrten zum Badesee gesperrt und der Verkehr zum Parkplatz P1 am Messegelände umgeleitet werden. Wer dann noch zum „Epple“ wollte, musste einen Fußmarsch von gut einem Kilometer auf sich nehmen.

„Wichtig ist uns vor allem, dass um den Kreisel kein Stau entsteht, damit die Rettungswege frei sind“, betonte der Leiter des Ordnungsamtes Rheinstetten Ronald Daum. Weiter wolle man unbedingt das „Wildparken“ auf den Feldern verhindern, wegen des Brandschutzes und aus ökologischen Gründen.

Das neue Konzept von Polizei und Ordnungsamt, das unter anderem vorsieht, die Zubringerstraßen weiträumig dicht zu machen, zeigte Wirkung. Es musste kein Auto abgeschleppt werden. Dies ist laut Maisch ohnehin eine Maßnahme, die man nur anwende, wenn es nicht mehr anders geht.

Besucher kommen aus dem Stuttgarter Raum und aus Freiburg an den Epplesee

„Wahnsinn, wenn man sieht, wo die alle herkommen“, sagte Maria Tandaric, die den Verkehr an einer Straßensperre Nähe der Messe überwachte. Viele Autos aus dem Stuttgarter Raum bis nach Heidenheim waren es und auch Freiburger kommen zum Baden hierher; französische Kennzeichen waren an dem Tag kaum zu beobachten.

Dann fuhr ein Auto mit einem Trupp junger Männer vor. Als Tandaric ihnen klar mache, dass ihnen ein langer Fußweg bevorsteht, machten sie große Augen. „Viel Spaß beim Walken“, entgegnete die Bedienstete der Stadt Rheinstetten mit einem freundlichen Lächeln.

Kein Durchkommen: Die Polizei hat bei Ettlingen direkt nach der Abfahrt von der B3 eine Straßensperre Richtung Silberstreifen eingerichtet. Der Verkehr wurde auf die L566 nach Mörsch umgeleitet. Foto: Stefan Lumpp

Wenig später: Zwei Motorradfahrer glaubten, dass für sie eine Ausnahme gilt. Und erneut empfahl die Dame in orangener Uniform: „Walking“. Viele Besucher hatten Verständnis, manche zeigten ihren Unmut, es kam auch zu Beschimpfungen, sogar Polizeiabsperrungen wurden versucht zu entfernen. Ein weiteres Problem neben dem Verkehr sei die enorme Zunahme des Mülls, so Tandaric.

Und dann tauchte die Gruppe mit den jungen Männern wieder auf. Sie wollten sich den Fußweg nicht antun und fragten nach dem Rückweg zur Autobahn. Auf den Straßen rund um den See hatten die Beamten alle Hände voll zu tun. Daher konnten sie die Einhaltung der Corona-Abstände kaum kontrollieren. „Die Leute halten sich weitgehend an die Vorgaben“, so Daum.

Weniger Verstöße als noch vor zwei Wochen

Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass etwa 3.000 Menschen umkehrten und auf das Badevergnügen verzichteten, als sie von den Umständen rund um den See hörten. Insgesamt kam es zu zwei Platzverweisen, 30 mündlichen Verwarnungen, elf Ordnungswidrigkeitenanzeigen und einer Anzeige wegen Rotlichtverstoß.

Jürgen Maisch resümiert den Tag als nicht so extrem wie noch vor zwei Wochen, „vielleicht haben auch die vielen Pressemeldungen Wirkung gezeigt“. Die Polizei könne dies aber nicht jedes Sommerwochenende leisten, daher seien weitere Nachbesserungen nötig, eventuell wird er mit Hubschrauberunterstützung Luftbilder anfertigen lassen.

„Unsere Präsenz vor Ort ist sehr wichtig. Ich spüre, dass die Leute auch dankbar sind, wenn jemand da ist und ihnen den Weg zeigt“, so Ronald Daum. Als er am Nachmittag mit Schweißperlen auf der Stirn am Kreisel die Zufahrt kontrolliert, öffnet ein Autofahrer die Scheibe und will ihm eine Flasche Wasser reichen.

Mancher in Rheinstetten ärgerte sich derweil über die „Nebenwirkungen” der Verkehrslenkungsmaßnahmen. Dadurch, dass der Parkplatz am Epplesee bei einer Auslastung von 75 Prozent abgeriegelt werde, parkten die Badegäste nun an Kreuzungen und in Einfahrten, äußerte sich eine Frau auf der BNN-Facebookseite. Die Anwohner hätten nun „massive Behinderungen”.

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