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Besucheransturm am Epplesee

Verkehrspolizei fühlt sich von Abschleppaktionen am Epplesee überfordert

Schreckt das Abschleppen Besucher ab oder sollte man den See gleich ganz abriegeln? Die Verantwortlichen sind sich uneins über die Wirksamkeit des neuen Verkehrskonzepts am Epplesee.

Betonringe versperrten in der Corona-Krise die Zufahrt zum Epplesee. Es gibt jetzt wieder Stimmen, die Freiheiten am See stärker einzuschränken. . Foto: Werner Bentz

Die Szene war an Dreistigkeit nicht zu überbieten: Ein Autofahrer stellte sein Fahrzeug verbotenerweise auf einem Acker beim Epplesee ab. Direkt vor den Augen eines Polizisten und Oberbürgermeister Sebastian Schrempp. Dann fragte er: „Ist es erlaubt hier zu parken?”. Der Polizist antwortete prompt: „Nein”. Die Antwort interessierte den Mann nicht. Er packte die Badetasche aus, ließ das Auto stehen und lief Richtung Epplesee. Immerhin ließen sich die Ordnungsbehörden von Polizei und Stadt Rheinstetten das Verhalten nicht gefallen. Minuten später hing das Auto am Abschlepphaken. Kurze Zeit später war es abtransportiert. Die Auslösung seines Vehikels dürfte den Badegast 300 bis 350 Euro kosten, Bußgelder könnten noch hinzukommen.

Das neue Verkehrskonzept der Stadt Rheinstetten hat aus Sicht des ein oder anderen Verkehrsexperten, gerade aus den Reihen der Polizei, noch nicht die Wirkung erzielt, die sich die Verantwortlichen erhofft haben. „Die Menschen haben am Samstag und Sonntag Fußwege von 30 und mehr Minuten in Kauf genommen”, sagt Ralph Fiedler, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Mehrere Fahrzeuge seien im weit entfernten Mörscher Gewerbegebiet oder auf Supermarkt-Parkplätzen abgestellt worden. Das größte Problem sei aber gewesen, dass Autofahrer auf Stoppelfeldern, Wiesen und in Waldgebieten ihre Autos abgestellt haben. „Da herrscht aber extreme Feuergefahr wegen der hitzebedingten Trockenheit”, betont Fiedler.

Polizei ist personell stark ausgedünnt

Deshalb habe man am Sonntag nach 16.30 Uhr über die bereits gemeldeten 30 abgeschleppten Fahrzeuge nochmals elf Autos abschleppen lassen. Fiedler anerkennt zwar den Einsatz der Stadt Rheinstetten, die personell stark aufgerüstet habe: Aber die Polizei sei im Urlaubsmonat August personell so ausgedünnt, dass man sich kaum noch Kraftakte wie am vergangenen Wochenende leisten könne. Zumal es jede Menge anderer Einsatzlagen gebe, bei denen die Polizistinnen und Polizisten gefordert seien.

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