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Daten der Wetterstation

Zu kalt, zu trüb – aber nicht zu nass: Rheinstetten beweist, der Mai war gar nicht so regnerisch

Es schüttet und schüttet: Wer in den vergangenen Tagen den Endruck bekommen hat, dass es für den Wonnemonat viel zu nass ist, der liegt zumindest nach den Messungen an der Wetterstation Rheinstetten falsch. Und wer sich fragt, wie es weiter geht, bekommt ebenfalls eine Antwort.

Dominik Jung, Diplommeteorologe. Foto: Dominik Jung/Q.met

Dominik Jung arbeitet als Medienmeteorologe und Klimaexperte in Wiesbaden. Für die BNN wertet er die Daten der Wetterstation in Rheinstetten aus.

Der Wetterexperte stellt fest, dass es im Monat Mai anders als in vielen anderen Gegenden gar nicht zu nass war.

Außerdem verrät er uns, welche Wetter im Mai noch zu erwarten ist.

Dunkle Wolken wie diese waren in den vergangenen Tagen und Wochen auch immer wieder über dem Himmel von Rheinstetten zu sehen. Überdurchschnittlich viel geregnet hat es aber nicht. Foto: Nicolas Armer picture alliance/dpa

Welche Niederschlagsmenge wurde an der Wetterstation in Rheinstetten im Mai gemessen?
Jung

Das waren bis gestern rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter und damit erst 44 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags im Mai. Damit ist Rheinstetten eine Ausnahme, eine kleine trockene Ecke, denn in vielen Teilen Deutschlands hat es deutlich mehr geregnet als üblich. In Bad Bergzabern in der Pfalz etwa ist zum jetzigen Zeitpunkt schon 96 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge gefallen, was aber vermutlich auf ein Starkregenereignis zurückzuführen ist. Dadurch, dass es in der Gegend um Rheinstetten immer wieder tröpfelt, gewinnt man den Eindruck, dass es auch dort richtig viel regnet. Dabei ist die eigentliche Niederschlagsmenge recht niedrig. Außerdem ist es mit durchschnittlich 11,2 Grad deutlich zu kühl für den Mai, mit 76 Sonnenstunden haben wir erst 39 Prozent des Monatssolls erfüllt.

Hilft der Regen der Natur, sich von den langen Trockenperioden der vergangenen Jahre zu erholen?
Jung

Ja, aber das reicht natürlich nicht aus. Um alles aufzuholen, müsste es noch Wochen und Monate regnen. Nicht nur in Rheinstetten, sondern in ganz Deutschland. Für die Auffüllung des Wasservorrats in der Erde eignet sich im Übrigen ein schwächerer Landregen besser als ein richtig starker Schauer. Wenn viel Wasser vom Himmel kommt, kann der Boden das gar nicht auf einmal aufnehmen.

Woran liegt es, dass es im Wonnemonat Mai so ungewöhnlich kalt ist?
Jung

Das hat mit dem Jetstream zu tun, einem Starkwind, der in mehreren Kilometern Höhe in Wellenbewegungen rund um den Globus weht. Der beschert uns hier in Deutschland ein Dauertief, während es beispielsweise in Finnland oder in Moskau mit Temperaturen bis zu 30 Grad außergewöhnlich warm ist. Klimatologisch sind die Ursachen schwer zu erklären, weil wir nur einen sehr kurzen Zeitraum betrachten. Erst in fünf Jahren kann man vielleicht erste Rückschlüsse ziehen.

Wie sind die Wetteraussichten für die restlichen Maiwochen?
Jung

Wir bleiben eigentlich bis zum Monatsende unter 20 Grad. Außerdem ist immer wieder mit Schauern zu rechnen. In den Pfingstferien kann vielleicht mal die Sonne durchblitzen. Insgesamt sind die Aussichten aber ziemlich bescheiden.

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