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Am Programm wird stets gefeilt

Schlosslichtspiele lockten bereits 45.000 Zuschauer

Die Schlosslichtspiele haben an den ersten Tagen bereits 45.000 Zuschauer angelockt. ZKM-Chef Peter Weibel räumt ein, dass er mit der Auswahl der Künstler ein Risiko einging - das sich lohnte: Das Programm sei sehr vielfältig. Schon ist lieben die Zuschauer wieder besonders die Arbeit von Maxin10sity.

Viele Besucher der Schlosslichtspiele lieben die Beiträge von Maxin10sity - auch schon 2017. Foto: Deck/KEG

Maxin10sity

fliegen die Herzen zu: Die ungarische Gruppe erzählt auf der Schlossfassade die Entstehungsgeschichte des Lebens, unternimmt einen Ausflug in die Unterwasserwelt, in den Dschungel und begeistert damit die Zuschauer der Schlosslichtspiele – einmal mehr.

Schon 2015 und 2016 war

Maxin10sity

mit ihren Beiträgen Publikumsliebling. „Aber ihre aktuelle Arbeit ist die bisher beste“, urteilt ZKM-Chef

Peter Weibel

, der die künstlerische Verantwortung für die allabendlichen Projektionen trägt.

Schlosslichtspiele betreten Neuland

Er betrat mit der Auswahl der Künstler in diesem Jahr auch Neuland. Verpflichtet wurden nämlich nicht nur Stars der Szene – die Kunstform wird Projection-Mapping genannt – wie

Maxin10sity

. Nein, es sind ebenso international renommierte Architekten dabei, die wenig oder gar keine Erfahrung mit Projektionen auf so riesigen Flächen wie die Schlossfassade haben.

Das war ein Risiko

Weibel sagt: „Das war ein Risiko.“ Inzwischen ist er sicher – es hat sich gelohnt. „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Und das Publikum lässt sich darauf ein.“

Auch ZKM-Geschäftsführerin Christiane Riedel zeigt sich begeistert von der Unterschiedlichkeit der Beiträge, von der Vielfalt des Programms – an dem quasi ohne Unterlass gefeilt wird.

Die Flut rutscht nach vorne

Von der Idee, die Beiträge der Architekten in einem Block zu präsentieren, verabschiedete man sich inzwischen. „Es ist für den Spannungsbogen besser, wenn wir die Reihenfolge anders gestalten und mehr abwechseln“, zeigt sich Weibel überzeugt.

Die Show des Israeli Eyal Gever beispielsweise wurde deshalb weiter nach vorne ins Programm geholt: Er flutet mit gewaltigen Wassermassen virtuell das Schloss.

Bezug zu Niagarafällen

„Das knüpft an die Niagarafälle an, die wie unser Schloss hufeisenförmig sind“, so Weibel.

Die Flut kommt jetzt früher Foto: jodo

Der ZKM-Chef zeigt sich von dem Beitrag – an dem Gever derzeit technisch noch einiges verändert – sehr angetan.

Ein Projekt in Bewegung

Inzwischen läuft die Show in der ersten Hälfte des Programms. „Das kommt vielen Besuchern entgegen, die diesen Beitrag unbedingt sehen wollten, denen der Start bisher aber zu spät war“, berichtet auch Martin Wacker von der städtischen Event GmbH. Ein Projekt in Bewegung: Das macht aus Wackers Sicht die Besonderheit der Schlosslichtspiele aus.

Kreativitätstätte vor Ort

Es sei eben nicht so, dass einfach ein Programm eingekauft und dann abgespielt wird. „Mit dem ZKM haben wir die Kreativitätstätte vor Ort, wir können reagieren und alle – Zuschauer wie Künstler – spüren, dass wir sie ernst nehmen.“

Einmaliges Kunstprojekt

Auch den Mut Weibels, mal Neues, mal Außergewöhnliches zu wagen, schätzt Wacker: „Die Schlosslichtspiele sind nicht nur ein Event. Das ist ein einmaliges Kunstprojekt.“

45.000 Besucher bis Sonntag

Und ein erfolgreiches dazu: Bereits von der Eröffnung am Donnerstag bis zum Sonntag zählte das Team der Event GmbH 45.000 Zuschauer.

Die Besucher erwartet immer mal wieder auch ein Wiedersehen mit besonders beliebten Beiträge der Vorjahre.

Wiedersehen mit beliebten Shows der Vorjahre

Aktuell zu sehen ist „Defilee“: Zum 100. Geburtstag der Avantgarde produzierten DSG animation + vfx diesen Beitrag für die Schlosslichtspiele 2016.

Für die jetzige Neuauflage wurde er nochmals überarbeitet, so dass einiges Neue zu entdecken ist.

Alle Beiträge von

Maxin10sity

im Programm

Und neben der aktuellen Show „Structures of Life“ von

Maxin10sity

ist auch deren Vorjahresbeitrag „Legacy“ aktuell zu sehen – bei der Kunstwerke des Badischen Landesmuseums auf die Museumsfassade geholt werden – und die passenden Epochen gleich mit dazu.

Ab Freitag, 11. August, sind dann sogar für einige Zeit jeden Abend alle drei Shows der Ungarn im Programm. Dann wird auch wieder „300 Fragments“ aus dem Jahr des Stadtgeburtstags gezeigt: Das Schloss verglüht und schmilzt, verwandelt sich in eine Bibliothek oder einen Benz-Motor.

Großartig

Auch in der neuen Show wandelt sich das Schloss, mal scheint es zur Rialtobrücke zu mutieren, mal zu einem griechischen Tempel oder einem Inka-Bau zu werden. Ein Teil der Show, der Weibel besonders gut gefällt – wobei es ihm auch imponiert, wie das eigentlich fest auf dem Boden stehende Schloss plötzlich zur Projektionsflächen für die Welten darunter - für Lava und Gesteine etwa - wird. „Großartig“, lobt Weibel.

Programm

Bis 10. August

21.30 Uhr: Structures of Life

,

Maxin10sity

21.50 Uhr: Velografie für Drais,

Peter Weibel

22 Uhr: Cleansing, Eyal Gever

22.15 Uhr: Defilee, DSG animation + vfx

Maxin10sity

22.55 Uhr: Velografie für Drais

23.10 Uhr: Cleansing

23.20 Uhr: Hyperfine Splitting, Asymptote

11. bis 17. August

21.30 Uhr: Structures of Life

21.50 Uhr: Inhomogeneous, Urban-

screen

22.10 Uhr: 300 Fragments,

Maxin10sity

22.30 Uhr: Behaviour Morphe, Zaha Hadid Architects

22.50 Uhr: Velografie für Drais

23 Uhr: Legacy

23.30 Uhr: rolling eye, Greg Lynn

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