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Keine Einigung in Sicht

Staatstheater Karlsruhe: Trennung von Spuhler zieht sich hin

Im November 2020 wurde die Trennung von Peter Spuhler beschlossen. Sechs Monate später ist offenbar kein Ende der Verhandlungen in Sicht. Sein Vertrag als Generalintendant am Staatstheater Karlsruhe soll zum 31. August enden.

Beim Theatertag zum Auftakt der aktuellen Spielzeit hatte Peter Spuhler seinen bislang letzten öffentlichen Auftritt als Generalintendant des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Foto: Felix Grünschloß

Ein Nachfolger für den Karlsruher Generalintendanten Peter Spuhler ist ernannt. Doch die anvisierte Trennung von Spuhler ist noch nicht geregelt.

Dies ist der Pressemitteilung zu entnehmen, mit der das Kunstministerium Baden-Württemberg am Donnerstagabend über die Berufung von Ulrich Peters zum künftigen Generalintendanten informierte.

Dort folgt nach den Willkommensworten für Peters ein Absatz mit der Überschrift „Abberufung von Peter Spuhler beschlossen“. Darin wird erklärt, der Verwaltungsrat habe „einstimmig die Abberufung von Peter Spuhler als Generalintendant zum 31. August beschlossen“.

Hierbei hätten Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) und der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) als Vorsitzende des Verwaltungsrats das Gremium darüber informiert, „dass seitens der Träger noch nicht alle Voraussetzungen vorliegen, um die Auflösung des Dienstvertrags für die dritte Intendanz abschließend zu verhandeln“. Deshalb werde sich der Verwaltungsrat in seiner nächsten Sitzung erneut damit befassen.

Generalintendant bekommt Jahresgehalt von rund 280.000 Euro

Diese Sitzung ist für den 25. Juni terminiert und soll sich schwerpunktmäßig um das große Bauprojekt der Sanierung und Erweiterung des Theaters drehen. Nun muss offenbar noch geklärt werden, zu welchen finanziellen Bedingungen sich Spuhlers Vertrag auflösen lässt.

Diesen Vertrag hatte der Verwaltungsrat im Mai 2019 bis zum Jahr 2026 verlängert, obwohl er damals bereits mehrfach deutliche Warnsignale bezüglich des Führungsverhaltens von Spuhler erhalten hatte.

Hinzu kommt, dass die Bezüge des Generalintendanten in dieser neuen Vertragstranche, die von 2021 bis 2026 gelten sollte, heraufgesetzt worden sein sollen. Dem Vernehmen nach soll das Jahresgehalt bei rund 280.000 Euro liegen. Die gesamte Vertragssumme läge also bei etwa 1,4 Millionen Euro.

Kunstministerium verhandelt noch mit Peter Spuhler

Am 18. November 2020 hatten Bauer und Mentrup mitgeteilt, dem Verwaltungsrat die Auflösung von Spuhlers Vertrag vorzuschlagen. Zu einer einvernehmlichen Trennung sei Spuhler grundsätzlich bereit.

Warum die Verhandlungen nach sechs Monaten noch nicht abgeschlossen sind, ist nicht offiziell bekannt. Auf BNN-Anfrage erklärte Mentrup am Freitag, das Kunstministerium verhandle mit Spuhler über die Auflösung. Über bestimmte Punkte sei hierbei noch keine Einigung erzielt worden.

Könnte das Karlsruher Staatstheater zur Kasse gebeten werden?

Um wie viel Geld könnte es gehen? In einem Fall, der hinsichtlich der Laufzeit und des Finanzvolumens eines aufgelösten Intendanzvertrags vergleichbar wäre, hatte der Theaterleiter Serge Dorny gegen den Freistaat Sachsen geklagt.

Dorny hatte die Summe von 1,7 Millionen Euro gefordert, die er als Intendant der Semperoper Dresden in fünf Jahren verdient hätte. Der Vertrag war noch vor Dornys tatsächlichem Amtsantritt wieder aufgelöst worden. Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit erhielt Dorny 350.000 Euro.

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