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Kommentar

Stadt und Musiker müssen gemeinsam nach Lösungen suchen

Kreativität und Willen sind bei der Suche nach Proberäumen gefragt, kommentiert BNN-Redakteur Gerhard Wolff.

Proberäume, die bezahlbar und trocken sind, sind schon jetzt ein rares Gut. Diverse Immobilienprojekte könnten die ohnehin schwierige Situation für Musikerinnen und Musiker in Karlsruhe in nächster Zeit noch verschärfen. Foto: imago stock&people;

Die Kulturlandschaft liegt derzeit brach – nichts geht mehr. „Ohne uns ist’s still“ lautet die markige Botschaft der Künstlerinnen und Künstler. Irgendwann nach der Corona-Zwangspause aber soll es wieder laut werden, im großen wie im kleineren Rahmen. Damit es auch perspektivisch impulsiv und bunt bleibt auf den Bühnen, braucht es ausreichend Trainingsflächen: In den Proberäumen stehen heute nämliche auch jene Bands, die morgen auf dem „Vor-Fest“ oder dem Altstadtfest spielen.

Der erste Ärger vieler Musikerinnen und Musiker mag aktuell den Immobilien-Entwickler GEM treffen, dessen Vorhaben in nächster Zeit wohl dutzende Proberäume kosten werden. Doch das zielt zu kurz. Nun ist es nicht so, dass die Kommune dafür zuständig ist, jedem Hobbymusiker seinen Freiraum zu schaffen, in dem ungestört und ohne zu stören geübt werden kann.

Aber die Stadt ist durchaus in der Verantwortung, den Rahmen für eine lebendige Kulturszene aktiv mitzugestalten. Sei es bei der Suche nach geeigneten Objekten, sei es bei Planung und Stadtentwicklung. Das Kreativ-Zentrum „Alter Schlachthof“ ist, was Räume für Musiker betrifft, in dieser Hinsicht dabei als verpasste Chance zu sehen.

Die sich nun formierende Interessengemeinschaft von Musikern und Künstler könnte die Möglichkeit für eine Art Neustart bilden, bei dem Stadt wie Betroffene künftig gemeinsam an Lösungen für die sich zuspitzende Problematik arbeiten. Die Situation an sich ist ja seit Jahren schwierig, viel Gehör fanden Bands allerdings bislang nicht.

Es fehlt an Proberäumen – und es gibt zu viele, die eher eine Zumutung sind: feucht, ohne Heizung und so weiter. Es ist Kreativität und Willen gefragt, um die missliche Lage zu bessern. Nicht nur, aber eben auch in den schön trockenen Räumen des Kulturdezernats.

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