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Zuhause bleiben und schmökern

Stadtbibliothek in Karlsruhe bietet Bücher aus der Tüte

Ein langer Aufenthalt in der Stadtbibliothek sollte während Corona vermieden werden. Deshalb wird jetzt ein neuer kontaktloser Service angeboten: Bücher gibt es auf Bestellung gleich zum Abholen.

Ab in die Tüte: Bibliothekar Jan Roth packt bestellte Bücher in eine Papiertüte. Die Kunden können sie dann kontaktlos abholen, ohne sich lange in der Stadtbibliothek aufhalten zu müssen. Foto: Jörg Donecker

„Eine Bibliothek ist mehr als ein Medienort, sie ist ein Ort zum Aufhalten“, sagt Bibliothekar Jan Roth, während er einige Romane in eine Papiertüte packt. Das Dilemma während der Corona-Krise sei aber, dass die Nutzer der Stadtbibliothek schnell ihre Auswahl treffen und wieder gehen sollten. Die meisten, sagt Roth, halten sich daran, denn: „Viele sind froh, dass wir überhaupt offen haben.“

Maximal zehn Medien können ausgeliehen werden

Für diejenigen, die ihre Kontakte auf ein Minimum reduzieren wollen, gibt es jetzt einen Service mit Papiertüten, von denen Jan Roth ein Exemplar am Samstagmorgen füllt. Wer nicht in den Regalen der Stadtbibliothek stöbern möchte, kann im Online-Katalog recherchieren und per E-Mail, Telefon oder Kontaktformular auf der Homepage maximal zehn Medien bestellen.

Wenn eine Bestellung bei Jan Roth eintrifft, macht er sich auf den Weg, um die Bücher, Hörspiele oder Filme einzusammeln. Sind sie bereitgestellt, bekommt der Kunde eine Nachricht mit den Abholmodalitäten und kann seine Tüte im Eingangsbereich abholen. Der Service ist innerhalb von ein paar Stunden verfügbar, „aber ein bisschen mehr Vorlauf ist besser“, sagt Roth. Bestellt ein Kunde am Nachmittag, sei eine Bereitstellung für den nächsten Morgen aber gar kein Problem.

Die Stadtbibliothek Karlsruhe bietet den kontaktarmen Service seit knapp einer Woche in all ihren Einrichtungen an. Bis Samstagmorgen wurde das Angebot im Ständehaus noch recht verhalten angenommen. Viele stöbern auch während der Corona-Krise lieber in den Regalen nach Lesestoff, auch wenn die Lese- und Arbeitsplätze bis auf weiteres gesperrt sind.

Nutzerin möchte mehr Informationen

So auch Susanne Eichhorn aus Linkenheim-Hochstetten. Die Bücher, von denen sie weiß, dass sie sie interessieren, hat sie gelesen. „Ich muss suchen“, erklärt sie. Dafür reiche ihr nicht einfach nur der Titel oder die Informationen, die es online zu den Büchern gibt. „Ich möchte manchmal sogar gleich wissen, wie das Buch ausgeht“, erklärt sie, dass sie ein Buch in der Hand gehalten haben muss, bevor sie es ausleiht.

„Wenn ich nicht mehr in die Stadtbibliothek könnte, hätte ich auch zuhause viel zu lesen“, gibt Alfred Kistner aus Karlsruhe zu. Trotzdem habe die Stadtbibliothek einen hohen Stellenwert für ihn. Denn zuhause habe er weder Computer noch ein Handy. „Wir sind keine Gegner“, stellt er klar. Aber das Internet biete ihm zu viel Informationen. Er denke lieber nach und komme so auch auf sein Ergebnis. Um dafür die entsprechenden Bücher auszuleihen, sucht auch er lieber direkt vor Ort in der Stadtbibliothek.

Die Voraussetzungen für das neue Angebot sind simpel: Für die Nutzung des neuen Medien-Abholservices benötigt man einen gültigen Bibliotheksausweis der Stadtbibliothek. Zudem müssen Name, Bibliotheksausweisnummer, Telefonnummer oder E-Mailadresse und die Abhol-Bibliothek genannt werden. Der Service wird in allen Einrichtungen der Stadtbibliothek angeboten und ist kostenfrei.



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