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Verdi ruft zum Streik auf

Was bedeutet der Busfahrerstreik für den Landkreis Karlsruhe?

Die von Verdi angekündigte Arbeitsniederlegung der Busfahrer hat am Montag auch etliche Fahrgäste in der Region getroffen. Die Busse fuhren auf mehreren Linien entweder nur eingeschränkt oder gar nicht. Die Gewerkschaft möchte damit den Druck im Tarifstreit noch weiter erhöhen.

Gewerkschaft ruft zum Streik auf: Viele Busfahrer im Landkreis haben die Arbeit niedergelegt. Etliche Linien konnten nicht oder nur teilweise bedient werden. Foto: Tom Weller/dpa

Der Streik von Verdi im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg hat auch Auswirkungen auf die Fahrgäste im Landkreis Karlsruhe.

Seit Montagmorgen wurde der Großteil der Linien bestreikt, das teilten der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) und die Gewerkschaft Verdi, Bezirk Nordschwarzwald-Mittelbaden mit.

Verdi hatte bereits in der vergangenen Woche zum Streik am Montag aufgerufen. Von dem Ausstand betroffen ist auch der KVV, der mehrere private Busbetriebe als Subunternehmen führt. Alle Linien seien vom Streik betroffen, sagt Nicolas Lutterbach, Pressesprecher des KVV. Auch Schulbuslinien wurden bestreikt.

Außer ein paar Linien stand alles still: Im Bereich Ettlingen gab es nur eine Fahrt auf der Linie 101, von der Wilhelm-Lorenz-Realschule nach Völkersbach. Die Linien 102, 106, und 109 fielen hingegen ganz aus. Im Bereich der Hardt fuhren die Busse von fünf Linien nur eingeschränkt: Auf den Linien 124 (von Hochstetten nach Neudorf), 126 (von Waghäusel nach Graben), 127 (von Philippsburg nach Wiesental) sowie auf der Linie 192 (von Hochstetten nach Rußheim/Philippsburg) und 194 (von Philippsburg nach Rheinhausen) konnten nicht alle Fahrten stattfinden. Die Linien 195 und 198 fielen zudem ganz aus.

Die Fahrer sitzen oft 13 bis 14 Stunden im Bus. Sie dürfen ihn auch in den Pausen nicht verlassen
Gunther Kreis, Verdi Bezirk Nordschwarzwald-Mittelbaden

Betroffen waren nach Angaben von KVV und Verdi vor allem die privaten Busbetreiber „Hagro Transbus GmbH“ und „Friedrich-Müller-Omnibus“ (FMO). Letzterer gehört wiederum zu einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn.

Nach Angaben von Verdi Nordschwarzwald-Mittelbaden haben bei FMO etwa 30 Busfahrer ihren Dienst nicht angetreten. Beim Subunternehmen „Hagro Transbus“ streikten etwa 20 Busfahrer. Das sind laut Gewerkschaft nahezu alle.

Tarifverhandlungen gehen in die elfte Runde

Grund für den landesweiten Streik mit Kundgebung in Stuttgart seien die schlechten Arbeitsbedingungen der Busfahrer, sagt Gunther Kreis von Verdi Nordschwarzwald-Mittelbaden. „Die Fahrer sitzen oft 13 bis 14 Stunden im Bus. Sie dürfen ihn auch in den Pausen nicht verlassen“, kritisiert er.

Die Forderungen von Verdi seien unerfüllbar, da würden auch keine Demonstrationen helfen, teilte der Arbeitgeberverband WBO (Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer) mit. Lösungen müssten außerdem am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße gefunden werden, heißt es weiter.

An diesem Dienstag sollen in Sindelfingen die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem WBO in die elfte Runde gehen.

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