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Vereinsinterner Unmut

Streit ums Wildparkstadion: KSC-Verwaltungsratsmitglieder treffen den Karlsruher Oberbürgermeister

Am Freitag fällt das Landgericht seine Entscheidung über die Klagen des KSC gegen die Stadt in Sachen Planung des Wildparkstadions. Intern regt sich inzwischen Unmut im Verein über die Zuspitzung des Konflikts. Mehrere Verwaltungsratsmitglieder haben sich nun mit OB Frank Mentrup getroffen, um eine neue Gesprächsebene zu schaffen.

Die Abrissarbeiten im Wildparkstadion finden bereits neben der Haupttribüne statt. Foto: Jörg Donecker

Während die Öffentlichkeit mit Spannung auf die für Freitag, 15 Uhr, angekündigte Verkündung der Entscheidung des Landgerichts in Sachen Klagen des KSC gegen die Stadt wegen der Planung des Wildparkstadions blickt, gibt es hinter den Kulissen interessante Aktivitäten.

Sie lassen auch erkennen, dass nicht alle in den Gremien des KSC mit der Schärfe des Konflikts zwischen Stadt und KSC einverstanden sind. Sprich, dass nicht jeder die Einreichung der vier Verfügungsanträge gegen die Stadt durch die KSC-Spitze als sinnvoll erachtet. So hat es am späten Mittwochabend ein informelles Treffen mehrerer KSC-Verwaltungsratsmitglieder mit Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) gegeben, um zumindest eine neue Gesprächsgrundlage zu schaffen.

KSC-Verwaltungsrat sucht neue Gesprächsebene

Verwaltungsratsmitglied Martin Müller bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen. Am Gespräch mit Mentrup haben neben Müller auch Gerhard Rastetter, einst Vorstand der Volksbank Karlsruhe und Dieter Hegele (Geschäftsführender Gesellschafter des Logistikunternehmens Simon Hegele) teilgenommen.

Das Treffen fand in den Räumlichkeiten der Firma GEM in Durlach statt, dessen Geschäftsführer Müller ist. Bei einem Treffen von Verwaltungsrat und Präsidium des KSC am vergangenen Montag wurde über die gesamte zugespitzte Problematik und über die Idee eines Treffens vor dem Gerichtsentscheid gesprochen, KSC-Präsident Ingo Wellenreuther war demnach informiert.

Frank Mentrup (SPD), Oberbürgermeister von Karlsruhe. Foto: Uli Deck/Archivbild

„Der Oberbürgermeister hat sofort diesem Treffen zugestimmt,“ so Müller. Es sei den Initiatoren aus dem Verwaltungsrat darum gegangen, „wieder eine Gesprächsebene hinzubekommen, die das Gesamtprojekt erfordert“, so Müller. Er blickt dabei auf das für Freitag anstehende Urteil, das er aber nicht überschätzten will, auch wenn der KSC vielleicht in zentralen Punkten recht bekommen sollte.

„Was bringt uns irgendein Urteil, wenn die Gesamtsituation nicht stimmt?“

Müller, ein erfahrener Projektentwickler, bekennt, dass man „auf einer derartigen Basis so ein Projekt nicht machen kann“. Seine Stimme hat in dieser Sache Gewicht, vereint er in seiner Person eine durchaus interessante Kombination: Bei den Kommunalwahlen im Mai trat Müller in Karlsruhe für die SPD an, errang aber kein Mandat.

Im vergangenen Jahr stieg eine der größten bundesweiten Immobilienentwickler, die CG-Gruppe als Mehrheitseigner in das von Müller geführte Unternehmen GEM ein – die CG Gruppe ist inzwischen einer der sogenannten „Topsponsoren“ des KSC.

Gericht entscheidet in Sachen Klagen des KSC

Das Gericht entscheidet an diesem Freitag über vier eingereichte Anträge des KSC auf einstweilige Verfügungen, die sich gegen die Stadt als Bauherrn des Wildparkstadions richten. Verbunden damit ist der Antrag des KSC, das laufende Baugenehmigungsverfahren zu stoppen. Bei den Anträgen geht es im wesentlichen um die Forderung nach Vertragseinsicht sowie um die Kritik des KSC an den Planungen von Businessbereich und Verkaufskiosken.

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