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Kommunalpolitik

Wenige Lehrer und Schüler aus Karlsruhe bleiben wegen Coronavirus zu Hause

Schüler, Lehrer, Erzieher, Kita-Kinder und Polizeibeamte sollen laut einer Empfehlung der Landesregierung nach einer Reise in ein Corona-Gebiet vorsorglich zu Hause bleiben. In Karlsruhe kommt es deswegen aber noch zu keinen Beeinträchtigungen.

An Goethe-Gymnasium wurde ein Besuch italienischer Schüler abgesagt Foto: jodo

Schüler, Lehrer, Erzieher, Kita-Kinder und Polizeibeamte sollen laut einer Empfehlung der Landesregierung nach einer Reise in ein Coronavirus-Gebiet vorsorglich zu Hause bleiben. In Karlsruhe kommt es deswegen aber noch zu keinen Beeinträchtigungen.

Als Anissa und Vivian während der Rückfahrt aus dem Skiurlaub am Reschenpass im Radio hören, dass Schul- und Kindergartenkinder in Baden-Württemberg nach einem Aufenthalt in einem Corona-Risikogebiet in Norditalien vorsorglich zu Hause bleiben sollten, spitzen die beiden Schwestern sofort die Ohren.

Schulfrei gibt es trotzdem nicht, denn nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) gilt diese Vorsichtsmaßnahme lediglich für Rückkehrer aus den Regionen Emilia-Romagna und Lombardei, der Stadt Vo und der Provinz Padua.

Aktualisierung: Mittlerweile hat sich die Situation geändert, da das Robert-Koch-Institut Südtirol als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft hat.

Südtirol ist kein Risikogebiet für das Coronavirus

Südtirol ist dagegen bislang kein Risikogebiet, teilt das Kultusministerium am Montagmorgen mit gefetteter Schrift im Internet mit.

„Viele Leute waren nach dem Skiurlaub verunsichert und haben bei unserer Hotline angerufen. Deshalb wollten wir noch einmal für Klarheit sorgen“, sagt Christine Sattler. Dass Schüler, Lehrer, Erzieher und Kita-Kinder nach einem Aufenthalt in den italienischen, chinesischen, südkoreanischen und iranischen Risikoregionen zu Hause bleiben sollen, sei ohnehin eine reine Vorsichtsmaßnahme, betont die Pressesprecherin des Ministeriums.

Falls innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme aufträten, sollten sie das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Grundsätzlich empfiehlt das Städtische Klinikum Personen, sich telefonisch mit ihrem behandelnden Hausarzt in Verbindung zu setzen, bevor sie zu einem Notfalldienst oder in eine Ambulanz gehen.

Zudem sollten Menschen, die sich wegen eines Coronavirus-Verdachts in einer Klinik vorstellen, möglichst keine Begleitpersonen ohne Symptome mitbringen, um eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden.

Zwei Schüler und eine Lehrerin bleiben vorsorglich zu Hause

Beim Staatlichen Schulamt Karlsruhe, das für die Grund-, Haupt-, Werkreal-, und Realschulen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zuständig ist, haben sich bislang zwei Schüler und eine Lehrerin aus Gründen des Infektionsschutzes abgemeldet.

„Das ist ein gutes Zeichen, dass die Leute die Empfehlungen des Ministeriums ernst nehmen“, sagt Schulamtsdirektor Rüdiger Stein auf Nachfrage der BNN.

Ein Schüler habe Urlaub in einem italienischen Risikogebiet gemacht, ein anderer sei von einer Fernreise über Mailand nach Hause geflogen. Und die Lehrerin habe ihre Tochter aus einem Hotel in Teneriffa, das wegen eines Corona-Patienten unter Quarantäne gestellt wurde, abgeholt.

„Es gibt aber keinen Grund zur Hysterie und deshalb wollen wir das Thema nicht größer machen als es ohnehin schon ist“, sagt Stein. Schulleitungen sollten Eltern und Lehrer jedoch für die empfohlenen Schutzmaßnahmen sensibilisieren.

Schüleraustausch von italienischen Behörden abgesagt

An den Karlsruher Gymnasien sind bislang keine Lehrer wegen des Infektionsschutzes zu Hause geblieben, teilt Pressesprecherin Irene Feilhauer vom zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Unterrichtsausfälle hat es wegen Corona noch nicht gegeben und Schulschließungen stehen ebenfalls nicht zur Debatte“, so Feilhauer weiter.

Am Goethe-Gymnasium wurde allerdings der für Mitte der Woche terminierte Besuch einiger römischer Austauschschüler von den italienischen Behörden abgesagt. Ein Ersatztermin steht nach Angaben der Schulleitung noch nicht fest.

Am Gymnasium Neureut wurde der China-Austausch für dieses Jahr aus dem Kalender gestrichen. Am Lessing-Gymnasium wird der Umgang mit Corona auf den anstehenden Klassenfahrten in den kommenden Tagen diskutiert.

„Es ist eine ernstzunehmende Krankheit, die mit Ruhe betrachtet werden muss. Panikmache will man natürlich auch nicht“, sagt Lessing-Leiterin Ulrike Seitz. Deshalb müsse die Gefahr einer Ansteckung für sämtliche Schüler minimiert werden.

An Kitas ist Coronavirus auch Thema

In den Kinderbetreuungseinrichtungen sorgt der Umgang mit dem Coronavirus ebenfalls für Gesprächsstoff. Bei der Arbeiterwohlfahrt wurde die Empfehlung des Kultusministeriums ebenso an die Eltern weitergeleitet wie beim Träger Pro Liberis.

„Wenn Erzieherinnen nach dem Urlaub Symptome von Corona zeigen, sollen sie zum Arzt gehen. Aber noch warten wir auf klarere Handlungsanweisungen“, sagt Pro-Liberis-Geschäftsführer Peer Giemsch.

Beim Polizeipräsidium Karlsruhe haben sich drei Beamte aus Gründen des Infektionsschutzes vom Dienst freistellen lassen. Eine Person war laut Pressesprecher Dieter Werner in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet unterwegs. Die beiden anderen hatten Kontakt mit Corona-Patienten.

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